Fieber

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Was ist Fieber?

Die Körpertemperatur wird durch das Temperaturzentrum im Gehirn kontrolliert und gesteuert. Unter normalen Umständen bleibt die Kerntemperatur des Körpers auch bei Veränderungen der Umgebungstemperatur relativ konstant. Körperliche Anstrengung, eine ausgiebige Mahlzeit oder Temperaturschwankungen bei Frauen im Zyklusverlauf sind physiologische Ursachen einer Temperaturerhöhung.

Fieber ist üblicherweise ein Anzeichen einer Erkrankung und damit ein häufiger Grund für einen Arztbesuch. Erkrankungen, die bei Kindern zu Fieber führen, müssen bei Erwachsenen nicht unbedingt mit Fieber einhergehen. In Industrieländern wird Fieber am ehesten von nichtinfektösen entzündlichen Erkrankungen ausgelöst, während in Entwicklungsländern Infektionen am häufigsten sind. Insbesondere bei älteren Personen ist eine unentdeckte Krebserkrankung nicht selten die Ursache eines unklaren Fiebers.

Als Fieber unklarer Ursache (Fever of Unknown Origin, FUO) wird eine Körpertemperatur ≥ 38,3 °C bei mindestens 2 Messungen bezeichnet, die bei nicht immunsupprimierten Patient*innen über eine Dauer von ≥ 3 Wochen oder mehrere fierberhafte Episoden verteilt auf ≥ 3 Wochen auftritt und dessen Ursache trotz hochwertiger Diagnostik (ambulant oder stationär) nicht geklärt werden kann.

Was kann die Ursache sein?

Fieber ist eine der vielen Reaktionen des Körpers auf eine Erkrankung. Gelangen Bakterien oder Viren in den Körper, wird die körpereigene Abwehr gegen Infektionen, das Immunsystem, aktiviert. Dabei kommt es zu einer Erhöhung der Körpertemperatur. Die weißen Blutkörperchen, Antikörper und Zellen des Körpers, die die eingedrungenen Mikroorganismen bekämpfen, können bei einer leicht erhöhten Temperatur besser und wirksamer arbeiten. Das Immunsystem funktioniert bei einer Temperatur zwischen 38 und 40 °C am besten. Fieber ist also eine hilfreiche Abwehrreaktion des Körpers. Darum muss mäßiges Fieber nicht zwingend therapiert werden. Die Ursache des Fiebers sollte jedoch identifiziert und ggf. behandelt werden.

Viele häufige Erkrankung können gut diagnostisch erkannt und behandelt werden:

Andere fieberverursachene Erkrankungen bleiben oft lange unerkannt. Jede Einzeldiagnose kommt dabei nur in geringer Häufigkeit vor; daher ist die Einteilung in 4 Bereiche üblich.

Infektionen

Häufige Ursachen

Weniger häufige Ursachen

  • Brucellose
  • Bartonellose
  • Salmonellose
  • Pilzinfektionen
  • Akute HIV-Infektion
  • Hepatitis A, B, E
  • Humanes Herpesvirus 6 und 7
  • Knochen- und Gelenkinfektionen
  • Okkulter (versteckter) Abszess

Nichtinfektiöse entzündliche Erkrankungen

Häufige Ursachen

Weniger häufige Ursachen

Krebs

Häufige Ursachen

Weniger häufige Ursachen

Verschiedene

Häufige Ursachen

Weniger häufige Ursachen

  • Subakute Thyreoiditis
  • Nebenniereninsuffizienz
  • Periodisches Fieber (genetisch)
  • Nekrotisierende Lymphadenitis
  • Febris factitia

Wann sollten Sie ärztliche Hilfe suchen?

Fieber ist an sich kein Grund, eine Arztpraxis aufzusuchen. In manchen Situationen ist dies jedoch hilfreich. Lassen Sie sich ärztlich untersuchen, wenn Sie hohes oder langanhaltendes Fieber (mehr als 3 Tage) in Verbindung mit einer schlechten Allgemeinverfassung haben oder bei sich oder Ihrem Kind eine schwere Krankheit vermuten.

Untersuchungen

  • Beim Anamnesegespräch wird erfragt, seit wann das Fieber vorhanden ist, wie die allgemeine Verfassung ist und ob Schmerzen auftreten.
  • Je nach dem Ergebnis der Anamnese folgt eine umfassende körperliche Untersuchung. Organe, die häufig Ausgangspunkt für unklares Fieber sind, werden eingehend untersucht.
  • Alle Symptome und Befunde, die auf eine mögliche Diagnose hinweisen, werden gezielt weiter abgeklärt.
  • Es folgen Blutuntersuchungen, z. B. zur Feststellung einer Entzündung (mittels CRP, einem Protein im Blut), Urinuntersuchungen oder Röntgen-/Ultraschalluntersuchungen des Oberkörpers.
  • Nach der ersten Basisuntersuchung kann eine 18FDG-Positronenemissionstomografie/Computertomografie weitere Hinweise liefern.
  • Beim Verdacht auf eine schwere Infektion oder bei einer Verschlechterung der klinischen Verfassung werden die Patient*innen in ein Krankenhauses überwiesen.

Behandlung

  • Bei stabilen Patient*innen ist eine Strategie des wachsamen Zuwartens zu bevorzugen. Eine unspezifische Behandlung führt selten zu einer Heilung und verzögert möglicherweise die korrekte Diagnose.
  • Eine versuchsweise durchgeführte Antibiotikatherapie sollte mit Ausnahme von Neutropenie-, immunsupprimierten und kritisch kranken Patient*innen vermieden werden.
  • Zur Symptomlinderung kann ein Versuch mit nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR) sinnvoll sein.
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