Lungenembolie
Lungenembolie
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Was ist eine Lungenembolie?
Definition
Eine Lungenembolie ist ein vollständiger oder teilweiser Verschluss eines arteriellen Gefäßes der Lunge (Lungenschlagader) meist durch ein Blutgerinnsel (Thrombus).
Je nach Ausmaß des Gefäßverschlusses und weiteren bestehenden Erkrankungen kann eine Lungenembolie lebensbedrohlich sein und innerhalb weniger Stunden zum Tod führen. Deshalb muss jeder Verdacht auf eine Lungenembolie rasch ärztlich abgeklärt werden, damit möglichst frühzeitig eine Therapie im Krankenhaus erfolgen kann.
Symptome
Anhand der Symptome lässt sich eine Lungenembolie oft nicht eindeutig erkennen. Die Beschwerden setzen meist schlagartig ein und können wiederholt auftreten.
Die häufigsten Symptome sind:
- Brustschmerzen
- Atemnot
- schnelle Atmung
Weitere Anzeichen können sein:
- Husten, evtl. mit blutigem Auswurf
- Schmerzen in einem Bein, manchmal auch Schwellung des Beins
- Herzrasen
- Unruhe, Erschöpfung
- niedriger Blutdruck
Bei Verdacht auf eine Lungenembolie sollten Sie rasch ärztliche Hilfe suchen, da sie lebensbedrohlich werden kann. Bitte verständigen sie schnellstmöglich den Notdienst.
Ursachen
Zu einer Lungenembolie kommt es meist durch ein Blutgerinnsel (Thrombose), das sich in einer der tiefen Bein- oder Beckenvenen gebildet hat und von dort über den Blutkreislauf zur Lunge gelangt. Seltener bildet sich das Blutgerinnsel im Herzen (z. B. bei Vorhofflimmern oder Herzinfarkt). Durch den Verschluss des Gefäßes steigt der Blutdruck in der Lunge. Dies verursacht einen Rückstau und kann das Herz überlasten. Gleichzeitig kommt es auch zu einer Störung der Atmung. Es kommt weniger Sauerstoff in den Körper und auch wieder zum Herzen. Beides kann zu Bewusstlosigkeit und schließlich sogar zum Herzstillstand und Tod führen.
Bei etwa 60 % der Fälle ist eine besondere Situation oder ein beeinflussbarer Risikofaktor der Grund für die Lungenembolie:
- Operation
- Krankenhausaufenthalt
- eine vorübergehende Ruhigstellung von Körperteilen zum Beispiel bei Verletzungen
- Krankheit mit fehlender Bewegung
- Schwangerschaft
- orale Empfängnisverhütung („Pille“)
- Hormonersatztherapie
Ein hohes Risiko für eine Lungenembolie besteht:
- nach einem Knochenbruch an Becken, Bein oder Fuß
- in den 3 Monaten nach einem Krankenhausaufenthalt aufgrund von Herzinsuffizienz (Herzschwäche) oder Vorhofflimmern (ständiger unregelmäßiger Herzschlag)
- bei Hüft- oder Kniegelenksersatz
- nach einer schweren Verletzung
- in den 3 Monaten nach einem Herzinfarkt
- bei einer Verletzung des Rückenmarks
- bei einer Venenthrombose oder Lungenembolie in der Vorgeschichte
Ein mäßig erhöhtes Risiko für eine Lungenembolie besteht:
- nach einer Arthroskopie des Knies
- während einer Chemotherapie oder bei Krebs
- bei eingeschränkter Herz- oder Lungenfunktion oder nach einem Schlaganfall mit Lähmung
- bei Einnahme bestimmter blutbildender Medikamente (Erythropoese-stimulierende Substanzen)
- bei Infektionen (besonders Lungenentzündung, Harnwegsinfektion, HIV-Infektion)
- bei chronisch-entzündlicher Darmerkrankung
- bei Hormongabe (oraler Empfängnisverhütung [„Pille“] oder künstlicher Befruchtung oder Hormonersatztherapie)
- im Wochenbett nach einer Geburt
- nach einer oberflächlichen Venenthrombose
- bei Thrombophilie (einer Gerinnungsstörung mit Neigung zur Bildung von Blutgerinnseln)
Das Risiko ist geringfügig erhöht bei:
- Bettlägerigkeit länger als 3 Tage
- langem Sitzen (z. B. lange Auto- oder Flugreise)
- Diabetes mellitus
- Bluthochdruck
- höherem Alter
- minimalinvasiver Schlüsselloch-Chirurgie (Laparoskopie, z. B. zur Entfernung der Gallenblase)
- Adipositas
- Schwangerschaft
- Krampfadern
Häufigkeit
Die Lungenembolie ist die dritthäufigste Herz-Kreislauf-Erkrankung. Jährlich werden in Deutschland mehr als 50.000 Menschen mit einer Lungenembolie im Krankenhaus behandelt.
Eine Lungenembolie ist die Todesursache bei 3–5 % aller Verstorbenen. Bei Personen, die an einer Lungenembolie verstarben, blieb die Erkrankung in 2/3 der Fälle zu Lebzeiten unerkannt.
Die Zahl der Erkrankungsfälle steigt mit dem Alter deutlich an. Bewohner*innen von Senioren- und Pflegeeinrichtungen sind vermehrt betroffen.
Untersuchungen
Allgemeinuntersuchung
In der hausärztlichen Praxis werden Sie genau befragt werden zu Ihren aktuellen Beschwerden, Medikamenteneinnahme, vorbekannten Erkrankungen oder Operationen. Ihre Atmung und Herzschlag werden untersucht (Herzfrequenz, Atemfrequenz, Blutdruck Sauerstoffsättigung, EKG). Evtl. werden die Beine auf Schwellungen kontrolliert. Oft wird die Ärztin oder der Arzt mit einem Score (z. B. dem Wells–Score) versuchen, die Wahrscheinlichkeit einer Lungenembolie genauer abzuschätzen. Dafür sind neben der körperlichen Untersuchung auch gerade die oben aufgeführten Risikofaktoren wichtig.
D-Dimer-Test
Zusätzlich ist der Bluttest auf D-Dimere ein wichtiges Hilfsmittel zur Untersuchung bei Verdacht auf Lungenembolie. Ist der D-Dimer-Test negativ, ist eine Lungenembolie weitgehend ausgeschlossen. Leider gibt es viele Gründe für erhöhte D-Dimere – außer der Lungenembolie z. B. auch Infekte oder eine Schwangerschaft.
Einweisung ins Krankenhaus
Ergibt sich aus der Untersuchung, der Anamnese und, falls sinnvoll, dem D-Dimer-Test eine hohe Wahrscheinlichkeit für eine Lungenembolie, so folgt eine Einweisung ins Krankenhaus. Dort werden die Lungengefäße in einer bildgebenden Untersuchung dargestellt (CT-Angiografie, Herzultraschall/Echokardiografie).
Schwangerschaft
Bei Schwangeren wird zuerst eine Ultraschalluntersuchung der Beinvenen durchgeführt. Wird hier eine Thrombose festgestellt, kann auf eine Computertomografie (CT) verzichtet werden, da die Therapie einer Thrombose die gleiche ist wie die einer Lungenembolie.
Behandlung
Die Behandlung im Krankenhaus erfolgt je nach Schweregrad der Embolie: Bei lebensgefährlicher Lungenembolie wird versucht das Blutgerinnsel zu entfernen oder aufzulösen (Thrombolyse oder Entfernung mittels Gefäßkatheter).
Ansonsten werden immer gerinnungshemmende Mittel gegeben (Antikoagulanzien oder „Blutverdünner”). Dadurch wird die Bildung weitere Gerinnsel verhindert.
Bei dieser Therapie gibt es drei Alternativen:
- Beginn mit Heparin, als Spritze unter die Haut
- Überlappend wird mit Vitamin-K-Antagonisten („Marcumar“) in Tablettenform begonnen. Ist der Wirkspiegel erreicht, wird Heparin abgesetzt.
- Beginn mit Heparin als Spritze unter die Haut
- nach 5–7 Tagen Absetzen von Heparin und Beginn mit den direkten oralen Antikoagulanzien (DOAK) in Tablettenform, z. B. Rivaroxaban, Apixaban, Edoxaban, Dabigatran
- sofortiger Therapiebeginn mit DOAK in Tablettenform
Schwangerschaft
Bei Schwangeren erfolgt eine Behandlung mit Heparin-Spritzen, da Vitamin-K-Antagonisten und DOAK in der Schwangerschaft nicht erlaubt sind.
Erhaltungstherapie
Nach der Behandlung im Krankenhaus folgt für 3–6 Monate eine Erhaltungstherapie mit Marcumar (Vitamin-K-Antagonisten) oder direkten oralen Antikoagulanzien, um die Bildung weiter Blutgerinnsel zu verhindern und die Auflösung zu fördern. In Ausnahmefällen muss die Therapie mit Heparinspritzen fortgeführt werden.
Nach 3–6 Monaten wird eine Kontrolle durchgeführt und entschieden, ob die Therapie abgesetzt werden kann. Bei weiter hohem Risiko werden die Tabletten dauerhaft gegeben.
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