Scharlach

Scharlach

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Was ist Scharlach?

Definition

Scharlach (Scarlatina) zählt zu den typischen Kinderkrankheiten. Es kommt zu einer akuten Halsentzündung mit Fieber, die durch Streptokokken der Gruppe A hervorgerufen wird. Im Verlauf entwickelt sich ein roter Ausschlag am Körper. Es gibt aber auch leichte Verläufe, bei denen nicht alle Symptome vorhanden sind. 

Symptome

Die Krankheit beginnt plötzlich mit Halsschmerzen, Schluckbeschwerden und Fieber (38–40 °C). Der Allgemeinzustand kann beeinträchtigt sein. Häufig treten auch Bauchschmerzen, Übelkeit und Kopfschmerzen auf. Der Rachen ist stark gerötet, die Lymphknoten am Hals können geschwollen sein.

Nach 1–2 Tagen zeigt sich häufig ein Ausschlag am Oberkörper sowie eine deutliche Rötung im Gesicht mit markanter Blässe um den Mund. Der Ausschlag kann sich auf Hals, Achseln und Leiste ausweiten und hält in der Regel ca. 1 Woche an. Im Anschluss kommt es zu einer typischen Schuppung an Handflächen und Fußsohlen. Häufig ist auch die Zunge betroffen, die durch ihr charakteristisches Aussehen als „Himbeerzunge“ beschrieben wird.

Scharlach, Himbeerzunge.jpg
Himbeerzunge bei Scharlach 

Ursachen

Scharlach wird durch Streptokokken der Gruppe A ausgelöst. Die Bakterien sondern ein Gift ab, worauf der Körper mit einer Entzündungsreaktion und einer erhöhten Durchblutung der Haut reagiert. Dadurch entsteht der typische Hautausschlag.

Die Ansteckung erfolgt durch direkten bzw. indirekten Kontakt mit erkrankten Personen, seltener durch erregerhaltige Tröpfchen bzw. Aerosole. Nach Kontakt mit dem Erreger dauert es etwa 1–3 Tage, bis die Erkrankung ausbricht. Ohne Behandlung kann die Ansteckungsfähigkeit bis zu 3 Wochen bestehen bleiben. Wer Antibiotika nimmt, ist nach 24 Stunden ab der ersten Einnahme nicht mehr ansteckend.

Häufigkeit

  • Streptokokken kommen bei etwa 7,5 % aller gesunden Menschen im Hals vor, ohne Krankheitssymptome zu verursachen.
  • Pro Jahr erkranken 5 von 1.000 Kindern an Scharlach.
  • Am häufigsten sind Kinder und Jugendliche im Alter von 5–15 Jahren betroffen.

Untersuchungen

  • Der Verlauf mit Mandelentzündung, Fieber und rotem Ausschlag ist typisch. Die Diagnose kann dadurch in den meisten Fällen mit Sicherheit ohne weitere Untersuchungen gestellt werden.
  • Bei Unsicherheit und leichten oder untypischen Verläufen können über einen Rachenabstrich mit einem Schnelltest Streptokokken nachgewiesen werden.

Behandlung

  • Ziel der Behandlung ist, die Symptome zu lindern und eine weitere Übertragung sowie Komplikationen zu verhindern.

Medikamente

  • Klassischer Scharlach soll antibiotisch behandelt werden. Durch eine Therapie mit einem Antibiotikum (z. B. Penicillin) für 5–7 Tage werden die Bakterien abgetötet.
  • Bei einer Penicillinallergie können andere Antibiotika verwendet werden.
  • Wenn ein erhöhtes Risiko für Komplikationen besteht (z. B. bei Immunschwäche), kann die Einnahme auf 10 Tage verlängert werden.
  • Eine Antibiotikabehandlung kann bei sehr leichten Verläufen abgewogen werden.
  • Um die Symptome zu lindern, können Schmerzmittel oder Lutschtabletten genommen werden.

Kindertagesbetreuung/Gemeinschaftseinrichtungen

  • 24 Stunden nach Therapiebeginn besteht keine Ansteckungsgefahr mehr. Dann kann das Kind wieder eine Gemeinschaftseinrichtung besuchen, wenn es der Allgemeinzustand zulässt und das Kind kein Fieber hat.
  • Ohne antibiotische Behandlung können Kinder frühestens 24 Stunden nach Abklingen der Symptome eine Gemeinschaftseinrichtung besuchen.

Autorin

  • Martina Bujard, Wissenschaftsjournalistin, Wiesbaden

Quellen

Literatur

Dieser Artikel basiert auf dem Fachartikel Scharlach. Nachfolgend finden Sie die Literaturliste aus diesem Dokument.

  1. Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin. S3-Leitlinie Halsschmerzen. AWMF-Leitlinie Nr. 053-010, red. überarbeitete Langfassung vom 09.12.2021. register.awmf.org
  2. IGWiQ. Gesundheitsinformation – Scharlach. Stand 20.09.2023. Letzter Zugriff 06.12.2024. www.gesundheitsinformation.de
  3. Stelter K, Dellian M. Die Tonsillitis im Kindes- und Erwachsenenalter. MMW - Fortschritte der Medizin 2019; 161(1): 31-39. link.springer.com
  4. Robert Koch-Institut. RKI-Ratgeber für Ärzte: Streptococcus pyogenes-Infektionen. Berlin, Stand 01.02.2024. Letzter Zugriff 06.12.2024. www.rki.de
  5. Oliver J, Wadu EM, Pierse N, et al. Group A Streptococcus pharyngitis and pharyngeal carriage: A meta-analysis. PLoS Negl Trop Dis 2018. pubmed.ncbi.nlm.nih.gov
  6. Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. S3-Leitlinie Therapie der Tonsillo-Pharyngitis. AWMF-Leitlinie Nr. 017-024, Stand 2024. register.awmf.org
  7. Hoppen T. Morbiliformes Amoxicillinexanthem bei Morbus Pfeiffer - ein Klassiker!. Pädiatrie 2022; 34: 12. link.springer.com
  8. Ratiopharm. Fachinformation IBU Fiebersaft für Kinder 40 mg/ml. Stand April 2024. Letzter Zugriff 06.12.2024. www.ratiopharm.de
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