Dickdarm- und Enddarmkrebs
Dickdarm- und Enddarmkrebs
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Was ist ein kolorektales Karzinom?
Definition
Als kolorektales Karzinom bezeichnet man eine Krebserkrankung des Dickdarms oder des Enddarms. Kolon ist der medizinische Begriff für den Dickdarm, von dem das Rektum (End- oder Mastdarm) den letzten Teil ausmacht.
Rund 60–70 % der Karzinome befinden sich im Dickdarm, 30–40 % im Enddarm. Fast immer handelt es sich um ein Adenokarzinom (eine Bezeichnung, die sich aus dem mikroskopischen Bild des Tumorgewebes ergibt).
Zu Beschwerden kommt es meist erst sehr spät. Deshalb werden viele dieser Tumore ohne Früherkennungsuntersuchungen erst in einem fortgeschrittenen Stadium erkannt.
Symptome
Mögliche Symptome sind:
- Schmerzen oder Krämpfe
- Blut oder Schleim im Stuhl
- Veränderte Stuhlgewohnheiten
- Darmverschluss bei großen Tumoren
- Gewichtsverlust
- Gelbsucht
- Blutarmut
Keines dieser Symptome ist typisch für ein kolorektales Karzinom. Sie können auch bei anderen Erkrankungen auftreten, sollten aber mit der Hausärztin oder dem Hausarzt besprochen werden.
Ursachen
Meistens entwickelt sich Darmkrebs aus gutartigen Vorstufen (z. B. Adenomen). In der Regel kann die Erkrankung nicht auf eine einzelne Ursache zurückgeführt werden. Es gibt jedoch Faktoren, die das Risiko erhöhen, an Darmkrebs zu erkranken.
Vererbung
Wenn Geschwister oder Eltern vor dem 50. Lebensjahr Darmkrebs hatten, erhöht sich – im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung – die Wahrscheinlichkeit, selbst Darmkrebs zu bekommen.
Außerdem gibt es verschiedene erblich bedingte Erkrankungen des Dickdarms und Enddarms, die mit einem stark erhöhten Krebsrisiko einhergehen:
- Familiäre adenomatöse Polyposis (FAP): Bei dieser Krankheit bildet sich im Darm eine Vielzahl von Polypen. Das sind Ausstülpungen der Darmschleimhaut, die einige Zentimeter groß werden können und in das Darminnere ragen. Wird die Erkrankung nicht behandelt, so erkranken Betroffene bereits vor ihrem 40. Lebensjahr an Darmkrebs.
- Erbliches nicht-polypöses Kolonkarzinom: Wenn Eltern diese Form von Darmkrebs haben, so entwickelt sich bei den Kindern mit großer Wahrscheinlichkeit ebenfalls Darmkrebs.
Lebensstil und Ernährung
Der Lebensstil spielt bei der Entstehung von Darmkrebs eine wichtige Rolle. Vermutlich besteht ein Zusammenhang mit erhöhtem Alkoholkonsum und Rauchen. Auch eine ballaststoffarme Ernährung, hoher Fleischkonsum, Adipositas und Bewegungsmangel können sich ungünstig auf das Krebsrisiko auswirken.
Darmkrankheiten
Chronisch entzündliche Darmerkrankungen, d. h. Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa, erhöhen die Wahrscheinlichkeit, an Darmkrebs zu erkranken, geringfügig. Eine Therapie der entzündlichen Darmkrankheit kann das Krebsrisiko senken.
Häufigkeit
In Deutschland erkranken pro Jahr etwa 40 von 100.000 Menschen an Darmkrebs. Das mittlere Erkrankungsalter liegt für Männer bei 71 und für Frauen bei 75 Jahren.
Darmkrebs steht bei den durch Krebs bedingten Todesfällen an zweiter Stelle.
Untersuchungen
Ein kolorektales Karzinom kann schwierig zu entdecken sein. Bei einem bestehenden Verdacht wird die Ärztin oder der Arzt Ihren Bauch abtasten und nach tastbaren Veränderungen suchen. Das Abtasten des Enddarms mit einem behandschuhten Finger bei der rektalen (über den Mastdarm) Untersuchung kann ebenso wie eine gynäkologische Untersuchung Hinweise auf einen Tumor geben. In der Regel wird auch eine Ultraschalluntersuchung des Bauchraums durchgeführt.
Labor
- Durch einen Stuhlbluttest kann Blut im Stuhl nachgewiesen werden.
- Blutuntersuchungen werden durchgeführt, um verschiedene Blutwerte zu ermitteln, die auf eine Blutarmut oder eine Beeinträchtigung der Leberfunktion hindeuten.
Darmspiegelung
Die wichtigste Untersuchung bei einem Verdacht auf Darmkrebs ist die Darmspiegelung (Koloskopie), die in spezialisierten Praxen vorgenommen wird. Dabei wird nach Vorbereitung zur völligen Entleerung des Darmes ein biegsamer, fingerdicker Schlauch durch den After eingeführt. Durch das Koloskop kann der gesamte Dickdarm von innen angesehen und vorhandene Darmpolypen gegebenenfalls entfernt werden. Auch Gewebeproben (Biopsien) von verdächtigen Veränderungen können für weitere Untersuchungen entnommen werden.
Weitere Untersuchungen
- Eine Spiegelung des Enddarms (Rektoskopie) kann bei Verdacht auf ein Rektumkarzinom durchgeführt werden.
- Bei Bedarf werden weitere bildgebende Verfahren wie die Computertomografie (CT) eingesetzt, um möglicherweise vorliegende Metastasen in anderen Organen zu erkennen.
- Wenn ein Rektumkarzinom vorliegt, wird eine Magnetresonanztomografie (MRT) des Beckens durchgeführt.
Behandlung
Es stehen verschiedene Operationsverfahren zur Verfügung. Aber auch Medikamente im Rahmen einer Chemotherapie oder Bestrahlung können zum Einsatz kommen. Häufig werden alle drei Verfahren kombiniert.
Für die Therapieauswahl ist es nötig zu wissen,
- um was für einen Krebs es sich genau handelt.
- wo er sich befindet.
- wie groß er bereits ist.
- ob Metastasen vorliegen und wenn ja, wo und wie viele.
Außerdem spielt der Gesundheitszustand der betroffenen Person eine wichtige Rolle. Je nach Stadium ist eine Heilung oder eine Linderung der Symptome das Ziel der Therapie.
Operation
Darmkrebs wird meistens operiert. Teilweise ist es möglich, diesen Eingriff laparoskopisch durchzuführen, also über Instrumente, die durch kleine Schnitte in den Bauchraum eingeführt werden (Schlüssellochchirurgie).
Liegt der Tumor im Dickdarm, genügt – je nach Größe – oft eine Entfernung des betroffenen Teilstücks. Die noch vorhandenen Darmabschnitte können dann zusammengenäht werden. Benachbarte Lymphknoten werden ebenfalls entfernt.
Bei einem Tumor im Enddarm ist es oft nötig, den gesamten letzten Darmabschnitt zu entfernen; dann benötigen die Betroffenen ggf. einen künstlichen Darmausgang (Stoma).
Strahlenbehandlung/Chemotherapie
Je nach Ort des Tumors und Stadium gibt es standardisierte Vorgehensweisen für die Auswahl der Medikamente sowie die Stärke und Dauer der Strahlenbehandlung. Im fortgeschrittenen Stadium werden auch spezielle Antikörper eingesetzt.
Metastasen
Darmkrebs streut vor allem in die Leber und die Lunge: Bei bis zu 35 % der Patient*innen wird zum Zeitpunkt der Diagnose eine Streuung (Metastasen) festgestellt, meistens in der Leber. Teilweise ist es möglich, die Metastasen operativ zu entfernen. In einigen Fällen ist eine Vorbehandlung mit Chemotherapie vorteilhaft.
Unterstützende Behandlung
Die supportive (unterstützende) Behandlung soll Nebenwirkungen der Krebstherapie lindern. Häufige Nebenwirkungen sind Durchfall, Übelkeit und Erbrechen, die mit Medikamenten behandelt werden können.
Palliativbehandlung
Bei Menschen mit fortgeschrittenem Darmkrebs konzentrieren Ärzt*innen sich darauf, die Beschwerden zu lindern und die weitere Entwicklung des Tumors mit Chemotherapie oder Bestrahlung zu bremsen. Dies wird als palliative Behandlung bezeichnet.
Nachsorge
Es gibt zahlreiche unterschiedliche Kontrolluntersuchungen nach dem Ende der eigentlichen Therapie. Meist wird eine 5-jährige Nachsorge nach einem bestimmten Plan empfohlen. Im Rahmen der Nachsorge erfolgen je nach Ort des Tumors Darmspiegelungen und weitere Untersuchungen.
Ziel der Nachsorge ist, einen Rückfall und evtl. Komplikationen möglichst frühzeitig zu erkennen, damit ggf. rasch eine geeignete Therapie erfolgen kann.
Vorsorgeuntersuchungen
Es gibt zwei Verfahren für die Früherkennung von Darmkrebs:
- Test auf Blut im Stuhl (FOBT) und
- Darmspiegelung (Koloskopie)
Die Richtlinien des Gemeinsamen Bundesausschusses zur Früherkennung von Krebserkrankungen sehen ein Koloskopie-Screening für Männer ab dem 50. Lebensjahr und für Frauen ab dem 55. Lebensjahr vor. Versicherte haben ab diesem Zeitpunkt Anspruch auf insgesamt zwei Koloskopien zur Früherkennung im Abstand von mindestens 10 Jahren. Wenn Sie eine Darmspiegelung zur Früherkennung durchführen lassen, benötigen Sie keinen Stuhltest.
Sind Sie 50 Jahre oder älter und wünschen Sie keine Darmspiegelung, so sollten Sie jährlich einen Stuhltest durchführen lassen. Ab 55 Jahren ist der Stuhltest alle 2 Jahre eine Kassenleistung, wenn keine Darmspiegelung durchgeführt wurde.
Menschen mit erhöhtem Risiko (Verwandte ersten Grades mit Darmkrebs) sollten schon etwa 10 Jahre vor dem Beginn der Erkrankung bei ihren Verwandten eine Darmspiegelung durchführen lassen. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt kann Sie dazu beraten.
Liegen erblich bedingte Krankheiten vor, die das Krebsrisiko erhöhen, sollten bereits im Kindes- oder Jugendalter Untersuchungen stattfinden. Bei Colitis ulcerosa wird eine Darmspiegelung ca. 8 Jahre nach Erkrankungsbeginn empfohlen. Die Intervalle der weiteren Kontrolluntersuchungen hängen von der Ausbreitung der Erkrankung und dem Darmkrebsrisiko ab.
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