Pfeiffer-Drüsenfieber (Mononukleose)

Pfeiffer-Drüsenfieber (Mononukleose)

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Was ist das Pfeiffer-Drüsenfieber?

Definition

Das Pfeiffer-Drüsenfieber ist eine ansteckende Entzündung der Rachenmandeln (Tonsillitis) und des Rachens (Pharyngitis). Die Krankheit wird vom Epstein-Barr-Virus (EBV) verursacht.

In der medizinischen Fachsprache wird die Krankheit Infektiöse Mononukleose genannt.

Symptome

Das Pfeiffer-Drüsenfieber beginnt meist langsam mit Appetitlosigkeit, Müdigkeit und Abgeschlagenheit. Dann kommt es zu Halsschmerzen, und die Sprache kann kloßig oder nasal sein. Wenn die Gaumenmandeln stark geschwollenen sind, kann das Schlucken und Atmen schwerfallen. Die meisten Patient*innen haben Fieber. Das Fieber klingt nach 10–14 Tagen wieder ab.

Bei 80–90 % der Patient*innen schwellen die Lymphknoten am Hals und auch im Nacken an. Die Lymphknoten schmerzen in der Regel nicht, aber sie sind druckempfindlich. Weitere Beschwerden sind Kopfschmerzen, Muskel- und Gelenkbeschwerden, Husten und Übelkeit. Im Verlauf der Erkrankung kann es zu einer Vergrößerung von Leber und Milz kommen. Selten kann eine Gelbfärbung der Haut und der Augen (Ikterus) auftreten.

Bei Kindern verläuft die Krankheit oft ohne oder mit wenig Beschwerden. Kinder bekommen häufiger einen Hautausschlag. Bei Erwachsenen hingegen ist nur jede 10. Person von einem Hautausschlag betroffen.

Ursachen

Das Pfeiffer-Drüsenfieber wird in der Regel durch das Epstein-Barr-Virus hervorgerufen. Das Virus kommt überall und zu jeder Jahreszeit vor. Das Virus wird durch Speichel übertragen, z. B. beim gemeinsamen Trinken aus einer Flasche oder beim Küssen. Deshalb wird die Erkrankung auch „Kusskrankheit“ genannt. Selten kann das Virus auch beim Sex übertragen werden. Auch infizierte Personen, die selbst keine Symptome haben, können andere Menschen anstecken. Zwischen der Ansteckung und den ersten Krankheitssymptomen vergehen 2–7 Wochen (Inkubationszeit).

Nach der Übertragung breitet sich das Virus im Körper aus und befällt insbesondere eine Untergruppe von weißen Blutkörperchen (B-Lymphozyten). Außerdem ist es in der Rachenschleimhaut und in der Ohrspeicheldrüse nachweisbar.

Die Viren verbleiben auch nach Ende der Erkrankung lebenslang im Körper. Wenn dann das Immunsystem geschwächt ist, kann das Virus wieder aktiv werden und erneut Beschwerden verursachen. Außerdem kann das Virus zu Krankheiten führen, bei denen sich Lymphzellen vermehren (lymphoproliferative Erkrankungen).

Häufigkeit

Die Infektion mit dem Epstein-Barr-Virus ist weltweit sehr häufig: Von 100 Erwachsenen haben 95 Personen Antikörper gegen das Virus. Das bedeutet, dass sich diese Personen früher schon mal infiziert haben. Wer sich mit dem Epstein-Barr-Virus angesteckt hat, erkrankt nicht immer auch an dem Pfeiffer-Drüsenfieber. Von 10 Personen, die sich mit dem Virus anstecken, entwickeln 3–5 das Pfeiffer-Drüsenfieber. Zu einer Erkrankung kommt es bei etwa 5–8 von 1.000 Personen pro Jahr. Häufig sind es Patient*innen im Alter zwischen 15 und 24 Jahren. 1–6 % der jungen Erwachsenen mit Halsentzündungen leiden an einem Pfeiffer-Drüsenfieber.

Untersuchungen

In der Arztpraxis werden Sie nach Ihren Beschwerden gefragt. Bei der Untersuchung wird die Körpertemperatur gemessen und Ärzt*innen tasten nach Ihren Lymphknoten und Ihren Organen, weil z. B. die Milz oder die Leber bei dieser Krankheit vergrößert sein können. Ärzt*innen untersuchen Ihren Rachen und stellen fest, ob die Rachenmandeln gerötet und belegt sind. Auch die Haut wird untersucht, um einen möglichen Hautausschlag zu entdecken.

Wenn die Anzeichen sehr deutlich sind und der Verlauf unkompliziert ist, sind keine weiteren Untersuchungen notwendig. Bei Unklarheit und zur Bestätigung der Diagnose kann ein Schnelltest auf das Epstein-Barr-Virus durchgeführt werden. In der ersten Woche ist ein solcher Schnelltest jedoch häufig noch negativ.

Blutuntersuchungen liefern Hinweise auf eine typische Vermehrung der Lymphzellen (Lymphozytose) sowie auf Entzündungen und die Leberfunktion. Durch eine Antikörperbestimmung kann man zwischen einer frischen oder einer zurückliegenden Infektion unterscheiden. Diese Untersuchung sollte aber erst durchgeführt werden, wenn Sie schon mehr als 7 Tage krank sind und typische Symptome haben.

Bei Menschen mit einem hohen Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf und bei Schwangeren können noch weitere Untersuchungen erforderlich sein, z. B. eine bestimmte Methode zum Nachweis des Virus oder zum Nachweis anderer Erreger, eine Ultraschall-Untersuchung des Bauchraumes oder ein CT des Bauches.

Behandlung

Die Ziele der Behandlung sind die Linderung der Symptome und das Vermeiden von Komplikationen durch die Krankheit. Es gibt jedoch keine Behandlung, die direkt gegen das Epstein-Barr-Virus wirkt.

Mit Lutschtabletten, z. B. mit einem Medikament, das den Rachen betäubt (Lokalanästhetika), oder Schmerz- und Fiebermitteln werden die Symptome gelindert.

Da das Pfeiffer-Drüsenfieber eine Viruserkrankung ist, werden keine Antibiotika verschrieben. Nur wenn sich zusätzlich eine Infektion mit Bakterien entwickelt, kann eine Antibiotikatherapie sinnvoll sein. Kortisonhaltige Medikamente (Glukokortikoide) sollten nur in ganz bestimmten Fällen eingesetzt werden, wenn die Rachenmandeln so angeschwollen sind, dass Sie Schwierigkeiten haben zu atmen (Atemwegsobstruktion).

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