Hepatitis B

Hepatitis B

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Was ist Hepatitis B?

Definition

Hepatitis B ist eine Entzündung der Leber, die vom Hepatitis-B-Virus (HBV) verursacht wird. Die Infektion verläuft bei rund einem Drittel der Betroffenen ohne Beschwerden und wird nur zufällig bei Blutuntersuchungen festgestellt.

Wenn eine Hepatitis-B-Erkrankung auch nach 6 Monaten nicht ausgeheilt ist, spricht man von einer chronischen Infektion.

Symptome

Akute Infektion

  • Eine akute Infektion beschreibt die ersten 6 Monate der Erkrankung.
  • Nur zwei Drittel aller infizierten Personen entwickeln Symptome.
  • Im Anfangsstadium (3–10 Tage) treten vor allem Antriebslosigkeit, Appetitlosigkeit, Übelkeit und Erbrechen, Bauchschmerzen, Durchfall, Fieber, Gelenkschmerzen und Ausschlag auf.
  • Etwa ein Drittel der Betroffenen entwickelt eine  Gelbsucht (Ikterus) mit Gelbfärbung von Haut und Augen, hellem Stuhl und dunklem Urin. Der Höhepunkt wird nach 1–2 Wochen erreicht, nach 2–4 Wochen blasst die Gelbfärbung ab.
  • Bei bis zu 1 % der Betroffenen tritt ein Leberversagen auf.
  • Bei zuvor gesunden Erwachsenen heilt die Infektion in über 90 % der Fälle aus.

Chronische Infektion

  • Eine chronische Infektion liegt vor, wenn das Virus 6 Monate nach der Erkrankung immer noch nachweisbar ist.
  • Häufig treten nur geringe (oder keine) Beschwerden wie Müdigkeit/Abgeschlagenheit, Bauchschmerzen, Appetitlosigkeit oder Gelenkschmerzen auf.
  • Die Leber kann ihre Funktion verlieren (Schrumpfleber/Leberzirrhose).
  • In manchen Fällen tritt ein bösartiger Lebertumor auf.
  • Zu einer chronischen Infektion kommt es bei: 
    • bis zu 10 % der gesunden Erwachsenen
    • 30–90 % der Kleinkinder unter 3 Jahren und abwehrgeschwächten Erwachsenen.

Ursachen

Die Entzündung der Leber wird durch eine körpereigene Abwehrreaktion gegen das Virus verursacht.

  • Körpereigene Immunzellen (T-Zellen) zerstören die infizierten Leberzellen.
  • Das Virus selbst schädigt die Leberzellen nicht.

Das Virus wird über Blut, Sperma und seltener auch andere Körperflüssigkeiten übertragen. Die Inkubationszeit, also die Dauer zwischen Infektion (Aufnahme des Virus) und Entwicklung der Beschwerden, variiert zwischen 45 und 180 Tagen, im Durchschnitt liegt sie bei 2–4 Monaten.

Tritt Hepatitis B im Zusammenhang mit der beruflichen Tätigkeit auf, kann die Erkrankung als Berufskrankheit anerkannt werden.

Ansteckung

  • Überwiegend durch Schleimhautkontakte (Geschlechtsverkehr, Geburt) und Blut
  • Das Virus kann außerhalb des Körpers in getrocknetem Blut länger als 1 Woche überleben.
  • In geringen Konzentrationen ist das Virus enthalten in:
    • Tränenflüssigkeit
    • Speichel
    • Sperma
    • Vaginalsekret
    • Erstmilch während der Schwangerschaft bzw. an den ersten Tagen nach Entbindung.
  • Das Risiko einer Ansteckung ist erhöht bei:
    • sexuellem Kontakt mit Menschen in Risikoländern bzw. mit Einreisenden aus diesen Regionen
    • sexuellem Kontakt mit Risikogruppen (z. B. Sexarbeiter*innen)
    • gemeinsamem Gebrauch von Spritzen bei Drogenabhängigen
    • Personal im Gesundheitswesen (Nadelstichverletzungen)
      • Bei einer Stichverletzung mit einer infizierten Kanüle liegt das Übertragungsrisiko bei bis zu 30 %.
    • Bluttransfusionen
      • Durch Testung von Blutprodukten ist das Risiko heute viel geringer als früher.
    • Hygienemängel in Pflegeeinrichtungen, insbesondere bei unsachgemäßer Anwendung von Blutzuckermessgeräten

Häufigkeit

  • Weltweit
    • Hepatitis B ist eine der häufigsten Infektionserkrankungen.
    • Weltweit gibt es etwa 2 Mrd. Menschen mit durchgemachter oder aktueller HBV-Infektion und etwa 257 Mio. Personen mit einer chronischer HBV-Infektion
    • Besonders die Westpazifik-Region und Afrika sind betroffen. Europa und Nordamerika haben weltweit die geringste Häufigkeit.
  • Deutschland
    • 0,3 % der Bevölkerung haben eine akute oder chronische Infektion.
    • 5,1 % der Bevölkerung haben eine ausgeheilte oder eine aktive Infektion.
    • Im Jahr 2019 wurden 8.903 neue Fälle von Hepatitis B in Deutschland gemeldet. Die meisten Betroffenen sind Männer zwischen 30 und 40 Jahre alt.
    • Bei drogenabhängigen Personen liegt die Häufigkeit zwischen 5 und 33 %.

Untersuchungen

  • Die Diagnose wird anhand der Krankengeschichte, den typischen Symptome und mithilfe von Blutuntersuchungen gestellt.
  • Bei der Erfassung der Krankengeschichte sind  insbesondere die Fragen nach der Berufstätigkeit, Auslandsreisen, sexuellem Kontakt mit möglicherweise infizierten Personen und  i. v. Drogenkonsum wichtig.
  • Bei der körperlichen Untersuchung wird festgestellt, ob eine Gelbfärbung der Haut oder der Aderhaut des Auges vorliegt, ein sog. Ikterus. Außerdem werden Leber und Milz abgetastet, um zu schauen, ob sie vergrößert sind
  • Es kann manchmal sinnvoll sein, die Leber mit Ultraschall zu untersuchen.
  • Auch eine transiente Elastografie, ein neues Verfahren, mit dem der Grad der Leberzirrhose erfasst werden kann, ist möglich.
  • Bei einigen Betroffenen kann eine Leberbiopsie angezeigt sein.
  • Evtl. Bluttests zum Ausschluss von weiteren Infektionen (Hepatitis C, D, E oder HIV)

Behandlung

Akute Hepatitis B

  • Heilt in der Regel von selbst.
  • Maßnahmen zur Linderung der Beschwerden
    • In manchen Fällen werden Betroffene zur Beobachtung ins Krankenhaus eingewiesen, wo ggf. eine Flüssigkeits- und Nahrungszufuhr erfolgen kann.
  • Bei schwerem Verlauf: Therapie mit antiviralen Medikamenten und frühzeitige Betreuung in einem Lebertransplantationszentrum

Chronische Hepatitis B (Erkrankung länger als 6 Monate)

  • Spezielle Medikamente, die sich gegen das Virus richten.
  • Bei Leberversagen ist die Lebertransplantation eine Therapieoption.

Hepatitis B in der Schwangerschaft

Grundsätzlich ist es Teil der Vorsorge, dass alle schwangeren Frauen auf Hepatitis B getestet werden, denn das Hepatitis-B-Virus kann während des Geburtsvorgangs von einer infizierten Schwangeren auf ihr Kind übertragen werden.

Neugeborene von erkrankten Müttern haben ein Infektionsrisiko von 70–90 %, wenn die Mutter erkrankt ist und keine Maßnahmen zum Schutz des Kindes getroffen wurden.

Bei Neugeborenen infizierter Mütter werden eine Impfung und die Gabe von Antikörpern (Immunglobuline) eingeleitet. Immunglobuline werden innerhalb von 12 Stunden nach der Geburt gespritzt. Neugeborene infizierter Mütter benötigen danach weitere Impfungen zum Erreichen einer Grundimmunisierung, z. B. nach 1, 2 und 12 Monaten oder nach 1 und 6 Monaten.

Schwangere und Neugeborene haben ein erhöhtes Risiko für einen schwereren Verlauf und sind daher besonders gefährdet.

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