Juckender Hautausschlag

Juckender Hautausschlag

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Was ist juckender Hautausschlag?

Definition

Juckreiz (Pruritus) wird als eine unangenehme Hautempfindung definiert, die das Verlangen nach Kratzen oder Reiben auslöst. Es wird zwischen akutem und chronischem (länger als 6 Wochen) Juckreiz unterschieden.

Viele Hauterkrankungen gehen mit Ausschlag und Juckreiz einher, aber auch systemische Erkrankungen (Krankheiten, die nicht auf eine Körperregion beschränkt sind, sondern ein gesamtes Organsystem betreffen) können zu Juckreiz führen.

Häufigkeit

Juckreiz kann in jedem Alter auftreten. Chronischer Juckreiz betrifft etwa 14 % der Bevölkerung. In rund 90 % der Fälle liegen Hauterkrankungen vor.

Was kann die Ursache sein?

Chronische Hautausschläge

Atopisches Ekzem (Neurodermitis)
  • Tritt bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 0–15 Jahren auf, die oft auch Asthma oder Heuschnupfen haben, und in deren Familie Allergien vorkommen.
  • Juckender Hautausschlag, der oft im Gesicht, am Hals und am Oberkörper, an den Ellenbeugen und in den Kniekehlen auftritt.
Kinderekzem (atopisches Ekzem)
Atopisches Ekzem
Kontaktekzem
  • Entzündung der obersten Hautschichten, die durch ein Allergen oder giftige Stoffe ausgelöst wird.
  • Typische Symptome sind Juckreiz, Rötung, Bläschen, gefolgt von Abschuppung.
  • Die häufigste Form des Kontaktekzems ist das Handekzem.
Allergische Kontaktdermatitis
Allergische Kontaktdermatitis
Nummuläres Ekzem
  • Die Erkrankung ist nach dem 50. Lebensjahr am häufigsten und tritt häufiger bei Männern auf.
  • Der Ausschlag ist münzförmig, er juckt und hat eine gleichmäßige rote Farbe.
  • Die Flecken treten häufig am Unterschenkel, seltener am Oberschenkel, am oberen Rücken oder an Armen und Händen auf.
Nummuläres Ekzem
Nummuläres Ekzem
Neurodermitis circumscripta (Lichen simplex chronicus)
  • Ein klar abgegrenzter Bereich mit leicht verdickter, geröteter Haut
  • Die Erkrankung wird durch ständiges Kratzen an derselben Stelle ausgelöst und juckt stark.
  • Häufig liegt eine Grunderkrankung vor, die zu Juckreiz und Kratzen führt.
Neurodermitis
Neurodermitis circumscripta

Psoriasis (Schuppenflechte)

  • Etwa 80 % der Patient*innen mit Psoriasis klagen über Juckreiz.
  • Nachts ist der Juckreiz häufig am intensivsten.
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Psoriasis, Plaques

Trockene Haut

  • Besonders im Winter kann die Haut trocken werden.
  • Auch Personen über 60 Jahre haben häufig eine trockene Haut.
 

Akuter Hautausschlag

Insektenstiche

  • Nach einem Insektenstich tritt auf der Haut eine juckende Stelle auf.
  • Die Reaktion auf Insektenstiche ist von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich.
  • Auch Flohbisse und Läuse können zu Juckreiz führen.
Mückenstiche
Mückenstiche
Skabies (Krätze)
  • Krätzemilben verursachen einen stark juckenden Hautausschlag.
  • Typisch ist ein ausgeprägter nächtlicher Juckreiz.
Krätze
Krätze
Nesselsucht (Urtikaria)
  • Juckender Hautausschlag mit Quaddeln
  • Es gibt eine Vielzahl verschiedener Formen und Auslösemechanismen.
  • In den meisten Fällen klingt der Ausschlag innerhalb von 2 Tagen bis 2 Wochen ab.
Nesselsucht (Urtikaria)
Nesselsucht (Urtikaria)
Polymorphe Lichtdermatose (Sonnenekzem)
  • Tritt besonders nach der ersten Sonnenexposition im Frühjahr auf.
  • Zwischen wenigen Stunden und zwei Tagen nachdem Betroffene der Sonneneinstrahlung ausgesetzt waren, treten kleine, juckende, rote Knötchen oder Bläschen auf.
Polymorphe Lichtdermatose (Sonnenekzem)
Sonnenekzem

Pilzinfektionen

  • Verschiedene Pilzinfektionen der Haut können Hautauschlag und Juckreiz verursachen.
  • Begünstigende Faktoren sind hohe Temperaturen, Feuchtigkeit, Übergewicht und enge Kleidung.
 

Weitere Ursachen

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Arzneimittelreaktion

Seltene, aber stark juckende Krankheiten

Bullöses Pemphigoid
  • Dies ist eine Autoimmunerkrankung der Haut, die durch Juckreiz und das Auftreten praller Blasen, die größer als 5 mm sind, geprägt ist.
  • Die Krankheit kann in verschiedenen Formen auftreten.
Bullöses Pemphigoid
Bullöses Pemphigoid
Lichen ruber (Knötchenflechte)
  • Häufig chronisch verlaufende, entzündliche Autoimmunerkrankung der Haut und der Schleimhäute
  • Die Erkrankung äußert sich durch eckige, flache Hautveränderungen, die stark jucken.
  • Die Schleimhaut ist auch oft betroffen, was am häufigsten auf der Innenseite der Wangen deutlich wird, wo weißliche Flecken und Streifen auftreten.
Lichen ruber
Lichen ruber
Dermatitis herpetiformis
  • Relativ seltene, sehr stark juckende Hauterkrankung, die Hautknötchen, Bläschen oder Quaddeln bildet.
  • Fast alle Patient*innen haben eine Glutenunverträglichkeit (Zöliakie), die nur wenige Beschwerden verursacht.
Dermatitis herpetiformis
Dermatitis herpetiformis

Mögliche Ursachen je nach Körperregion

Kopfhaut

Augen und Augenlider

Gehörgang

Nase

Arme

Hände

Körper

Rücken

Leistengegend

Beine

Füße

Wann sollten Sie ärztliche Hilfe suchen?

  • Bei Hautausschlag mit Fieber oder anderen Symptomen sollten Sie rasch ärztlichen Rat suchen.
  • Auch länger andauernder Juckreiz sollte abgeklärt werden.

Untersuchungen

  • Im ärztlichen Gespräch werden Beginn und Verlauf der Beschwerden erfragt. Auch mögliche Auslöser werden erfasst.
  • Die gesamte Haut wird begutachtet, um Aussehen und Lokalisation des Ausschlags zu beurteilen.
  • Beim Verdacht auf eine zugrunde liegende Erkrankung wird eine umfassendere körperliche Untersuchung durchgeführt.
  • Ggf. kann ein Abstrich oder eine Hautprobe für weitere Untersuchungen entnommen werden.
  • Beim Verdacht auf eine Allergie können Allergietests durchgeführt werden.

Behandlung

  • Ziel der Behandlung ist, den Juckreiz zu lindern.
  • Grunderkrankungen sollen behandelt werden.

Medikamente

  • Die lokale Anwendung von Capsaicin kann den Juckreiz lindern.
  • Auch Menthol, Kampfer, Lidocain und Polidocanol können hilfreich sein.
  • Ekzeme können kurzzeitig mit Kortisoncreme behandelt werden.
  • Bei Nesselsucht und anderen allergischen Reaktionen können Antihistaminika eingenommen werden.
  • Bei schwerem chronischem Juckreiz können verschiedene Medikamente (z. B. Antiepileptika, Antidepressiva) verschrieben werden.
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