Skabies (Krätze)

Skabies (Krätze)

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Was ist Skabies?

Definition

Skabies oder umgangssprachlich Krätze ist eine stark juckende Hauterkrankung, die durch Grabmilben (Krätzemilben) hervorgerufen wird. Die Milben graben sich durch die Haut hindurch und legen dort Eier ab. In der Regel wird die Skabies durch direkten Haut-zu-Haut-Kontakt übertragen.

Stiche von Räudemilben können bei direktem Kontakt mit befallenen Haustieren auftreten. Dies wird als Pseudoskabies bezeichnet.

Symptome

Das Hauptsymptom ist ein intensiver und hartnäckiger Juckreiz, der nachts in Bettwärme schlimmer ist als am Tag. Der Juckreiz ist dort am stärksten, wo sich die Krätzemilben befinden. Die meisten Betroffenen haben auf der Haut juckende, rote Punkte und manchmal kleine Bläschen. Wenn Sie die Haut aufkratzen, bilden sich dort Krusten.

Die Gänge der Krätzemilben kann man oft als grauweiße, gewundene Linien mit bis zu 10 mm Länge erkennen. Die Milbe selbst kann als ein schwarzer Punkt am Ende des Gangs erkennbar sein. Die Milbengänge sieht man vor allem an den Seiten der Finger, um Handgelenke herum, an den Ellbogen, in den Achselhöhlen, an den Knöcheln und Zehen, am Gesäß, manchmal auch um die Brustwarzen herum und an der Haut von Penis und Hoden. Bei Säuglingen können auch Kopf, Gesicht, Handflächen und Fußsohlen befallen sein.

Bei schwerkranken Personen mit geschwächtem Immunsystem kann ein massiver Milbenbefall in Form einer Borkenkrätze auftreten. Dabei bilden sich Verhornungen und Krusten auf geröteter Haut.

Ursachen

Erreger

Der Erreger der Erkrankung ist die Milbe Sarcoptes scabiei var hominis (Krätzemilbe), ein auf Menschen spezialisierter Parasit. Diese Milbe ist nur 0,3–0,5 mm lang und mit dem bloßen Auge kaum sichtbar. Die weibliche Milbe gräbt in der Haut Gänge, in denen sie ihre Eier ablegt. Sie hat eine Lebensdauer von bis zu 2 Monaten und legt täglich 2–3 Eier, aus denen nach 2–3 Tagen Larven schlüpfen. Diese entwickeln sich nach etwa 2–3 Wochen zu ge­schlechts­reifen Milben. Pro betroffene Person sind durchschnittlich 5–15 Weibchen vorhanden.

Übertragung

Die Krätzemilben können durch längeren Hautkontakt (mindestens 5–10 Minuten) auf andere Personen übertragen werden. Die Ansteckung erfolgt im Regel­fall über Mit­glieder einer Familie oder Wohn­ge­meinschaft, z. B. Paare, eng vertraute Geschwister, Eltern mit Kleinkindern sowie pflege­bedürf­tige Personen, deren Betreuer*innen und Pfleger*innen. Bei Erwachsenen wird Skabies oft auch beim Geschlechtsverkehr übertragen. Eine Übertragung über Textilien (z. B. Bettwäsche) ist selten.

Sowohl Hautausschlag als auch Juckreiz sind die Folge einer allergischen Reaktion gegen die Milbe und deren Abfallprodukte. Aus diesem Grund sind auch an Stellen Hautveränderungen zu beobachten, an denen keine Milben sind. Diese Reaktion entsteht erst ca. 2–6 Wochen nach der Ansteckung. Bei erneutem Befall können die Symptome schon nach wenigen Tagen auftreten.

Häufigkeit

  • Skabies (Krätze) ist in Deutschland nicht meldepflichtig, daher liegen keine genauen Zahlen zur Häufigkeit vor.
  • Die Erkrankung kann in jedem Alter auftreten. Kleinkinder unter 2 Jahren sind gehäuft betroffen.
  • Ältere, kranke Menschen sind anfälliger für einen Befall mit Krätzemilben. In Senioren- und Pflegeeinrichtungen kommt es häufiger zu Ausbrüchen.
  • In Ländern mit tropischem Klima sind bis zu 15 % der Bevölkerung betroffen.

Untersuchungen

  • Ein Verdacht auf Skabies (Krätze) besteht bei neu aufgetretenem Juckreiz und Milbengängen an typischen Stellen.
  • Die Diagnose kann mit dem Mikroskop oder Dermatoskop (Auflichtmikroskop) gesichert werden, indem Milben oder Eier nachgewiesen werden.

Behandlung

Lokale Therapie

  • Bei gewöhnlicher Skabies reicht meist eine lokale Behandlung aus.
  • Mittel der Wahl ist eine 5-prozentige Permethrin-Creme.
  • Die Permethrin-Creme wird einmalig am ganzen Körper mit Ausnahme des Kopfes aufgetragen. Bei Kindern unter 3 Jahren und bei immungeschwächten Personen wird auch der Kopf behandelt.
  • Etwa 60 Minuten vor dem Auftragen der Creme sollten Sie baden oder duschen und sich gründlich abtrocknen.
  • Lassen Sie sich beim Auftragen der Creme von einer anderen Person helfen, um alle Körperstellen zu erreichen. Dabei wird empfohlen, Handschuhe zu tragen.
  • Nach 8–12 Stunden sollte die Creme abgewaschen werden.
  • Ziehen Sie sich danach frische Kleidung an und beziehen Sie die Betten.
  • Anschließend wird eine gute Hautpflege mit Salben oder Cremes empfohlen, um eine Reizung der Haut zu vermeiden.
  • Eine Wiederholung der Behandlung nach 7 Tagen ist nur bei immungeschwächten Personen und ausgedehntem Milbenbefall erforderlich.
  • Alternativ können Sie auch Benzylbenzoat-Emulsion oder Crotamiton-Creme verwenden. Diese soll an 3 (bzw. 3–5) aufeinanderfolgenden Tagen aufgetragen und erst danach abgewaschen werden.
  • Bei starkem Juckreiz und anhaltendem Ausschlag können Sie zusätzlich eine Kortisonsalbe anwenden.

Medikamente

  • Bei Personen, die Permethrin nicht vertragen, bei fehlender Wirksamkeit oder bei Immunschwäche kann auch Ivermectin in Tablettenform verschrieben werden.
  • Eine Borkenkrätze wird im Krankenhaus mit einer Kombination aus Permethrin (lokal) und Ivermectin behandelt.

Weitere Maßnahmen

  • Außer der infizierten Person selbst müssen auch alle Familienmitglieder und enge Kontaktpersonen behandelt werden, auch wenn diese keine Symptome haben.
  • In Verbindung mit der Behandlung sollten Kleidung, Bettwäsche und Handtücher bei mindestens 50 °C gewaschen werden.
  • Nicht waschbare Gegenstände oder Kleidung wie z. B. Schuhe sollten einige Tage luftdicht verpackt oder für 2 Stunden bei –25 °C in den Gefrierschrank gelegt werden.
  • Betten sollen frisch bezogen werden.
  • Polstermöbel, Sofakissen oder textile Fuß­boden­beläge können mit einem starken Staub­sauger abgesaugt (Filter und Beutel danach ent­sorgen) oder für mindestens 48 Stunden lang nicht benutzt werden.
  • Bei Borkenkrätze wird ein täglicher Wechsel von Kleidung und Wäsche empfohlen.

Kindergarten/Schule

  • Mit einer Behandlung ist die Ansteckungsgefahr schnell beseitigt. Nachdem die Behandlung begonnen hat, können Kinder wieder zurück in den Kindergarten oder die Schule.
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