Sonnenekzem

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Was ist ein Sonnenekzem?

Definition

Ein Sonnenekzem wird auch als Sonnenallergie bezeichnet oder fachsprachlich als polymorphe Lichtdermatose. Es tritt vor allem bei hellen Hauttypen nach der ersten Sonnenexposition im Frühjahr auf. Das Sonnenlicht, vor allem UV-A-Strahlung, löst einen juckenden Hautausschlag aus.

Ein Sonnenekzem unterscheidet sich vom Sonnenbrand, da sich das Ekzem mit weitaus weniger Sonneneinstrahlung bildet, als für eine Verbrennung erforderlich ist. Sonnenbrand wird zudem hauptsächlich durch UV-B-Strahlung im Sonnenlicht verursacht.

Auch die phototoxische und die photoallergische Dermatitis werden durch Sonnenstrahlung ausgelöst. Bestimmte Medikamente oder Kosmetika bewirken dabei eine Überreaktion der mit Sonne beschienenen Haut (siehe auch Arzneimittel, Hautreaktion).

Symptome

Die Haut reagiert nach dem Aufenthalt in der Sonne, in der Regel im Frühjahr nach der dunklen Jahreszeit. Der Ausschlag entwickelt sich innerhalb weniger Stunden oder Tage nach der ersten Sonnenexposition. Die Hautreaktion unterscheidet sich stark zwischen verschiedenen Betroffenen, ist aber bei der einzelnen Person jedes Jahr gleich. Häufig treten rote Flecken, kleine Knötchen oder Bläschen auf der Haut auf. Normalerweise verursacht der Ausschlag auch einen unangenehmen Juckreiz. Bei den meisten Menschen klingen die Beschwerden in den folgenden 7 Tagen allmählich ab, wenn ein erneutes Sonnenbad vermieden wird.

Sonnenekzem (polymorphe Lichtdermatose)
Sonnenekzem

Der Ausschlag begrenzt sich auf sonnenbestrahlte Hautgebiete. Häufig ist ein V-förmiger Ausschlag auf der Brust und über dem Hemdkragen im Nacken. Doch der Ausschlag ist auch auf Armen, Händen und Beinen zu finden. Das Gesicht bleibt in der Regel verschont, da die Gesichtshaut aufgrund der ganzjährigen Exposition an die Sonnenstrahlung gewöhnt ist.

Ursachen

Sonne gibt neben Wärme und Licht auch ultraviolette (UV) Strahlen ab, die für das menschliche Auge nicht sichtbar sind. Für die Entstehung eines Sonnenekzems sind hauptsächlich die langwelligen UV-A-Strahlen verantwortlich. Diese erreichen ungehindert den Erdboden und können auch Fensterglas durchdringen. Der Ausschlag tritt typischerweise im Frühjahr nach der ersten stärkeren UV-Exposition ungebräunter Haut auf.

Häufigkeit

Sonnenekzeme sind weit verbreitet und treten im Frühjahr häufig auf. In Westeuropa sind etwa 10–20 % der Bevölkerung betroffen. Frauen erkranken deutlich häufiger als Männer. 

Untersuchungen

  • Meist ist der Hautausschlag typisch, sodass keine weiteren Untersuchungen notwendig sind.
  • Bei unklarem Befund kann ein begrenzter Hautbereich mit UV-Licht bestrahlt werden, um die Hautveränderungen hervorzurufen.

Behandlung

  • Nach Ausbruch des Sonnenekzems ist es wichtig, die Sonne zu meiden.
  • Bei starkem Juckreiz empfehlen sich rezeptfreie allergiedämpfende und juckreizstillende Medikamente (Antihistaminika), z. B. Dimetinden-Gel.
  • Der Ausschlag kann auch mit Kortisonsalben behandelt werden; oft ist 0,25 % Hydrocortison-Creme ausreichend. Tragen Sie die Creme 1–2-mal täglich auf, bis der Hautausschlag verschwunden ist.

Autorin

  • Martina Bujard, Wissenschaftsjournalistin, Wiesbaden

Quellen

Literatur

Dieser Artikel basiert auf dem Fachartikel Lichtdermatosen. Nachfolgend finden Sie die Literaturliste aus diesem Dokument.

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