Arzneimittel, Hautreaktionen (Arzneimittelexanthem)
Arzneimittel, Hautreaktionen (Arzneimittelexanthem)
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Was sind Arzneimittelexantheme?
Definition
Arzneimittelinduzierte Hautreaktionen sind Nebenwirkungen eines Medikaments in Form von Hautausschlägen (Exanthemen). Die Hautreaktionen können allergisch oder nicht-allergisch bedingt sein. Die meisten Hautreaktionen sind leicht, aber es gibt auch schwere Verläufe. Es ist nicht möglich, anhand des Aussehens eines Ausschlags zu erkennen, durch welches Medikament er ausgelöst wurde.
Symptome
Es kommen viele unterschiedliche Varianten von Hautreaktionen auf Medikamente vor. Der Ausschlag kann in Form von runden, roten Flecken, kleinen Punkten, roten oder hautfarbenen Schwellungen, Quaddeln, punktförmigen Hautblutungen oder Blasen erscheinen.
Am häufigsten ist ein rotfleckiger Ausschlag (Arzneimittelexanthem), der sich meist vom Rumpf her ausbreitet. Es können aber auch Nesselsucht, Angioödem und anaphylaktische Reaktionen auftreten. Auch ein fixes Arzneimittelexanthem ist möglich, bei dem die Hautveränderung immer an derselben Stelle auftritt. Meistens juckt der Hautausschlag. Bei einigen Patient*innen löst die Kombination von medikamentöser Behandlung und Sonneneinstrahlung starke Hautreaktionen aus, die einem Sonnenbrand ähneln. Selten treten nach Medikamenteneinnahme schwerwiegendere Hautreaktionen auf, die eine sofortige Behandlung erfordern.
Eine durch Arzneimittel verursachte Hautreaktion kann innerhalb weniger Stunden oder Tage bis Wochen nach Beginn der Behandlung auftreten.
Ursachen
Fast jedes Medikament kann Hautreaktionen auslösen.
Antibiotika und Medikamente gegen Epilepsie (sog. Antikonvulsiva) führen besonders häufig zu Hautausschlägen. Aber auch Schmerzmittel, wie Acetylsalicylsäure und NSAR, Medikamente zur Behandlung von Gicht, blutdrucksenkende und entwässernde Mittel können Hautreaktionen auslösen.
Bestimmte Infektionen, chronische und allergische Erkrankungen erhöhen das Risiko für Arzneimittelexantheme.
Häufigkeit
- Hautreaktionen sind die häufigste Form von Arzneimittelnebenwirkungen. Betroffen sind ca. 1–10 % der behandelten Patient*innen.
- Hautreaktionen auf Arzneimittel treten bei Frauen häufiger auf als bei Männern. Das Risiko dafür ist umso höher, je älter die Patient*innen sind und je mehr Medikamente sie einnehmen.
Untersuchungen
- In der Arztpraxis werden die Symptome und in letzter Zeit angewendete Medikamente erfragt.
- Die Haut wird sorgfältig untersucht.
- Ggf. werden auch Puls und Blutdruck gemessen sowie die Lunge abgehört.
Allergietests
- Eine Allergie gegen ein bestimmtes Medikament kann über Hauttests ermittelt werden.
- Beim sog. Pricktest wird jeweils ein Tropfen einer Testlösung mit einer Pipette auf den Unterarm (oder den Rücken) gebracht und die Haut durch den Tropfen oberflächlich angestochen. Nach 20 min kann das Ergebnis abgelesen werden. Eine allergische Reaktion auf einen Stoff zeigt sich als Quaddel an der entsprechenden Stelle.
- Spätreaktionen können über einen sog. Epikutantest („Pflastertest“) erfasst werden. Das Ergebnis wird nach 48 und 72 Stunden abgelesen.
- Wenn die Hauttests keine Ergebnisse liefern oder nicht durchgeführt werden können, kann eine Blutprobe auf spezifische IgE-Antikörper untersucht werden (z. B. bei Verdacht auf Penicillin-Allergie).
Behandlung
- Das auslösende Medikament sollte abgesetzt werden. Ggf. kann zu einem anderen Wirkstoff gewechselt werden.
- Medikamente, die Sofortreaktionen auslösen, dürfen im Allgemeinen nicht mehr verabreicht werden.
- Die Symptome einer allergischen Hautreaktion können mit Medikamenten behandelt werden. Bei Juckreiz und Hautausschlag werden meist Antihistaminika und/oder Kortisonsalben verwendet.
- Bei schwereren Reaktionen werden häufig für kurze Zeit Kortisontabletten verschrieben.
- Bei leichten Hautreaktionen ist es in manchen Fällen möglich, den Ausschlag zu behandeln und gleichzeitig die Medikamenteneinnahme fortzusetzen, wenn dies zur Behandlung einer anderen Erkrankung dringend notwendig ist.
- Bei sehr akuten und schweren Hautreaktionen kann eine Behandlung im Krankenhaus erforderlich sein.
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