Allergische Rhinitis (Heuschnupfen)

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Was ist eine allergische Rhinitis?

Definition

Eine allergische Rhinitis ist eine allergisch bedingte entzündliche Reaktion der Nasenschleimhaut auf bestimmte Stoffe, sog. Allergene. Bei Kontakt mit z. B. Pollen, Hausstaubmilben oder bestimmten Tieren schwillt die Nasenschleimhaut an, und es kommt zu Nasenlaufen, Niesen und Juckreiz.

Die Erkrankung wird nach Schweregrad und Dauer der Symptome eingeteilt. Die Symptome können sporadisch auftreten oder über mehrere Wochen bestehen. Starke Symptome können die Lebensqualität beeinträchtigen.

Symptome

Typische Beschwerden sind Naselaufen mit klarem Sekret, Juckreiz in der Nase und Niesen. Begleitend tritt häufig eine allergische Bindehautentzündung mit roten und tränenden Augen auf. Eine andauernde Entzündung der Nasenschleimhaut (z. B. bei Allergie gegen Hausstaubmilben) kann auch zu einer verstopften Nase führen.

Weitere Symptome, die auftreten können, sind z. B. Müdigkeit, Schlafstörungen und Abgeschlagenheit. Außerdem können Anzeichen anderer allergischer Erkrankungen bestehen, wie eine trockene, juckende Haut.

Ursachen

Als Allergie bezeichnet man eine Überempfindlichkeit (Hypersensitivität) des körpereigenen Immunsystems gegenüber bestimmten Stoffen, mit denen der Körper beispielsweise über die Luft oder die Nahrung in Kontakt kommt. Diese Substanzen, die bei gesunden Personen keine gesundheitlichen Probleme verursachen, bezeichnet man als Allergene. Das Immunsystem der Betroffenen bildet oft erst nach mehrmaligem, jedoch mindestens nach einmaligem Kontakt Antikörper gegenüber diesem Allergen. Wenn die Person erneut in Kontakt mit dem entsprechenden Allergen kommt, führt dies zu einer Immunantwort und der Ausschüttung verschiedener Botenstoffe, wie z. B. Histamin. Mögliche Wirkungen dieser Botenstoffe sind eine Erweiterung der Blutgefäße, eine erhöhte Durchlässigkeit der Gefäßwand mit Austritt von Flüssigkeit in das Gewebe, eine Verengung der Atemwege oder eine Gewebsentzündung. In den meisten Fällen tritt eine allergische Reaktion lokal, d. h. an der Stelle des Kontaktes mit der auslösenden Substanz auf. Bei der allergischen Rhinitis ist vor allem die Nasenschleimhaut betroffen.

Klassischerweise treten bei Pollenallergien Symptome während der Pollenflugzeit der jeweiligen Pflanze auf. Birkenpollen fliegen beispielsweise im Frühjahr, Gräserpollen eher im Sommer. Der Klimawandel begünstigt die allergische Rhinitis durch verlängerte Pollenflugzeiten wegen längerer und heißerer Sommer. Bei der ganzjährigen allergischen Rhinitis sind Milben- und Tierallergien die häufigsten Auslöser. Berufsbedingte Auslöser sind z. B. Holzstaub bei Waldarbeiter*innen und Mehlstaub bei Bäcker*innen.

Risikofaktoren

  • Die Neigung zu einer allergischen Rhinitis ist teilweise erblich bedingt: Die Wahrscheinlichkeit zu erkranken, ist erhöht, wenn mindestens ein Elternteil oder Geschwisterkind an einer allergischen Erkrankung leidet.
  • Katzen im Haushalt erhöhen das Risiko bei entsprechender Veranlagung für Allergien.
  • Außerdem spielen Umgebungsfaktoren wie Zigarettenrauch, Schimmel oder Feuchtigkeit in der Wohnung und Luftverschmutzung eine Rolle.
  • Kinder, die durch Kaiserschnitt entbunden wurden, haben ein erhöhtes Allergierisiko.
  • Auch der Einsatz von Antibiotika in den ersten zwei Lebensjahren erhöht das Risiko.

Häufigkeit

  • Bis zu 25 % der Erwachsenen in Deutschland und Europa sind von allergischer Rhinitis betroffen.
  • Die Häufigkeit und Schwere der Erkrankung nehmen zu.

Untersuchungen

  • Typische Symptome wie Niesen, Juckreiz und verstopfte Nase nach Kontakt mit bestimmten Stoffen lenken den Verdacht auf eine allergische Rhinitis.
  • Informationen zu Vorerkrankungen und zum Auftreten von Allergien in der Familie sind bei der Diagnosestellung hilfreich.
  • Wenn die Beschwerden auf einen Therapieversuch mit Antihistaminika oder Kortisonspray ansprechen, ist kein Allergietest erforderlich.
  • Andernfalls können Allergietests den Verdacht auf eine allergische Rhinitis bestätigen.
  • Meistens wird der sog. Prick-Test eingesetzt. Dabei werden verschiedene Allergenlösungen auf die Haut aufgetragen und die Haut jeweils leicht eingestochen.
  • Alternativ können allergenspezifische IgE-Antikörper im Blut bestimmt werden.

Behandlung

Medikamentöse Therapie

  • Um die Beschwerden einer allergischen Rhinitis zu lindern, können je nach Schweregrad verschiedene Medikamente eingesetzt werden.
  • Leichte Symptome werden mit Antihistaminika als Nasenspray oder als Tabletten behandelt. Die Wirkung setzt innerhalb kurzer Zeit ein.
  • Alternativ kann Kortison als Nasenspray verwendet werden. Die maximale Wirkung wird erst nach einigen Wochen erreicht. Auch eine Kombination mit Antihistaminika ist möglich.
  • Bei unzureichender Wirksamkeit kann der Leukotrien-Rezeptor-Antagonist Montelukast verschrieben werden. Dieser ist in Deutschland ab dem 15. Lebensjahr zur Behandlung bei gleichzeitigem Asthma zugelassen.
  • Sog. Mastzellstabilisatoren (Cromone) haben eine geringere Wirksamkeit als Antihistaminika und Kortison, sind aber auch für Kleinkinder und Schwangere gut verträglich. Sie sollten mehrmals täglich angewendet werden, am besten bereits vorbeugend 2 Wochen vor der Allergiesaison.
  • Wenn die Nase stark verstopft ist, können kurzzeitig (3–5 Tage) abschwellende Nasensprays eingesetzt werden. 
  • In Ausnahmefällen können Kortisontabletten für maximal 7 Tage eingesetzt werden.

Hyposensibilisierung (spezifische Immuntherapie)

  • Die einzige Therapie, die sich direkt gegen die Ursache der Allergie richtet, ist die Hyposensibilisierung, auch spezifische Immuntherapie genannt.
  • Betroffene erhalten über einen längeren Zeitraum Spritzen oder Tabletten mit geringen Mengen des allergieauslösenden Stoffs bzw. Allergens, damit sich das Immunsystem zunehmend daran gewöhnt.
  • Ziel der Behandlung ist die Minderung der allergischen Reaktion auf das Allergen.
  • Eine solche Therapie kann bei Patient*innen ab 5 Jahren mit nachgewiesener allergischer Rhinitis in Erwägung gezogen werden, wenn andere Maßnahmen nicht ausreichend sind.
  • Sie zeigt vor allem bei Pollen- und Hausstaubmilbenallergie gute Ergebnisse.

Weitere Therapien

  • Akupunktur eines Nervenzellknotens an der Schädelbasis (Flügelgaumen-Ganglion) kann zu einer Besserung der Beschwerden führen. Sie eignet sich für Patient*innen, die nicht auf Medikamente ansprechen oder unter Nebenwirkungen leiden.
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