Allergische Bindehautentzündung (Konjunktivitis)
Allergische Bindehautentzündung (Konjunktivitis)
Dieser Artikel wird Ihnen bereitgestellt von Deximed. Mehr erfahren
Was ist eine allergische Bindehautentzündung?
Definition
Eine allergische Bindehautentzündung oder Konjunktivitis ist eine Entzündung der äußersten Schleimhaut am Auge aufgrund einer allergischen Reaktion. Eine allergische Bindehautentzündung kann akut oder chronisch auftreten. Während die akuten Formen in der Hausarztpraxis behandelt werden können, kann bei den chronischen Formen auch die Hornhaut beteiligt sein, weshalb sie wegen dieser potenziellen Bedrohung des Sehvermögens augenärztlich (mit)betreut werden sollten. Es gibt zwei akute Formen, die saisonale allergische Konjunktivitis, die oft mit allergischer Rhinitis (Heuschnupfen) einhergeht, und die perenniale allergische Konjunktivitis, die das ganze Jahr auftreten kann. Unter den drei chronischen Formen tritt die Konjunktivitis vernalis (Frühjahrs-Konjunktivitis) beidseitig, wiederkehrend und schubweise bevorzugt im Frühjahr auf, die atopische Keratokonjunktivitis gemeinsam mit Erkrankungen wie atopischer Dermatitis und die Riesenpapillenkonjunktivitis aufgrund einer spezifischen Immunantwort auf Kontaktlinsen.
Symptome
Die klassischen Symptome einer allergischen Konjunktivitis sind gerötete und geschwollene Augen mit starkem Juckreiz und vermehrter Tränensekretion. Gelegentlich kann ein Fremdkörpergefühl auftreten. Häufig treten auch nasale Symptome gemeinsam mit Heuschnupfen auf. Viele Patient*innen leiden ebenfalls unter verwandten Erkrankungen wie Asthma oder Neurodermitis.
Ursachen
Eine allergische Bindehautentzündung ist nicht ansteckend. Zu den häufigsten Auslösern zählen Pollen, Tierschuppen, Schimmel und Schadstoffe wie Tabakrauch oder Autoabgase. Der Klimawandel begünstigt das Auftreten einer allergischen Rhinokonjunktivitis durch verlängerte Pollenflugzeiten wegen längerer und heißerer Sommer. Ein erhöhter Body-Mass-Index (BMI), Kaiserschnitt oder Einsatz von Antibiotika in den ersten zwei Lebensjahren scheint das Auftreten einer allergischen Rhinokonjunktivitis ebenfalls zu begünstigen. Allergien treten häufig familiär gehäuft auf, was auf eine erbliche Veranlagung zurückzuführen ist. Oftmals lässt sich jedoch keine eindeutige Ursache für eine allergische Bindehautentzündung finden. Wie für andere allergische Erkrankungen gibt es auch für die allergische Konjunktivitis zwei Hypothesen für deren Zunahme in der Bevölkerung:
- fehlende oder mangelhafte Stimulation des Immunsystems in der frühen Kindheit („Hygiene”- oder „Urwald”-Hypothese)
- Einfluss menschengemachter Schadstoffe, insbesondere Feinstaub („Schadstoff-Hypothese”)
Häufigkeit
Insgesamt handelt es sich um eine häufige Erkrankung, laut Schätzungen sind etwa 6–30 % der Menschen weltweit, inklusive Kinder, von einer allergischen Konjunktivitis in unterschiedlicher Ausprägung betroffen. In gemäßigten Klimazonen wie Deutschland tritt zu 90 % die saisonale Form auf, in tropischen Klimazonen ist dagegen die ganzjährige Form häufiger. 25–40 % der Patient*innen mit Neurodermitis leiden unter einer chronischen Form der allergischen Bindehautentzündung.
Untersuchungen
- Die Patient*innen berichten meist über die typischen Beschwerden. Wenn die beschriebenen Symptome in bestimmten Situationen oder zu bestimmten Jahreszeiten auftreten, liegt die Diagnose nahe. Allergiehäufungen in der Familie können weitere Hinweise liefern.
- Ein Ansprechen auf oberflächliche Antihistaminika weist auf einen allergischen Ursprung hin.
- Zusätzlich werden Gesicht und Augen untersucht, besonders Lider und Bindehaut.
- In bestimmten Fällen können die allergieauslösenden Stoffe (Allergene) mittels Allergietestung identifiziert werden.
- Wichtig ist die Unterscheidung zu einer infektiöse Bindehautentzündung, die durch Viren oder Bakterien verursacht wird und ähnliche Symptome verursachen kann.
- Bei Komplikationen wie Schmerzen, Sehschwierigkeiten oder Lichtempfindlichkeit erfolgt eine Überweisung an Augenärzt*innen.
Behandlung
Medikamente
- Besteht die allergische Konjunktivitis weiterhin, eventuell mit weiteren allergischen Symptomen, kann eine antiallergische Therapie durchgeführt werden.
- Eine häufig eingesetzte Wirkstoffgruppe sind Antihistaminika, die meist auch während der Schwangerschaft sicher sind.
- Zur medikamentösen Behandlung kommen meist Augentropfen mit Substanzen zum Einsatz, die die allergische Reaktion mildern.
- Eine Medikamenteneinnahme in Form von Tabletten bietet sich besonders während der Pollensaison an. Hiermit lassen sich auch andere allergische Symptome wie Heuschnupfen mitbehandeln. Diese sollten mit künstlicher Tränenflüssigkeit kombiniert werden, da oft trockene Augen auftreten.
- Bei weiterhin bestehenden Symptomen wird eine intensivere augenärztliche Therapie durch Kortison verschrieben.
- Solange der Kontakt zum Allergen besteht, sollte auch die medikamentöse Therapie beibehalten werden.
- Bei 48–72 Stunden Symptomfreiheit oder Vermeidbarkeit des Allergens (z. B. Urlaub an der Küste, Ende der Pollensaison) kann eine Dosisreduktion oder ein Auslassversuch erwogen werden.
Hyposensibilisierung
- Darüber hinaus kann unter Umständen eine allergenspezifische Immuntherapie (ASIT) eingesetzt werden, die auch als Hyposensibilisierung bekannt ist und die einzige ursächliche Behandlung einer Allergie ist.
- Dabei erhalten die Patient*innen geringe Mengen des Allergens als Spritzen unter die Haut (subkutane Immuntherapie, SCIT) oder Tabletten/Tropfen unter die Zunge (sublinguale Immuntherapie, SLIT), damit sich das Immunsystem zunehmend daran gewöhnt und so die allergischen Beschwerden gemindert werden.
Dieser Artikel wird Ihnen bereitgestellt von Deximed.
Lesen Sie hier den vollständigen Originalartikel.
Die Inhalte auf team-praxis.de stellen keine Empfehlung bzw. Bewerbung der beschriebenen Methoden, Behandlungen oder Arzneimittel dar. Sie ersetzen nicht die fachliche Beratung durch eine*n Ärzt*in oder Apotheker*in und dürfen nicht als Grundlage für eine eigenständige Diagnose und Behandlung verwendet werden. Konsultieren Sie bei gesundheitlichen Fragen oder Beschwerden immer Ihre Ärztin oder Ihren Arzt!
Lesen Sie dazu mehr in unseren Haftungshinweisen.
In unserer Gesundheitsdatenbank suchen
Inhaltsverzeichnis anzeigenWissenswertes aus den hausärztlichen Praxen

Wissen, wann genug ist
Über Suchterkrankungen sprechen die meisten Menschen nicht gern.
Zum Beitrag

Juckende Augen und triefende Nasen: Hilfe bei Heuschnupfen
Leichte Symptome lassen sich oft durch einfache Maßnahmen lindern.
Zum Beitrag

Sind das die Wechseljahre?
Warum die Wechseljahre auch in der hausärztlichen Praxis Thema sind
Zum Beitrag