Lidrandentzündung (Blepharitis)
Lidrandentzündung (Blepharitis)
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Was ist eine Lidrandentzündung?
Definition
Die Lidrandentzündung (Blepharitis) ist eine Entzündung des Augenlidrands, die meist durch Bakterien hervorgerufen wird. Sie kann plötzlich entstehen oder chronisch verlaufen und tritt oft in Kombination mit einer weiteren Grunderkrankung der Haut oder Augen auf.
Symptome
Eine Lidrandentzündung macht sich deutlich bemerkbar. Das Auge juckt, brennt und schmerzt. Die Lider können verkleben oder ein Fremdkörpergefühl auftreten. Viele Patient*innen sind vermehrt lichtempfindlich, müssen häufiger blinzeln, sehen verschwommen oder das Auge tränt. Auch optisch wird eine Lidrandentzündung sichtbar. Das betroffene Augenlid ist gerötet und verdickt.
Ursachen
In den meisten Fällen wird eine plötzlich aufgetretene (akute) Lidrandentzündung durch bestimmte Bakterien, die sog. Staphylokokken, ausgelöst. Seltener handelt es sich um andere Bakterien, Viren, Milben- oder Filzläuse.
Eine dauerhafte oder ständig wiederkehrende (chronische) Lidrandentzündung steht in der Regel mit anderen Erkrankungen in Zusammenhang. Dazu gehören trockene Augen, eine Infektion einer Follikeldrüse im Augenlid (Hordeolum, Gerstenkorn), Entzündung einer Talgdrüse am Lidrand (Chalazion, Hagelkorn) oder einer Kontaktlinsenunverträglichkeit sowie Hauterkrankungen wie die Rosazea, Akne, seborrhoische Dermatitis, Neurodermitis oder Psoriasis.
Häufigkeit
Die Lidrandentzündung gehört zu den häufigsten Augenerkrankungen. Besonders betroffen sind Menschen mit trockenen Augen oder der Hauterkrankung Rosazea. So leiden 3/4 der Menschen mit trockenen Augen und 30–50 % der Patient*innen mit einer Rosazea auch an einer chronischen Lidrandentzündung.
Untersuchungen
Zu Beginn der Untersuchung wird Ihre Ärztin/Ihr Arzt Ihre aktuellen Beschwerden erfragen. Eine wichtige Information ist außerdem, ob Sie an einer Hauterkrankung leiden und ob Sie sich erinnern können, vor Symptombeginn etwas ins Auge bekommen zu haben. Anschließend wird die Oberfläche Ihres Auges untersucht. Dabei wird auf Rötungen und Schwellungen, Veränderungen am Lidrand oder der Wimpern geachtet.
Manchmal kann es notwendig sein, die Augen zusätzlich augenärztlich untersuchen zu lassen. Dies kann z. B. der Fall sein, wenn eine Lidrandentzündung trotz Behandlung keine Verbesserung zeigt oder immer wiederkehrt. Der Verdacht auf eine Hornhautentzündung (Keratitis) besteht, Veränderungen am Augenlid oder Wimpernkranz vorliegen, die eine permanente Reizung des Auges bewirken (z. B. Entropium = Wendung der Lidkante nach innen, Ektropium = Wendung der Lidkante nach außen, Trichiasis = Wimpernscheuern) oder die Lider sich nicht richtig schließen. Auch wenn Sie bereits an den Augen operiert wurden oder einen Fremdkörper im Auge hatten, werden Sie an eine augenärztliche Praxis überwiesen. Bei Kontaktlinsenträger*innen mit akut rotem Auge und/oder Auffälligkeiten an der Hornhaut kann eine notfallmäßige Einweisung in eine Augenklinik erforderlich sein.
Behandlung
Die Basis der Behandlung einer Lidrandentzündung bildet die sorgfältige Augenhygiene von Augenbrauen und Lidrändern. Dabei werden auch eventuell vorhandene Schuppen mit einem Babyshampoo und Wattestäbchen entfernt. Um die Lidränder weich zu halten, wird abschließend eine Augensalbe aufgetragen, die leicht einmassiert werden kann. Ergänzend kann 2- bis 4-mal täglich für 5–10 Minuten eine feucht-warme Kompresse auf das Auge aufgelegt werden.
Darüber hinaus stehen verschiedene Medikamente zur Verfügung, die je nach Ursache und Ausmaß der Entzündung eingesetzt werden. Dazu gehören Tränenersatzmittel, antibiotische oder kortisonhaltige Salben, aber auch Antibiotika in Tablettenform. Bei einigen Patient*innen kann eine Operation am Augenlid notwendig sein.
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