Erythrasma
Erythrasma
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Was ist ein Erythrasma?
Definition
Ein Erythrasma ist eine oberflächliche Infektion der Haut. Sie äußert sich durch eine Entzündung in Hautfalten und den Zehenzwischenräumen. Meist verläuft die Erkrankung mild. Der Auslöser ist das Bakterium Corynebacterium minutissimum. Es gehört zur normalen (physiologischen) Hautflora.
Symptome
Die Erkrankung verursacht eine Hautentzündung (Dermatitis). Betroffen sind meist Hautfalten (Intertrigines), etwa in der Leiste, unter den Achseln, unter der Brust, in der Gesäßspalte oder am Bauchnabel. Typisch ist auch ein Befall in den Zehenzwischenräumen (interdigital). Die betroffenen Hautbereiche sind aufgeweicht (Mazeration). Sie entwickeln rötliche bis rotbraune Flecken. Diese sind scharf begrenzt. Die Haut kann auch zu schuppen beginnen. Viele betroffene Personen leiden unter vermehrter Schweißproduktion in dem erkrankten Hautbereich (lokale Hyperhidrose). Darüber hinaus führt die Infektion nur zu wenigen Beschwerden. Manchmal leiden betroffene Personen unter Juckreiz.
Ursachen
Auf der Haut des Menschen leben viele verschiedene Bakterien. Das Corynebacterium minutissimum ist eines von ihnen. Die Bakterien schaden dem Menschen normalerweise nicht. Wenn die Haut jedoch für einige Zeit feucht wird, etwa durch vermehrtes Schwitzen oder in einem feuchtwarmen Klima, dann können sich die Bakterien in der oberen Hautschicht vermehren. Einige Menschen leiden unter verstärkter Schweißbildung in einer bestimmten Körperregion (lokale Hyperhidrose). Das kann eine Erkrankung begünstigen. Auch andere Störfaktoren erhöhen die Wahrscheinlichkeit für eine Infektion. So ist das Risiko bei Menschen mit Diabetes oder Übergewicht erhöht, ebenso bei einer Immunschwäche.
Häufigkeit
Etwa 5 % der Bevölkerung in Mitteleuropa sind betroffen. In den Tropen kommt die Erkrankung häufiger vor. Meist sind Erwachsene betroffen. Kinder erkranken selten. Relativ oft betrifft das Erythrasma Personen mit Diabetes mellitus: Bei ihnen sind mehr als 40 % aller Infektionen in den Zehenzwischenräumen ein Erythrasma.
Untersuchungen
Arztgespräch und erste Untersuchung
Die Diagnose wird in erster Linie anhand der Symptome gestellt. Neben Ihren Beschwerden sollten Sie mitteilen, ob Sie in letzter Zeit in ein feuchtwarmes Gebiet gereist sind. Oft findet sich eine Schuppung und Aufweichung zwischen der 4. und 5. Zehe. Besonders in Hautfalten ist der Ausschlag zunächst schwach rot. Er wird mit der Zeit oft bräunlicher. Der Ausschlag kann leicht erhaben sein. Er kann auch in der Mitte heller sein als am Rand (zentrale Hypopigmentierung).
Fluoreszenz-Untersuchung in der Praxis für Dermatologie
Zur genaueren Untersuchung verwendet man eine sog. Wood-Lampe. Die Lampe strahlt ultraviolettes Licht aus. Zur Untersuchung wird das Zimmer abgedunkelt. Ein Erythrasma fluoresziert im UV-Licht mit einer typischen, korallenroten Farbe. Das Ergebnis kann verfälscht werden, wenn die betroffene Person vorher gebadet hat. Dann kann es sein, dass das Erythrasma weniger fluoresziert. In der Folge steigt das Risiko, dass das Erythrasma nicht als solches diagnostiziert wird.
Erregernachweis
Nur selten ist es notwendig, die Bakterien direkt nachzuweisen. Falls doch, kann eine kleine Gewebeprobe (Biopsie) entnommen werden.
Behandlung
Zur Behandlung erhalten Sie eine Salbe mit einem Wirkstoff gegen Bakterien (Antibiotikum, z. B. Clindamycin) oder Pilze (Antimykotikum, z. B. Clotrimazol). Wenn der Befall sehr schwer bzw. ausgedehnt ist, werden andere Medikamente z. B. in Tablettenform gegeben. In diesem Fall kommen mehrere Antibiotika infrage, etwa Erythromycin und Clarithromycin.
Autor
- Vincent Kranz, Cand. med., Hamburg
Quellen
Literatur
Dieser Artikel basiert auf dem Fachartikel Erythrasma. Nachfolgend finden Sie die Literaturliste aus diesem Dokument.
- Altmeyer P. Erythrasma. Enzyklopädie Dermatologie. Springer. Zugriff am 26.08.2024. www.enzyklopaedie-dermatologie.de
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