Kontaktekzem

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Was ist ein Kontaktekzem?

Ein Kontaktekzem ist eine Entzündung der Haut, die durch Reizstoffe (toxische Reaktion) oder eine Allergie (allergische Reaktion) gegen Stoffe, mit denen die Haut in Berührung kommt, ausgelöst wird. Das toxische Kontaktekzem tritt häufiger auf als das allergische Kontaktekzem und macht 75–80 % aller Kontaktekzeme aus. Bei bis zu 80 % der Personen mit einem Kontaktekzem tritt das Ekzem an den Händen auf, man spricht darum auch vom Handekzem. Ein Ekzem kann aber auch an anderen Stellen, wie z. B. Hals, Unterarmen, Beinen oberhalb der Strümpfe, Kopfhaut, Hautfalten oder Füßen, auftreten.

Bei einem akuten Kontaktekzem sind die betroffenen Bereiche rot und mit Flüssigkeit gefüllten Bläschen überdeckt, die stark jucken. Bei einem chronischen Ekzem kommt es zu trockener, rissiger und verhornter Haut und Juckreiz.

Ein Handekzem tritt vor allem am Ringfinger, den Fingeroberseiten, auf dem Handrücken und der dünnen Haut auf der Innenseite der Handgelenke auf. Die Veränderungen treten relativ symmetrisch auf, sind jedoch an der dominanten Hand am ausgeprägtesten, d. h. bei den meisten Menschen ist die rechte Hand stärker betroffen.

Das Kontaktekzem kann in jedem Alter vorkommen, Frauen sind häufiger betroffen.

Ursachen

Die Haut wird Stoffen ausgesetzt, die sie nicht verträgt. Schadstoffe können durch die Hautbarriere eindringen. Bei einem toxischen Kontaktekzem werden die lebenden Zellen in der Oberhaut (Epidermis) geschädigt. Dies führt zu einem Reparaturprozess zur Wiederherstellung der Hautbarriere, und die Entzündung spielt dabei eine wichtige Rolle.

Ein toxisches Kontaktekzem verschlimmert sich durch Wasser, Lösungsmittel, Reinigungsmittel, Chemikalien und Abrieb in Form von manueller Arbeit. Durch die Zubereitung von Mahlzeiten, insbesondere den direkten Kontakt mit Zitrusfrüchten, Tomaten, rohen Kartoffeln, rohem Fisch und rohem Fleisch, kann sich ein Kontaktekzem ebenfalls verschlimmern. Bei einem allergischen Kontaktekzem lösen Allergene, die die Hautbarriere durchdringen, eine Entzündung der Haut infolge einer Immunreaktion aus.

Allergische Reaktionen sind u. a. auf Metalle wie Nickel, Kobalt und Chrom, Kautschuk, den Inhalt von Parfums und Pflanzenstoffe möglich.

Patient*innen mit atopischer Dermatitis können aufgrund der schlechteren Barrierefunktion der Haut an einem toxischen Kontaktekzem leiden.

Ein Kontaktekzem kann auch durch den Beruf entstehen. Menschen, die bei ihrer Arbeit hautbelastenden Chemikalien oder Allergenen ausgesetzt sind, wie Beschäftigte im Gesundheitswesen, Maurer*innen, Reinigungskräfte, Küchen- und Restaurantpersonal, Beschäftigte in der Lebensmittelindustrie oder Friseur*innen, sind besonders anfällig für Kontaktekzeme.

Wie wird das Krankheitsbild diagnostiziert?

Durch eine eingehende Untersuchung versucht die Ärztin/der Arzt, die Gesamtbelastung der Haut sowie die Stoffe oder Aktivitäten zu identifizieren, die das Ekzem hervorgerufen haben können. Wenn die Krankengeschichte der betroffenen Person und die Lokalisierung des Ekzems auf ein mögliches allergisches Kontaktekzem hindeuten, wird ein Allergietest, ein sog. Patch-Test, durchgeführt, um eine Allergie als Ursache des Ekzems zu bestätigen oder auszuschließen.

Therapie

Die wichtigsten Grundsätze sind:

  1. Eliminierung der für die Haut schädlichen Faktoren und möglichen Allergene
  2. Eindämmung der Entzündung mit Kortisonsalbe
  3. Wiederherstellung der Hautbarriere mit rückfettender Feuchtigkeitscreme.

Kortisonsalbe

Durch die tägliche Verwendung einer starken Kortisonsalbe werden die Entzündung und der Juckreiz gelindert, sodass die Betroffenen das Hautekzem nicht aufkratzen. Mit einer mehrmals täglich aufgetragenen Feuchtigkeitscreme kann die Hautbarriere vorübergehend verbessert werden und damit den Reparatur-/Heilungsprozess erleichtern. Sind Juckreiz und Schwellung zurückgegangen, wird die Dosis schrittweise reduziert auf die tägliche Anwendung von milderen Kortisonsalben oder auf die seltenere Anwendung der starken Kortisonsalbe 1- bis 2-mal wöchentlich. Die Feuchtigkeitscreme sollte nach wie vor verwendet werden.

Salben und Cremes mit Kortison sind in der Regel sehr wirkungsvoll, wenn sie jedoch über eine längere Zeit verwendet werden, wird die Haut dünn und empfindlich. Dennoch ist die Langzeitbehandlung mit einer starken Kortisonsalbe wichtig. Je länger keine Ekzeme bei den Patient*innen aufgetreten sind, desto besser ist die Möglichkeit, wieder eine gute Hautbarriere aufzubauen.

UV-Licht

Die lokale Therapie mit Salben kann auch um UV-Licht ergänzt werden, das ebenfalls eine entzündungshemmende Wirkung hat. Eine Therapie umfasst 20–25 Behandlungen und ist vor allem beim Handekzem wirksam.

Antibiotika

Ein klopfender Schmerz in einem Ekzem deutet normalerweise auf eine Infektion hin, die mit Antibiotika behandelt werden kann.

Allgemeine Hinweise bei Handekzemen

  • Neben der Behandlung mit Kortisoncremes und -salben ist es sehr wichtig, die Haut feucht zu halten und eine Austrocknung zu verhindern. Eine Feuchtigkeitscreme sollte immer zur Hand sein und regelmäßig verwendet werden.
  • Verwenden Sie immer Haushaltshandschuhe. Dabei sollte es sich um für Menschen mit Allergie geeignete Plastikhandschuhe handeln, die nicht so eng sein dürfen, dass Sie darin schwitzen. Cremen Sie die Hände zuerst mit einer Feuchtigkeitscreme ein und tragen sie unter den Plastikhandschuhen Baumwollhandschuhe. Sowohl die Baumwollhandschuhe als auch die Plastikhandschuhe müssen regelmäßig gereinigt werden.
  • Vermeiden Sie Kontakt mit Wasser. Waschen Sie die Hände nicht mit Seife. Verwenden Sie Ihre Feuchtigkeitscreme als Seife. Schütteln Sie die Hände trocken.
  • Vermeiden Sie beim Saubermachen Kontakt mit Wasser und Reinigungsmitteln. Verwenden Sie Haushaltshandschuhe. Tragen Sie auch bei der Gartenarbeit und Blumenpflege sowie bei der Kinderpflege und dem Wechseln der Windeln Handschuhe.
  • Vor trockenen und staubigen Arbeiten müssen Sie die Hände mit einer Feuchtigkeitscreme eincremen. Tragen Sie während der Arbeit Baumwollhandschuhe.
  • Tragen Sie Handschuhe mit Gummibändern beim Haarewaschen und Duschen.
  • Vermeiden Sie Arbeiten wie Schuheputzen, Metallreinigung, Polieren, Bohnern usw. Bitten Sie eine andere Person, diese Arbeiten für Sie auszuführen. Führen Sie die Arbeiten selbst durch, müssen Sie Handschuhe tragen. Die Haut sollte auch nicht in Kontakt mit Öl, Lösungsmittel, Lauge oder aggressiven Reinigungsmitteln kommen.
  • Tragen Sie auch Handschuhe beim Umgang mit Lebensmitteln wie Zitrusfrüchten, rohen Zwiebeln, Paprika, Chilischoten, Essig, säuerlichen Obst-/Gemüsesäften, Schalentieren, rohem Fisch, rohem Fleisch und Mehl.
  • Unter Ringen an den Fingern können sich leicht Reizstoffe sammeln und die Ringe selbst können die Haut reizen. Daher sollten Sie nur selten Ringe tragen, insbesondere in Zeiten mit Ekzembeschwerden.
  • Diese Hinweise müssen ein halbes Jahr nach der Heilung der Haut immer noch befolgt werden, um einen Rückfall zu vermeiden. Auch nach der Ausheilung eines Ekzems müssen gute Handgewohnheiten beibehalten werden, damit es nicht zu einem Rückfall kommt.
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