Seborrhoisches Ekzem (seborrhoische Dermatitis, Morbus Unna)
Seborrhoisches Ekzem (seborrhoische Dermatitis, Morbus Unna)
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Was ist ein seborrhoisches Ekzem?
Definition
Das seborrhoische Ekzem, auch seborrhoische Dermatitis genannt, ist ein chronischer schuppender Hautausschlag. Der Ausschlag tritt vor allem in Hautbereichen, die viele Talgdrüsen enthalten, auf. Die Erkrankung ist nicht ansteckend.
Symptome
Die Haut ist fettig, gerötet und schuppt leicht. Befallene Bereiche sind typischerweise Stirn, Kopfhaut, Augenbrauen und um die Nasenflügel herum. Auch Brust und Hautfalten können betroffen sein, bei Säuglingen auch der Windelbereich. Am Kopf kann leichter Juckreiz auftreten. Zusätzlich kann es zu Haarausfall kommen.
Typisch ist, dass Stresssituationen zu einer Verstärkung der Hautveränderungen führen.
Ursachen
Die Erkrankung tritt in Hautbereichen mit vielen Talgdrüsen auf. Eine gesteigerte Abgabe von Fett aus den Talgdrüsen führt zu einer veränderten Hautflora. Der Hautpilz Malassezia furfur, der bei allen Menschen auf der Haut und Kopfhaut vorkommt, vermehrt sich in fettigen Hautbereichen. Dadurch wird das Immunsystem aktiviert und eine Entzündungsreaktion hervorgerufen. Die Hornhautzellen vermehren sich, es bilden sich Schuppen und Rötungen.
Verschiedene Faktoren spielen bei der Entstehung der Erkrankung eine Rolle. Häufig besteht eine erbliche Veranlagung. Das seborrhoische Ekzem tritt bei Patient*innen mit Parkinson-Syndrom und anderen neurologischen Störungen, z. B. infolge eines Schlaganfalls, vermehrt auf. Auch Menschen mit einer Immunschwäche (z. B. HIV-Infektion) erkranken deutlich häufiger.
Oftmals können Sie eine Verbesserung während der Sommermonate und eine Verschlechterung im Winter feststellen. Auch Stress kann die Erkrankung verschlimmern.
Häufigkeit
Das seborrhoische Ekzem ist eine häufige Hauterkrankung und betrifft 1–3 % der Bevölkerung. Die Krankheit kommt häufig bei Säuglingen und bei Erwachsenen im Alter zwischen 35 und 45 Jahren vor. Männer sind etwas häufiger betroffen als Frauen.
Untersuchungen
- In den meisten Fällen lässt sich die Diagnose leicht anhand des Aussehens des Ausschlags und dessen Ausbreitung am Körper stellen.
- Bei Verdacht auf eine Pilzinfektion kann eine Hautprobe unter dem Mikroskop begutachtet oder eine Kultur angelegt werden.
Behandlung
Eine Heilung ist bei Erwachsenen nicht möglich. Ziel der Behandlung ist daher, die Symptome zu beseitigen.
Lokale Behandlung der Kopfhaut
- Bei einem seborrhoischen Ekzem auf der Kopfhaut wird ein Anti-Schuppenshampoo, z. B. mit dem Wirkstoff Ketoconazol, empfohlen. Das Shampoo wird in die betroffene Kopfhaut massiert und nach 5 Minuten Einwirkzeit ausgewaschen. Waschen Sie das Haar mit diesem Shampoo 2-mal wöchentlich über einen Zeitraum von 2–4 Wochen.
- Danach können Sie die Behandlung mit einer Wäsche alle 1–2 Wochen über 3–6 Monate fortsetzen, um Rückfällen vorzubeugen.
- Bei stark entzündetem Ausschlag kann zusätzlich eine Kortisonlösung (z. B. Betamethasonvalerat 0,1 %) angewendet werden. Eine kleine Menge Schaum wird 2-mal täglich über einen möglichst kurzen Zeitraum aufgetragen.
- Ausgeprägte Schuppen können mit einem fetthaltigen Gel (sog. Oleogel) gelöst werden, das für 2–3 h oder über Nacht aufgetragen wird.
Lokale Behandlung von Gesicht und Brust
- Im Gesicht und auf der Brust wird in erster Linie eine antimykotische Salbe (z. B. Ketoconazol 2 %) empfohlen, die 1–2-mal täglich aufgetragen wird. Die Behandlung sollte nach dem Verschwinden der Symptome einige Tage fortgesetzt werden, um Rückfälle zu vermeiden.
- Ggf. ist eine Kombination mit sog. Calcineurin-Inhibitoren (z. B. Tacrolimus 0,1 %) möglich. Die Anwendung von Kortison sollte im Gesicht vermieden werden.
- Um Rückfällen vorzubeugen wird eine regelmäßige Hautpflege mit einer Creme, die den antimikrobiellen Wirkstoff Pirocton-Olamin enthält, empfohlen.
Lokale Behandlung bei Neugeborenen
Bei Säuglingen ist der Verlauf selten chronisch und eine Basistherapie mit rückfettenden Feuchtigkeitscremes in der Regel ausreichend. Die Schuppen können vorsichtig mit einer Haarbürste entfernt oder mit einem Lappen abgerubbelt werden.
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