Lymphknotenschwellung bei Infektionen

Lymphknotenschwellung bei Infektionen

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Was sind geschwollene Lymphknoten?

Definition

Die Lymphknoten spielen bei der Abwehr von Viren, Bakterien und anderen Krankheitserregern eine wichtige Rolle. Im Körper gibt es rund 600 Lymphknoten. Eine Lymphknotenschwellung (Lymphadenopathie) liegt dann vor, wenn ein Lymphknoten größer als normal ist. Meist schwellen die Lymphknoten im Hals an, aber auch die Lymphknoten in den Achselhöhlen und der Leiste können anschwellen. Eine Lymphadenitis ist eine Entzündung der Lymphknoten. Die Lage der geschwollenen Lymphknoten gibt einen Hinweis auf die zugrunde liegende Ursache.

Symptome

Vergrößerte Lymphknoten können weich oder hart, schmerzfrei oder schmerzhaft sein. Es können je nach Ursache auch die folgenden Symptome auftreten:

  • Laufende Nase, Halsschmerzen, Fieber und andere Anzeichen für eine Infektion der oberen Atemwege
  • Halsschmerzen und geschwollene Halslymphknoten bei einer Halsentzündung
  • Rote und entzündete Haut über einem geschwollenen Lymphknoten
  • Hautausschlag
  • Geschwollene Arme und Beine aufgrund von verstopften Lymphgefäßen, die durch einen geschwollenen Lymphknoten in tieferen Hautschichten hervorgerufen werden.
  • Fieber, Gewichtsabnahme und Abgeschlagenheit als Hinweis auf eine schwerwiegende Erkrankung
  • Harte Knoten, die in das umliegende Gewebe einwachsen und schnell größer werden, können ein Anzeichen für einen Tumor sein.
  • Eine allgemeine Schwellung der Lymphknoten im gesamten Körper kann auf Infektionen wie Mononukleose (Pfeiffer-Drüsenfieber) oder HIV (selten) bzw. Autoimmunerkrankungen wie Lupus erythematodes oder rheumatoide Arthritis hinweisen.

Was kann die Ursache sein?

Die häufigste Ursache für geschwollene Lymphknoten ist eine Infektion, meist eine Virusinfektion z. B. der Atemwege. Es gibt jedoch auch andere Infektionen, insbesondere durch Bakterien verursacht, die ebenfalls häufig auftreten. Auch bei bestimmten Hauterkrankungen oder infizierten Wunden können die Lymphknoten anschwellen. Darüber hinaus gibt es noch andere, seltenere Ursachen.

  • Häufige Infektionen, die zu einer Lymphknotenschwellung führen können, sind Halsentzündungen, HerpesGrippeMononukleose (Pfeiffer-Drüsenfieber) und Wundinfektionen.
  • Seltenere Infektionen sind u. a. Tuberkulose, HIV, bestimmte sexuell übertragbare Erkrankungen wie Syphilis oder Chlamydien, Borreliose nach Zeckenstichen sowie Toxoplasmose (eine parasitäre Infektion, die meist durch den Kontakt mit Kot von infizierten Katzen oder durch Verzehr von nicht durchgegartem Fleisch verursacht wird).
  • Störungen des Immunsystems, die zu geschwollenen Lymphknoten führen können, sind z. B.  Allergien und Autoimmunerkrankungen wie Lupus erythematodes oder rheumatoide Arthritis.
  • Selten sind Krebserkrankungen die Ursache für geschwollene Lymphknoten, z. B. Lymphome (Krebs im Lymphsystem), Leukämie (Blutkrebs, der vom Knochenmark oder dem Lymphsystem ausgeht) oder Lymphknotenmetastasen.
  • Seltener wird die Lymphknotenschwellung von Medikamenten ausgelöst.

Wann sollten Sie ärztlichen Rat suchen?

Die meisten geschwollenen Lymphknoten schrumpfen auf die normale Größe zurück, wenn die zugrunde liegende Ursache, z. B. eine Erkältung, vorbei ist. Sie sollten eine Arztpraxis aufsuchen, wenn die Lymphknoten

  • ohne offensichtliche Ursache angeschwollen sind.
  • länger als 4–6 Wochen geschwollen sind.
  • rot, warm und schmerzempfindlich sind.
  • weiter wachsen.
  • sich hart anfühlen und im umgebenden Gewebe schwer zu bewegen sind.
  • mit Fieber, Nachtschweiß oder unerklärlicher Gewichtsabnahme einhergehen.

Untersuchungen

Die Diagnose wird aufgrund der Krankengeschichte und der ärztlichen Untersuchung gestellt. Die Ärztin/der Arzt fragt, wann und wie die geschwollenen Lymphknoten entstanden sind, und ob andere Symptome aufgetreten sind. Bei einer körperlichen Untersuchung werden die Lymphknoten abgetastet und ihre Größe, Schmerzempfindlichkeit, Wärme und Festigkeit beurteilt. Der Ort der betroffenen Lymphknoten kann einen Hinweis auf die zugrunde liegende Ursache geben. Ist die Diagnose nicht eindeutig, können auch andere Untersuchungen durchgeführt werden.

  • Blutuntersuchungen: Je nach Verdacht können Blutuntersuchungen zum Ausschluss oder der Bestätigung bestimmter Erkrankungen durchgeführt werden. Die Tests hängen von der vermuteten Ursache ab.
  • Bildgebende Verfahren: Die Lymphknoten können mittels Ultraschall beurteilt werden. Ein Röntgenbild der Lunge oder eine Computertomografie der geschwollenen Lymphknoten können auf Infektionen oder Tumore hinweisen.
  • Lymphknotenbiopsie: Wenn die Ursache unklar bleibt, kann Gewebe mit einer dünnen Nadel aus einem Lymphknoten (Biopsie) oder der gesamte Lymphknoten entnommen werden, um das Lymphgewebe mikroskopisch zu untersuchen.

Behandlung

  • Geschwollene Lymphknoten aufgrund einer Infektion bilden sich von selbst wieder zurück, wenn die Infektion vorbei ist. Kleine Knötchen können bestehen bleiben, dies ist jedoch normal.
  • Die Therapie geschwollener Lymphknoten hängt von der Ursache ab. Häufig sind rezeptfreie Schmerzmittel (z. B. Paracetamol) und Ruhe ausreichend.
  • Antibiotika helfen bei Virusinfektionen nicht.
  • In manchen Fällen liegt der Lymphknotenschwellung eine behandlungsbedürftige Erkrankung zugrunde.

Autorin

  • Martina Bujard, Wissenschaftsjournalistin, Wiesbaden

Quellen

Literatur

Dieser Artikel basiert auf dem Fachartikel Lymphadenopathie bei Erwachsenen. Nachfolgend finden Sie die Literaturliste aus diesem Dokument.

  1. Gaddey HL, Riegel AM. Unexplained Lymphadenopathy: Evaluation and Differential Diagnosis. Am Fam Physician 2016; 94: 896-903. PMID: 27929264 www.aafp.org
  2. Jung W, Trümper L. Differenzialdiagnose und -abklärung von Lymphknotenvergrößerungen. Internist 2008; 49:305–320. www.springermedizin.de
  3. Freeman AM, Matto P. Adenopathy. 2023 Feb 20. In: StatPearls [Internet]. Treasure Island (FL): StatPearls Publishing; 2023 Jan pubmed.ncbi.nlm.nih.gov
  4. Lymphknotenschwellung über einen Monat: immer invasive Diagnostik! Ärzte Zeitung 15.09.2009, Neu-Isenburg. www.aerztezeitung.de
  5. Schiaffino S, Pinker K, Cozzi A. European Society of Breast Imaging (EUSOBI) guidelines on the management of axillary lymphadenopathy after COVID-19 vaccination: 2023 revision. Insights Imaging. 2023 Jul 19;14(1):126. www.ncbi.nlm.nih.gov
  6. Härting M, Amerein A, Kaufmann D, et al. Bildgebende Diagnostik von Lymphknoten bei Verdacht auf Tumorbefall. Chirurgie 94, 105–113 (2023). link.springer.com
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