Mandelentzündung (Tonsillitis)
Mandelentzündung (Tonsillitis)
Dieser Artikel wird Ihnen bereitgestellt von Deximed. Mehr erfahren
Was ist eine Mandelentzündung?
Definition
Eine Mandelentzündung oder Angina tonsillaris, kurz Tonsillitis, ist eine Entzündung der Gaumenmandeln. Erreger der mit Halsschmerzen und Schluckbeschwerden verbundenen Krankheit sind meist Viren, in einigen Fällen aber auch Bakterien, vor allem Gruppe-A-Streptokokken.
Die Gaumenmandeln liegen je seitlich im hinteren Rachen. Bei einer Mandelentzündung sind sie in der Regel gerötet und recht stark geschwollen und daher besonders deutlich an der seitlichen Rachenwand links und rechts des Zäpfchens zu erkennen.
Symptome
Ob eine Mandelentzündung durch Viren oder Bakterien verursacht ist, lässt sich nicht an den Symptomen erkennen: Bei beiden Varianten treten Halsschmerzen, Schluckbeschwerden und evtl. Fieber und eine allgemeine Erschöpfung auf. Außerdem können die Lymphknoten am Hals geschwollen sein, vor allem im Bereich der Kieferwinkel. Diese sind dann ggf. als schmerzempfindliche Schwellungen unter der Haut tastbar.
Wenn eine Mandelentzündung durch Erkältungsviren verursacht ist, liegen neben den Halsschmerzen und Schluckbeschwerden häufig Husten, Heiserkeit oder Schnupfen vor; gelegentlich klagen die Betroffenen auch über Gliederschmerzen. Daran lässt sich manchmal eine Virus- von einer Streptokokken-Infektion unterscheiden, die in der Regel ohne Schnupfen und Husten verläuft.
Sind die Mandeln sehr stark geschwollen, kann die Aussprache der Betroffenen undeutlich werden. Oft besteht starker Mundgeruch.
Bei Kindern unter 3 Jahren sind bakteriell verursachte Mandelentzündungen selten. Aber auch Kleinkinder können eine durch Viren verursachte Mandelentzündung bekommen und dann oft nicht sagen, wo genau es weh tut. Eventuell klagt das Kind über Kopf- und Bauchschmerzen oder Schmerzen, die nach oben in Richtung Ohr ziehen. Neben den genannten Beschwerden kann es auch zu Übelkeit und Erbrechen kommen.
Ursachen
Die meisten Mandelentzündungen gehen auf eine Virusinfektion zurück. Am häufigsten handelt es sich dabei um eine Infektion mit Erkältungsviren, aber auch verschiedene andere Viren können eine Mandelentzündung auslösen. Hierzu gehört z. B. das Epstein-Barr-Virus: Die hierdurch verursachte Krankheit nennt man Mononukleose oder Pfeiffer-Drüsenfieber.
Auch Bakterien können eine Mandelentzündung verursachen, v. a. Streptokokken: Diese Erreger können auch Scharlach auslösen.
Verschiedene andere Bakterien oder Viren führen zu bestimmten Typen einer Mandelentzündung, darunter Diphtherie, Herpangina, Angina Plaut-Vincent (einseitige Mandelentzündung).
Die Erkrankung wird meist durch direkten oder indirekten Kontakt, seltener durch Tröpfcheninfektion verbreitet.
Häufigkeit
Akute Mandelentzündungen sind im Winter und im Frühling häufig. Die Erkrankung kommt in jedem Lebensalter vor, besonders häufig in der Altersgruppe der 6- bis 12-Jährigen.
Untersuchungen
- Die Diagnose gründet sich vor allem auf die Beschreibung der Symptome und eine allgemeine ärztliche Untersuchung, insbesondere des Rachenraums.
- Bei der Untersuchung des Rachens zeigen sich die Mandeln gerötet und geschwollen, manchmal auch belegt mit weißen oder gelblichen Belägen.
- Ziel der Untersuchung ist, den Schweregrad der Erkrankung und die Wahrscheinlichkeit einer von Streptokokken verursachten Mandelentzündung zu ermitteln.
- Bei Kindern unter 15 Jahren kann in der Arztpraxis ein Rachenabstrich entnommen werden, um diesen auf Streptokokken zu testen.
- Bei sehr schwerem Verlauf oder weiteren Symptomen kann außerdem eine Blutuntersuchung erforderlich sein, um das Pfeiffer-Drüsenfieber oder andere schwere Krankheiten auszuschließen.
Behandlung
Unabhängig davon, ob eine Mandelentzündung durch Viren oder Bakterien verursacht ist, heilt sie in den allermeisten Fällen von selbst aus. 40 % der betroffenen Erwachsenen sind nach 3 Tagen gesund, nach 7 Tagen bereits 85 %.
Medikamente
- Fiebersenkende und/oder schmerzstillende Medikamente wie Ibuprofen oder Lutschtabletten können für Linderung sorgen.
- Wenn die Infektion unter Beteiligung von Streptokokken verläuft, ist ggf. die Einnahme eines Antibiotikums für 5–7 Tage sinnvoll. In der Regel wird dafür herkömmliches Penicillin verordnet.
- Vor- und Nachteile einer antibiotischen Behandlung sollten abgewogen werden.
- Den Patient*innen kann auch ein Rezept mitgegeben werden, das sie erst nach 3–5 Tagen einlösen, wenn sich die Beschwerden nicht bessern.
- Handelt es sich um das Pfeiffer-Drüsenfieber, sind die Beschwerden in der Regel stärker ausgeprägt, die Krankheit heilt langsamer aus. Antibiotika sollten nicht gegeben werden.
Krankenhaus
- Bei schweren Verläufen kann ein Aufenthalt im Krankenhaus erfolgen.
- Eine stationäre Behandlung ist zudem bei Diphtherie (heutzutage sehr seltene Erkrankung) angezeigt, oder auch dann, wenn es durch die Mandelentzündung zu Atemnot oder anderen schweren Symptomen kommt.
Operation
- Eine operative Entfernung der ganzen Mandeln oder zumindest eines großen Teils dieses Gewebes wird empfohlen, wenn über einen Zeitraum von 12 Monaten 7 infektiöse Mandelentzündungen diagnostiziert worden sind. Auch bei 5 Mandelentzündungen pro Jahr in den letzten 24 Monaten sollte eine Operation erwogen werden.
- Die Operation stellt einen Routineeingriff dar und verläuft in der Regel erfolgreich und ohne Probleme. Allerdings müssen selten Patient*innen wegen Nachblutungen nochmals behandelt werden; es kann auch nach der Operation noch zu einer erneuten Infektion kommen.
Dieser Artikel wird Ihnen bereitgestellt von Deximed.
Lesen Sie hier den vollständigen Originalartikel.
Die Inhalte auf team-praxis.de stellen keine Empfehlung bzw. Bewerbung der beschriebenen Methoden, Behandlungen oder Arzneimittel dar. Sie ersetzen nicht die fachliche Beratung durch eine*n Ärzt*in oder Apotheker*in und dürfen nicht als Grundlage für eine eigenständige Diagnose und Behandlung verwendet werden. Konsultieren Sie bei gesundheitlichen Fragen oder Beschwerden immer Ihre Ärztin oder Ihren Arzt!
Lesen Sie dazu mehr in unseren Haftungshinweisen.
In unserer Gesundheitsdatenbank suchen
Inhaltsverzeichnis anzeigenWissenswertes aus den hausärztlichen Praxen

Wissen, wann genug ist
Über Suchterkrankungen sprechen die meisten Menschen nicht gern.
Zum Beitrag

Juckende Augen und triefende Nasen: Hilfe bei Heuschnupfen
Leichte Symptome lassen sich oft durch einfache Maßnahmen lindern.
Zum Beitrag

Sind das die Wechseljahre?
Warum die Wechseljahre auch in der hausärztlichen Praxis Thema sind
Zum Beitrag