Trockene Augen (Sicca-Syndrom)

Trockene Augen (Sicca-Syndrom)

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Was sind trockene Augen?

Definition

Bei trockenen Augen ist die Tränenproduktion vermindert oder die Verdunstung der Tränenflüssigkeit erhöht. Die Tränenproduktion nimmt generell mit dem Alter ein wenig ab. Dies kann Augenreizungen, Entzündungen und Sehstörungen verursachen. Trockene Augen können auch zu einer Schädigung der Augenoberfläche führen.

Symptome

Typische Symptome sind Stechen, Brennen oder ein Druckgefühl in den Augen. Die Augen können gerötet und lichtempfindlich sein. Auch Tränen und verschwommenes Sehen können auftreten.

Informationen zur Tränenflüssigkeit

  • Der Tränenfilm besteht aus drei Schichten: Lipidschicht, wässrige Schicht und Schleimschicht. Die einzelnen Schichten werden von verschiedenen Drüsen produziert.
  • Die Meibom-Drüsen produzieren die Lipidschicht, die die Verdunstung verhindert.
  • Die Tränendrüse liegt in der Augenhöhle seitlich außen über dem Auge. Sie produziert ständig Tränenflüssigkeit, die das Auge befeuchtet und schützt.
  • Die Augenlider verteilen die Tränenflüssigkeit gleichmäßig auf der Hornhaut des Auges. Überschüssige Flüssigkeit wird durch die Tränenpunkte abgeführt, die sich am nasenseitigen Lidwinkel befinden.
  • Der häufigste Risikofaktor für trockene Augen ist eine gestörte Funktion der Meibom-Drüsen. 

Häufigkeit

  • In Deutschland sind 15–17 % der Bevölkerung von trockenen Augen betroffen.
  • Die Häufigkeit steigt mit dem Alter an.

Was kann die Ursache sein?

  • Veränderungen des Tränenfilms
    • z. B. durch Alter, Schwangerschaft, Stillzeit, Menopause
  • Hauterkrankungen
  • Sjögren-Syndrom
    • Das Sjögren-Syndrom ist eine Autoimmunerkrankung und tritt vor allem bei Frauen mittleren Alters auf.
    • Die wichtigsten Symptome sind ein trockener Mund sowie trockene Augen.
  • Allgemeine Erkrankungen
  • Nebenwirkung von Medikamenten
    • Östrogen, orale Kontrazeptiva („Pille“), Betablocker und einige Medikamente zur Behandlung von psychischen Erkrankungen (Antidepressiva) oder Allergien (Antihistaminika) können als Nebenwirkung trockene Augen verursachen.
  • Gesichtslähmung (Fazialisparese)
    • Kann zur Trockenheit des Auges auf der betroffenen Seite führen, was therapeutische Maßnahmen erfordert.
  • Augenerkrankungen
  • Trockene Augen durch Umweltfaktoren
    • z. B. Ozon, Abgase, Rauch, Klimaanlagen, trockene Heizungsluft, lang anhaltende Computerarbeit, Alkohol
  • Kontaktlinsen
    • Das Tragen von Kontaktlinsen kann trockene Augen verursachen.
  • Augenoperationen
    • Nach Augenoperationen, z. B. zur Korrektur von Fehlsichtigkeit oder Behandlung des grauen Stars, können vorübergehend trockene Augen auftreten.

Wann sollten Sie ärztliche Hilfe suchen?

  • Bei ausgeprägten Beschwerden ist es sinnvoll, eine ärztliche Beurteilung einzuholen.

Untersuchungen

  • Im ärztlichen Gespräch werden neben den Beschwerden auch Vorerkrankungen und eingenommene Medikamente erfragt.
  • Die Augen werden sorgfältig untersucht.

Ergänzende Untersuchungen

  • Bei Verdacht auf das Sjögren-Syndrom oder andere Autoimmunerkrankungen können Antikörper in Blutuntersuchungen nachgewiesen werden.
  • Auch andere Erkrankungen können ggf. mit Blutuntersuchungen ausgeschlossen werden.
  • In Ausnahmefällen kann es sinnvoll sein, die Tränenproduktion zu messen (Schirmer-Test).
  • Bei starken Beschwerden können weitere Untersuchungen in einer augenärztlichen Praxis durchgeführt werden.

Behandlung

  • Die Behandlung besteht hauptsächlich in der Gabe von Tränenersatzmitteln. Bei leichten Beschwerden werden befeuchtende Augentropfen eingesetzt, bei starken Beschwerden zusätzlich Augengel bzw. -salbe.
  • Bei starken, anhaltenden Beschwerden können auch wirkstoffhaltige Augentropfen, z. B. mit Cyclosporin, Vitamin-A-Säure, Antibiotika oder Kortison, verschrieben werden.
  • Andere Erkrankungen wie eine Lidrandentzündung oder Rosazea sollten angemessen behandelt werden.
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