Rosazea

Rosazea

Dieser Artikel wird Ihnen bereitgestellt von Deximed. Mehr erfahren

Was ist Rosazea?

Definition

Rosazea ist eine chronische Entzündung, die zur Rötung der Gesichtshaut führt, oft verbunden mit anfallartigem Erröten (Flushing). Unter Umständen wird die Haut der Stirn, der Nase und der Wangen zunehmend dauerhaft rot und schwillt leicht an. Häufig treten erweiterte Blutgefäße in der Haut auf. Bei manchen Betroffenen entstehen auch kleine Pickel oder Knötchen im geröteten Bereich, jedoch bilden sich keine Mitesser (Komedonen), wie z. B. bei Akne. Die Hautveränderungen treten häufig in Schüben auf.

Symptome

Rosazea
Rosazea

Eine Rosazea kann auf unterschiedliche Weise verlaufen. Bei einigen bleibt die Erkrankung mild, wogegen sich Rosazea bei anderen zu einer sehr unangenehmen Hauterkrankung mit starken Hautveränderungen entwickeln kann. Die Hautveränderungen können als psychisch sehr belastend empfunden werden. Die Erkrankung kann in Abhängigkeit der Erscheinungsform in verschiedene Subtypen unterteilt werden.

Im Vorstadium besteht eine Neigung zu leichtem Erröten, im Verlauf können aber die zentralen Bereiche des Gesichts, d. h. Wangen, Nase und Stirn, dauerhaft erröten. Verursacht wird dies durch eine Entzündung und Erweiterung der Blutgefäße, die sich nahe der Hautoberfläche befinden. Die kleinen Blutgefäße auf Nase und Wangen können sich weiten und sichtbar werden (sog. Teleangiektasien), auch kann die Haut sehr empfindlich sein. Symptome wie Brennen, Stechen, Spannen, Trockenheitsgefühl und Juckreiz können auftreten.

Bei der Rosacea papulopustulosa können zusätzlich zu den Rötungen und erweiterten Blutgefäßen kleine Knoten oder eitrige „Pickel“ im Bereich des roten Ausschlags vorkommen. Bei einigen Betroffenen sind es nur wenige, während sich bei anderen sehr viele Knötchen bilden und außerdem Schwellungen im entsprechenden Bereich auftreten können.

Die Rosacea phymatosa kommt am häufigsten bei älteren Männern vor: Die Talgdrüsen und die Haut auf der Nase verdicken sich, sodass die Nase größer wird und an der Oberfläche verbeult. Dies wird Rhinophym („Knollennase“) genannt. Dieser Subtyp ist auf der Nase, der Stirn oder dem Kinn anzutreffen.

Die sog. okuläre Rosazea befällt die Augen. Etwa 50 % der von Rosazea Betroffenen haben Reizungen in und um die Augen. Es kann zu Entzündungen der Bindehaut (Konjunktivitis) oder der Augenlidränder kommen (Blepharitis).

Ursachen

Die Ursache von Rosazea ist nicht vollständig geklärt, doch vermutlich liegt eine Kombination aus genetischer Veranlagung und Umweltfaktoren zugrunde. Eine Überaktivierung des Immunsystems führt zu einer Entzündungsreaktion der Haut.

Eine Theorie besagt, dass das Immunsystem auf harmlose und normal vorkommende Hautmilben reagiert und Antikörper bildet. Die Haut von Betroffenen ist vermutlich stärker mit Milben besiedelt als bei Gesunden.

Helle Haut ist besonders anfällig für Rosazea.

Auslösende Faktoren

Zahlreiche Faktoren können die Erkrankung auslösen oder verschlechtern. Die Durchblutung an der Oberfläche des Gesichts kann verstärkt werden, u. a. durch:

  • UV-Licht, Sonneneinstrahlung
  • Wärme, heißer Wasserdampf
  • starke Kälte
  • Alkohol
  • Stress
  • scharfes Essen
  • Sport
  • Kosmetika.

Häufigkeit

  • Rosazea tritt meist im Alter zwischen 30 und 50 Jahren zum ersten Mal auf.
  • Frauen und Männer sind vermutlich ähnlich häufig betroffen.
  • In Deutschland entwickeln ca. 2,3 % der Bevölkerung Rosazea.

Untersuchungen

  • Die Hautveränderungen sind für diese Krankheit typisch. Weitere Untersuchungen sind nicht erforderlich.
  • In schweren Fällen von Rosazea und bei einem Rhinophym wird die Überweisung an eine Hautarztpraxis empfohlen.

Behandlung

Durch die Behandlung sollen die bestehenden Hautveränderungen abheilen und ein neues Auftreten von Hautveränderungen verhindert werden. Je nach Schweregrad kann die Behandlung lokal oder mit Tabletten erfolgen. Die Betroffenen sollten Faktoren vermeiden, die die Symptome verschlimmern können (s. o.).

Lokale Behandlung

  • Bei leichter oder mittelschwerer Rosazea, die auch pickelähnliche Erscheinungen aufweist, wird eine lokale Behandlung mit Metronidazol oder Azelainsäure (als Creme oder Gel) empfohlen. Eine Creme ist bei dieser Erkrankung oft schonender für die Haut.
  • Alternativ kann auch Ivermectin-Creme verwendet werden, die die Besiedelung der Haut mit Milben verringert.
  • Brimonidin-Gel wirkt gefäßverengend und kann zur Behandlung einer dauerhaften Gesichtsrötung eingesetzt werden.
  • Wenn sich der Hautzustand verbessert hat, sollte die lokale Behandlung zur Erhaltung über 6–12 Monate fortgeführt werden.

Medikamente

  • Wenn eine lokale Behandlung nicht zum Ziel führt, wird eine Behandlung mit Antibiotika in Tablettenform empfohlen. Diese wirken in erster Linie gegen Pickel und Knötchen bei Rosazea.
  • Doxycyclin ist hier das Mittel der ersten Wahl. Für Schwangere und Stillende sollte Erythromycin gewählt werden.
  • Auch eine Kombination der lokalen Behandlung mit Antibiotika ist möglich.
  • Alternativ kann Isotretinoin eingesetzt werden.

Behandlung der Augen

  • Die Lidränder sollten sorgfältig gereinigt werden. Dies kann durch Erwärmen der Lidränder unterstützt werden.
  • Auch befeuchtende Augentropfen (sog. Tränenersatzmittel) können helfen.
  • Bei Entzündungen können Augentropfen mit Ciclosporin, Azithromycin, Ivermectin oder Metronidazol verwendet werden.
  • Bei anhaltenden Augenbeschwerden wird die Überweisung zu einer augenärztlichen Praxis empfohlen.

Weitere Behandlungen

  • Dauerhafte Blutgefäßveränderungen können mit einer Lasertherapie behandelt werden.
  • Vergrößerte Talgdrüsen der Nase können mittels kosmetischer Chirurgie entfernt werden.
  • Patient*innen, bei denen die Erkrankung zu psychischen Beschwerden wie Angst oder Depressionen führt, sollten psychotherapeutisch behandelt werden, z. B. mit einer Verhaltenstherapie. Eine wirksame Behandlung der Rosazea verbessert in der Regel auch die seelische Gesundheit.

Autorin

  • Martina Bujard, Wissenschaftsjournalistin, Wiesbaden

Quellen

Literatur

Dieser Artikel basiert auf dem Fachartikel Rosazea. Nachfolgend finden Sie die Literaturliste aus diesem Dokument.

  1. Deutsche Dermatologische Gesellschaft. Rosazea. AWMF-Leitlinie Nr. 013-065, Stand 2022. www.awmf.org
  2. Altmeyer P. Rosazea. Enzyklopädie Dermatologie. Springer 2020. www.enzyklopaedie-dermatologie.de
  3. Augustin M, Herberger K, Hintzen S, et al. Prevalence of skin lesions and need for treatment in a cohort of 90 880 workers. Br J Dermatol 2011; 165(4): 865-73. pubmed.ncbi.nlm.nih.gov
  4. Spoendlin J, Voegel JJ, Jick SS, et al. A study on the epidemiology of rosacea in the UK. Br J Dermatol 2012; 167(3): 598-605. pubmed.ncbi.nlm.nih.gov
  5. Reinholz M, Ruzicka T, Steinhoff M, et al. Pathogenese und Klinik der Rosazea als Schlüssel für eine symptomorientierte Therapie. J Dtsch Dermatol Ges 2016; 6: 4-16. pubmed.ncbi.nlm.nih.gov
  6. Schaller M, Almeida LMC, Bewley A, et al. Recommendations for rosacea diagnosis, classification and management: update from the global ROSacea COnsensus 2019 panel. Br J Dermatol 2020; 182(5): 1269-75. pubmed.ncbi.nlm.nih.gov
  7. Tan J, Almeida LMC, Bewley A et al. Updating the diagnosis, classification and assessment of rosacea: recommendations from the global ROSacea COnsensus (ROSCO) panel. Br J Dermatol 2017; 176: 431-8. pubmed.ncbi.nlm.nih.gov
  8. Eckert N. Rosacea: Neues Therapieziel ist die vollständige Erscheinungsfreiheit. Dtsch Arztebl 2018; 115(41): A-1820. www.aerzteblatt.de
  9. Melnik B, Chen W. Braun-Falco’s Dermatologie, Venerologie und Allergologie. Berlin, Heidelberg: Springer, 2018. link.springer.com
  10. Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG). Psychosomatische Dermatologie (Psychodermatologie). AWMF Leitlinie Nr. 013-024. S1. Stand 2018. www.awmf.org
  11. Su D, Drummond PD. Blushing propensity and psychological distress in people with rosacea. Clin Psychol Psychother. 2012;19(6):488-95. PMID: 21698719 PubMed
  12. Li WQ, Zhang M, Danby FW, et al. Personal history of rosacea and risk of incident cancer among women in the US. Br J Cancer 2015; 113(3): 520-3. www.ncbi.nlm.nih.gov
  13. Chen Q, Shi X, Tang Y, et al. Association between Rosacea and Cardiometabolic Disease: A Systematic Review and Meta-Analysis. J Am Acad Dermatol 2020; 83(5): 1331-40. pubmed.ncbi.nlm.nih.gov
  14. Egeberg A, Ashina M, Gaist D, et al. Prevalence and risk of migraine in patients with rosacea: A population-based cohort study. J Am Acad Dermatol 2017; 76(3): 454-8. pubmed.ncbi.nlm.nih.gov
Logo von Deximed

Dieser Artikel wird Ihnen bereitgestellt von Deximed.
Lesen Sie hier den vollständigen Originalartikel.

Die Inhalte auf team-praxis.de stellen keine Empfehlung bzw. Bewerbung der beschriebenen Methoden, Behandlungen oder Arzneimittel dar. Sie ersetzen nicht die fachliche Beratung durch eine*n Ärzt*in oder Apotheker*in und dürfen nicht als Grundlage für eine eigenständige Diagnose und Behandlung verwendet werden. Konsultieren Sie bei gesundheitlichen Fragen oder Beschwerden immer Ihre Ärztin oder Ihren Arzt!
Lesen Sie dazu mehr in unseren Haftungshinweisen.

In unserer Gesundheitsdatenbank suchen

Inhaltsverzeichnis anzeigen

Wissenswertes aus den hausärztlichen Praxen

Stopp
Gesundheit
Wissen, wann genug ist

Über Suchterkrankungen sprechen die meisten Menschen nicht gern.


Zum Beitrag
Heuschnupfen
Gesundheit
Juckende Augen und triefende Nasen: Hilfe bei Heuschnupfen

Leichte Symptome lassen sich oft durch einfache Maßnahmen lindern.


Zum Beitrag
Frau mit Hitzewallung
Gesundheit
Sind das die Wechseljahre?

Warum die Wechseljahre auch in der hausärztlichen Praxis Thema sind


Zum Beitrag

Kontaktieren Sie uns

Haben Sie Fragen zu den hausärztlichen Praxen?fragen@team-praxis.de

Zum Kontaktformular

Haben Sie Fragen zum Hausarztprogramm?hausarztprogramm@team-praxis.de

Zum Kontaktformular

Möchten Sie eine detaillierte Beratung zum Programm?Dann rufen Sie uns an.

Jetzt anrufen
TeamPraxisHausärtzinnen- und Hausärzteverband

TeamPraxis ist das Portal der hausärztlichen Praxen in Deutschland. Denn Gesundheit ist Teamsache.

Sie sind Ärzt*in und haben Interesse am Hausarztprogramm?
Informieren Sie sich unter www.hzv.de.