Grauer Star (Katarakt)

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Was ist ein grauer Star?

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Definition

Der graue Star ist eine Eintrübung der Augenlinse. Die Ursache ist meist die natürliche Alterung. Seltener kommt es zum grauen Star durch andere Erkrankungen, Medikamente, Strahlen oder Verletzungen. Manchmal ist die Erkrankung angeboren. Der graue Star ist nicht zu verwechseln mit dem grünen Star (Glaukom), einer Erkrankung des Sehnervs.

Symptome

Das Sehvermögen nimmt so allmählich ab, dass man es zunächst gar nicht merkt. Weit entfernte Dinge sind besonders schwer zu erkennen. Während das Sehvermögen auf einem oder beiden Augen sinkt, sind auch Doppelbilder möglich. Sonnenlicht, Autoscheinwerfer und andere starke Lichter blenden empfindlich. Einige Personen nehmen Lichteffekte wahr. Farben und Kontraste erscheinen verfälscht.

Ursachen

Die Linse enthält Eiweißmoleküle, die sich mit dem Alter verändern. Dies trübt die Linse und stört die Lichtbrechung. Dadurch sieht man unscharf. Über die Jahre trübt sich die Linse zunehmend ein, sodass das Sehvermögen immer weiter abnimmt. Manchmal ist der graue Star angeboren, etwa durch eine Vererbung. Ein angeborener grauer Star entsteht aber auch durch eine Masern- oder Rötelnerkrankung der Mutter während der Schwangerschaft.

Zigarettenrauch und Übergewicht tragen zum grauen Star bei. Auch Medikamente, Stoffwechselstörungen und Grunderkrankungen spielen eine Rolle. Ein bereits erkranktes oder verletztes Auge ist anfälliger.

Es gibt drei Haupttypen des altersbedingten grauen Stars:

  • Kernkatarakt (Cataracta nuclearis): In der Linse entstehen neue Fasern, es kommt zu einer Kompression und Gelbfärbung des Linsenkerns. Diese Form verläuft langsam und führt teils nur zu einer leichten Beeinträchtigung.
  • Rindenkatarakt (Cataracta corticalis): Neue Fasern entstehen in der Linsenkapsel.
  • Cataracta subcapsularis posterior: Diese Form kann auch bei jüngeren Personen auftreten und schon frühzeitig große Sehprobleme auslösen.

Einige Faktoren erhöhen die Wahrscheinlichkeit, einen Katarakt zu bekommen:

  • Hohes Alter
  • Rauchen, hoher Alkoholkonsum, UV-Strahlung
  • Genetik
  • Stoffwechselerkrankungen
    • Diabetes mellitus Typ 1 oder 2
    • Schilddrüsenkrankheiten
  • Systemerkrankungen (Erkrankungen ganzer Organsysteme)
  • Kortison
  • Chronische Erkrankungen des Augapfels, Durchblutungsstörungen im Auge
  • Mangelernährung

Häufigkeit

In Deutschland sind fast 10 Mio. Menschen betroffen. Frauen erkranken häufiger als Männer. Der graue Star ist die zweithäufigste Ursache für eine Sehverschlechterung und die Ursache für 15 % aller Erblindungen in Deutschland. In ärmeren Ländern beträgt der Anteil sogar 50 %. Die angeborene Form kommt zwar selten vor, ist aber die wichtigste Ursache für Blindheit bei Kindern.

Untersuchungen

In der Hausarztpraxis

Charakteristisch ist die schleichende Verschlechterung des Sehvermögens über mehrere Jahre. Man kann zur Untersuchung ggf. einen Sehtest mit einer Sehtafel machen.  Sie erhalten eine Überweisung zum Ausschluss anderer Erkrankungen und zur Planung einer Operation.

Bei Spezialist*innen

In der Augenarztpraxis untersucht man Ihre Augen genauer mit einer Augenspiegelung (Ophtalmoskopie) und Spaltlampe. Man untersucht die verschiedenen Augenabschnitte einschließlich der Hornhaut, um die Erfolgswahrscheinlichkeit einer Operation abzuschätzen.

Behandlung

Medikamente sind kaum von Bedeutung

Im Mittelpunkt der Behandlung steht die Operation. Man kann aber einen Behandlungsversuch mit einem Medikament unternehmen, das die Pupille weitet (Mydriatikum). Dies kann die Sehschärfe verbessern.

Operation

Jedes Jahr gibt es 900.000 Katarakt-Operationen in Deutschland. Bei diesem Eingriff entfernt man die getrübte Linse und setzt eine künstliche Linse ein (Implantation einer intraokulären Kunstlinse, IOL). Der Eingriff erfolgt meistens ambulant und unter örtlicher Betäubung.

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