Akne

Akne

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Was ist Akne?

Definition

Bei Akne (Acne vulgaris) entzünden sich die Talgdrüsen in der Haut dauerhaft. Am häufigsten tritt Akne im Gesicht auf, aber auch Hals, Brust, Rücken und Schultern können betroffen sein. Die Erkrankung zeigt sich typischerweise in der Pubertät und verläuft meist in Schüben. In 40 % der Fälle tritt eine Akne nur vorübergehend auf, in 60 % der Fälle ist eine ärztliche Behandlung notwendig.
Es gibt drei Hauptformen:

  • Akne comedonica: Hier zeigen sich vor allem Mitesser (Komedonen). Diese Form ist nicht entzündlich.
  • Akne papulopustulosa: Zusätzlich zu Mitessern treten entzündete Knötchen (Papeln) und Eiterpickel (Pusteln) auf.
  • Akne conglobata: Die schwerste Form mit größeren Knoten, tiefen Entzündungen und manchmal Abszessen. Daraus entstehen häufig Narben.

Symptome

Je nach Schweregrad können folgende Hautveränderungen auftreten:

  • Mitesser (Komedonen): weiße (geschlossene) oder schwarze (offene) Punkte in der Haut
  • Eiterpickel (Pusteln): kleine Erhebungen mit sichtbarem Eiterkern
  • Entzündete Knötchen (Papeln): gerötete Erhebungen unter 5 mm
  • Größere Knoten: schmerzhafte Verdickungen von mehr als 10 mm
  • Abszesse: tiefe, mit Eiter gefüllte Entzündungen
  • Narben und Krusten als Spätfolgen

Die Hautveränderungen finden sich bei 90 % der Betroffenen im Gesicht, bei 60 % am Rücken und bei 45 % im oberen Brustbereich.

Akne kann auch die Seele belasten. Betroffene leiden häufig unter verringertem Selbstwertgefühl. Das Risiko für Stigmatisierung und Mobbing steigt. Bei männlichen Jugendlichen mit Akne conglobata besteht ein erhöhtes Suizidrisiko.

Ursachen

Die genauen Ursachen der Akne sind noch nicht vollständig geklärt. Vier Hauptfaktoren spielen zusammen:

  • Männliche Geschlechtshormone (Androgene) und bestimmte Wachstumsfaktoren regen die Talgdrüsen an, mehr Hautfett zu produzieren.
  • Die Hautzellen in den Talgdrüsenkanälen verkleben miteinander, sodass der Talg nicht abfließen kann. Es entstehen Mitesser.
  • Bestimmte Hautbakterien (Propionibacterium acnes) vermehren sich in der fettigen Umgebung und verstärken die Entzündung.
  • Der Körper reagiert auf die verstopften und besiedelten Poren mit einer Entzündung.

Zusätzlich können folgende Faktoren Akne begünstigen oder verschlimmern:

  • Erbliche Veranlagung; Akne tritt in manchen Familien gehäuft auf.
  • Bestimmte Medikamente wie z. B. Anabolika, Lithium oder einige Psychopharmaka
  • Nahrungsergänzungsmittel, insbesondere Vitamin B2, B6 und B12
  • Milchprodukte, Eiweißpulver, zuckerreiche Lebensmittel, gesättigte Fettsäuren und dunkle Schokolade
  • Bei Frauen kann das polyzystische Ovarialsyndrom (PCOS), eine Hormonstoffwechselstörung, Akne auslösen.
  • Stress kann den Verlauf über Nerven-Botenstoffe negativ beeinflussen.

Häufigkeit

Akne gehört weltweit zu den häufigsten Erkrankungen. In westlichen Industrienationen sind etwa 85 % aller Menschen zwischen 12 und 24 Jahren zeitweise betroffen. Aber auch Erwachsene können Akne bekommen: Das ist bei etwa 18 % der Frauen und 8 % der Männer über 25 der Fall. In Bevölkerungsgruppen mit einer Ernährung ohne Milchprodukte, Getreide und mit wenig Zucker tritt Akne selbst in der Pubertät kaum auf.

Untersuchungen

In der Hausarztpraxis

Akne wird in der Regel durch eine Blickdiagnose festgestellt. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt erkennt die Erkrankung anhand des typischen Hautbildes. Zusätzliche Bluttests oder andere Laboruntersuchungen sind normalerweise nicht notwendig. Wichtig ist außerdem das Gespräch: Wann haben die Hautveränderungen begonnen? Welche Medikamente nehmen Sie ein? Gibt es Akne in Ihrer Familie? Wie stark fühlen Sie sich belastet? Der Schweregrad wird anhand einer Skala (IGA-Skala) beurteilt – von Grad 0 (reine Haut) bis Grad 4 (schwere Akne mit vielen Knoten und Entzündungen).

Bei Spezialist*innen

Eine Überweisung zur Hautarztpraxis (Dermatologie) ist sinnvoll bei:

  • Mittelschwerer oder schwerer Akne, die eine Behandlung mit Tabletten erfordert
  • Unzureichendem Ansprechen auf die bisherige Therapie
  • Narbenbildung, für die spezielle hautverbessernde Maßnahmen infrage kommen

Eine Überweisung zur Hormonsprechstunde (Endokrinologie) kann notwendig sein bei ungewöhnlichem Verlauf, hartnäckiger Akne oder einem sehr frühen Beginn im Kindesalter.

Bei starker seelischer Belastung kann zusätzlich eine psychologische Begleitung hilfreich sein.

Behandlung

Ziel ist es, das Hautbild zu verbessern und Narben zu verhindern. Die Wahl der Behandlung richtet sich nach dem Schweregrad, dem Alter und besonderen Umständen wie einer Schwangerschaft.

Medikamente

Zum Auftragen auf die Haut (topische Therapie)

Oft werden verschiedene Wirkstoffe kombiniert, um die Wirksamkeit zu erhöhen und Resistenzen zu vermeiden.

  • Benzoylperoxid: Das Gel tötet Bakterien auf der Haut ab, ohne dass diese resistent werden. Bei der ersten Anwendung kann die Haut brennen, sich röten oder sich schälen.
  • Lokale Retinoide: Diese Vitamin-A-Säure-Präparate verringern Mitesser und hemmen Entzündungen. Häufige Nebenwirkung ist eine Hautreizung („Sonnenbrand aus der Tube“). In der Schwangerschaft dürfen Retinoide nicht angewendet werden.
  • Azelainsäure: Hemmt das Wachstum von Bakterien und normalisiert die Verhornung der Haut. Häufig kommt es zu Brennen oder Rötung.
  • Antibiotika zum Auftragen: Werden wegen der Gefahr der Resistenzbildung nur in Kombination mit Benzoylperoxid eingesetzt.

Zum Einnehmen (systemische Therapie)

Wenn die äußerliche Behandlung nicht ausreicht, kommen folgende Medikamente infrage:

  • Antibiotika: Wirken zusätzlich entzündungshemmend, sie werden maximal für 12 Wochen eingenommen. In der Schwangerschaft (ab der 16. Woche) nicht erlaubt.
  • Hormonelle Verhütungsmittel („Pille“) mit Hormonwirkung gegen Akne: Bestimmte Pillen können bei Frauen Akne bessern, wenn gleichzeitig eine Empfängnisverhütung gewünscht ist.
  • Isotretinoin: Das starke Vitamin-A-Säure-Präparat kommt bei schwerer Akne zum Einsatz, wenn andere Behandlungen nicht gewirkt haben. Isotretinoin kann schwere Fehlbildungen beim ungeborenen Kind verursachen – Frauen müssen daher zuverlässig verhüten. Es gibt zudem Hinweise auf ein Risiko für Niedergeschlagenheit.

Bei schwerer knotiger Akne oder hohem Risiko für Narbenbildung kann eine Kortisonspritze direkt in den entzündeten Knoten helfen, die Entzündung rasch zu lindern.

Psychotherapie

Ist das Selbstwertgefühl aufgrund des Aussehens sehr beeinträchtigt, haben sich tiefenpsychologische und verhaltenstherapeutische Therapien bewährt.

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