Rauchen schadet Ihrer Gesundheit

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Warum ist Rauchen so ungesund?

Definition

Rauchen bezeichnet die Inhalation nikotinhaltiger Gase und Aerosole aus verbranntem Tabak, z. B. Zigaretten, Zigarren oder Pfeifen. Zunehmend werden auch Tabakerhitzer und vaporisierte (verdampfte) nikotinhaltige Flüssigkeiten aus elektronischen Zigaretten (E-Zigaretten) oder elektronischen Shishas (Wasserpfeifen) verwendet, umgangssprachlich auch als „Dampfen“/„Vapen“ bezeichnet.

Symptome

Raucher*innen entwickeln schnell eine körperliche und psychische Abhängigkeit und gewöhnen sich an einen regelmäßigen, täglichen Konsum. Charakteristische Zeichen des Rauchens sind gelbe Finger, Mundgeruch und eine Rachenrötung.

Hinsichtlich ihrer schädigenden Wirkung können die Bestandteile des Rauchs in vier Schadstoffgruppen unterteilt werden:

  • reizende Substanzen
    • Rauch reizt die Augen, Schleimhäute und Atemwege 
  • bluttoxische Substanzen
    • Rauchen schädigt die peripheren Blutgefäße, was im Laufe der Zeit zu einer verminderten Durchblutung der Organe führt. Rauchen ist deshalb eine der Hauptursachen für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
  • narkotisch wirkende Substanzen
    • Nikotin wirkt beruhigend, steigert die Aufmerksamkeit und Konzentrationsfähigkeit sowie unterdrückt Nervosität und Hunger. Nikotin ist die entscheidende Substanz für die biologische Abhängigkeit, ist aber nicht der Hauptverursacher der Folgeerkrankungen des Rauchens wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Atemwegserkrankungen und Krebs.
  • krebserzeugende Substanzen
    • Mindestens 70 der bekannten Inhaltsstoffe sind als krebserregend bekannt.

Tabakrauch verursacht und verschlechtert eine Vielzahl von Erkrankungen, wobei ein Zusammenhang zwischen Dauer und Intensität des Rauchens mit dem Erkrankungsrisiko besteht. Die häufigsten durch Tabakrauch verursachten Erkrankungen sind Lungenerkrankungen wie chronisch obstruktive Lungenkrankheit (COPD), Krebs (Lungenkrebs) und Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Atherosklerose. Im Einzelnen ist Rauchen ein Risikofaktor für das Auftreten, die Verschlechterung und/oder ein vermindertes Ansprechen auf die Behandlung von zahlreichen Erkrankungen:

Zu E-Zigaretten gibt es bisher nur wenige wissenschaftliche Studien, diese deuten aber darauf hin, dass der Gebrauch von E-Zigaretten ebenfalls Gesundheitsrisiken birgt, v. a. hinsichtlich Atemwegs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Bei Tabakerhitzern sind im Vergleich zum Rauch aus verbranntem Tabak die Konzentrationen einiger krebserregender Substanzen geringer. Ungewiss sind jedoch die Konzentrationen anderer verstärkt gebildeter Substanzen und deren gesundheitliche Risiken in der Langzeitanwendung. Derzeit vorliegende Studien deuten aber darauf hin, dass ebenfalls ein Gesundheitsrisiko für die Atemwege und das Herz-Kreislauf-System besteht.

Der Tabakkonsum mit Wasserpfeifen (Shishas) ist aufgrund der höheren Konzentration an inhalierten krebserregenden Stoffen bei gleichzeitig größerem Inhalationsvolumen vermutlich noch gefährlicher als der von Zigaretten. Im Gegensatz zu einer verbreiteten Meinung entsteht durch das Wasser kein Filtereffekt.

Ursachen

Eine häufige Ursache, warum jemand zu rauchen beginnt, sind Raucher*innen in der Familie oder im Freundeskreis. Andere Risikofaktoren sind ein niedriger sozioökonomischer Status und das Ansehen von Filmen/Videos, in denen geraucht wird. Ein früher Rauchbeginn im Jugendalter erhöht das Risiko für eine spätere Sucht. Eine Abhängigkeit von anderen Drogen (inkl. Alkohol) sowie psychische Störungen erhöhen ebenfalls die Wahrscheinlichkeit, dass jemand raucht.

Durch die Reizverknüpfung wecken schon Situationen wie die Tasse Kaffee am Morgen oder Stress den Wunsch nach einer Zigarette. Die zunehmende Entwicklung einer körperlichen und psychischen Abhängigkeit verselbständigt das Rauchverhalten und mündet in ein stabiles Konsummuster, das durch die Entzugssymptome langfristig aufrechterhalten wird.

Häufigkeit

In den Jahren 2022/2023 rauchten 28,8 % der erwachsenen Bevölkerung in Deutschland, wobei der Anteil unter Männern höher (32,7 %) als unter Frauen (24,8 %) ist. In den letzten 20 Jahren zeigte sich mit Schwankungen eine leichte Abnahme der Häufigkeit von 2003 (32,2 %) bis 2022/23 (28,8 %). Erwachsene ab 65 Jahre rauchen deutlich seltener (16,0 %) als andere Altersgruppen. Der Anteil an Raucher*innen sinkt mit steigendem Bildungsgrad (niedrig: 37,7 %, mittel 30,0 %, hoch 16,9 %). 2024 unternahmen 7,6 % der Raucher*innen in den letzten 12 Monaten einen ernsthaften Versuch der Rauchentwöhnung.

Etwa 8 % der erwachsenen Nichtraucher*innen sind regelmäßig Passivrauch ausgesetzt, davon die Hälfte täglich. Männer sind häufiger betroffen als Frauen, insbesondere in den unteren Bildungsschichten. Besonders gefährdet durch Passivrauchen sind Kinder, die dadurch häufiger an Atemwegsinfektionen leiden und ein erhöhtes Risiko für Asthma und andere Atemwegserkrankungen haben. Passivrauchen in der Schwangerschaft gefährdet die gesunde Entwicklung des Embryos und erhöht bei Säuglingen das Risiko für plötzlichen Kindstod.

Untersuchungen

  • Im Untersuchungsgespräch werden Art (Zigarette, E-Zigarette, Tabakerhitzer), Dauer und Umfang (Häufigkeit, Menge) des Tabak-/Nikotinkonsums besprochen.
  • Zur Einschätzung der Abhängigkeit wird die Zeit zwischen dem Aufwachen und der ersten Zigarette sowie das Rauchen in speziellen Situationen (z. B. im Krankheitsfall) erfragt.
    • Zur weiterführenden Bestimmung des Schweregrads der Abhängigkeit stehen ausführlichere Tests zur Verfügung.
  • Herz- und Lunge sowie Durchblutung (Puls, Blutdruck) werden untersucht.
  • Gegebenenfalls erfolgt eine gezielte körperliche Untersuchung hinsichtlich typischer Erkrankungen.

 Behandlung

  • Zur Rauchentwöhnung stehen verschiedene Maßnahmen wie eine begleitende professionelle Beratung durch z. B. Psychotherapie zur Verfügung.
    • Auch eine medikamentöse Therapie kann eine Option sein.
  • Es wird versucht, körperliche Folgeschäden zu vermeiden und ggf. zu behandeln.
  • Etwaige zugrunde liegende oder begleitende psychische Störungen werden ebenfalls behandelt.
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