Rauchen schadet Ihrer Gesundheit
Rauchen schadet Ihrer Gesundheit
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Warum ist Rauchen so ungesund?
Definition
Rauchen bezeichnet die Inhalation nikotinhaltiger Gase und Aerosole aus verbranntem Tabak, z. B. Zigaretten, Zigarren oder Pfeifen. Zunehmend werden auch Tabakerhitzer und vaporisierte (verdampfte) nikotinhaltige Flüssigkeiten aus elektronischen Zigaretten (E-Zigaretten) oder elektronischen Shishas (Wasserpfeifen) verwendet, umgangssprachlich auch als „Dampfen“/„Vapen“ bezeichnet.
Symptome
Raucher*innen entwickeln schnell eine körperliche und psychische Abhängigkeit und gewöhnen sich an einen regelmäßigen, täglichen Konsum. Charakteristische Zeichen des Rauchens sind gelbe Finger, Mundgeruch und eine Rachenrötung.
Der zentrale Wirkmechanismus von Nikotin ist eine Veränderung in den peripheren Blutgefäßen, die im Laufe der Zeit zu einer verminderten Durchblutung der Organe führt. Rauchen ist deshalb eine der Hauptursachen für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Nikotin wirkt jedoch auf alle Organe potenziell schädigend.
Eine Vielzahl von Lungenerkrankungen sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen stehen in direktem Zusammenhang mit dem Rauchen von Tabakprodukten. Teersubstanzen sind die Hauptursache für die stark erhöhte Krebshäufigkeit wie von Lungenkrebs, Nikotin scheint jedoch in geringem Maß zusätzlich kanzerogen zu wirken.
Bei E-Zigaretten und -Shishas zeigen sich häufig Schleimhautirritationen in Mund und Rachen sowie ein beeinträchtigter Selbstreinigungsmechanismus der Bronchien. Die meisten Produkte enthalten neben dem Nikotin eine Vielzahl weiterer potenziell toxischer Substanzen. Vorläufigen Schätzungen zufolge liegt das krebserregende Potenzial von E-Zigaretten nur bei 0,5 % im Vergleich zu herkömmlichem Rauchen, das Abhängigkeitspotenzial scheint jedoch mindestens so hoch zu sein.
Auch bei Tabakerhitzern sind im Vergleich zum Rauch aus verbranntem Tabak die Konzentrationen einiger nachweislich kanzerogener Substanzen um 80–99 % geringer. Ungewiss sind jedoch die Konzentrationen anderer verstärkt gebildeter Substanzen und deren gesundheitliche Risiken in der Langzeitanwendung. Bei Schnupftabak, Nikotinbeutel und anderen rauchlosen Tabakprodukten wurden ebenfalls 31 krebserregende Substanzen identifiziert.
Ursachen
Eine häufige Ursache, warum jemand zu rauchen beginnt, sind Raucher*innen in der Familie oder im Freundeskreis. Andere Risikofaktoren sind ein niedriger sozioökonomischer Status, eine Nachbarschaft mit hoher Dichte an Tabakverkaufsstellen, eine fehlende Beteiligung an Teamaktivitäten, ein großer Wunsch nach Sinneseindrücken und auch das Ansehen von Filmen/Videos, in denen geraucht wird. Ein früher Beginn mit dem Rauchen im Jugendalter erhöht das Risiko für eine spätere Sucht. Eine Abhängigkeit von anderen Drogen (inkl. Alkohol) sowie psychische Störungen erhöhen ebenfalls die Wahrscheinlichkeit, dass jemand raucht.
Häufigkeit
Eine Studie des Robert Koch-Instituts von April 2019 bis September 2020 ergab, dass 29 % der erwachsenen deutschen Bevölkerung rauchten. Unter Männern rauchten mehr (34 %) als unter Frauen (24 %). Die Altersgruppe mit der höchsten Prävalenz war jene von 30–44 Jahren (37 %). An den Folgen des Rauchens sterben in Deutschland jedes Jahr mehr als 100.000 Menschen.
Bei 18- bis 25-Jährigen ging das Rauchen von 1973 bis 2014 stetig zurück. Dann setzte sich der Rückgang nicht weiter fort. Im Jahr 2021 rauchten noch 29,8 % der jungen Erwachsenen. Der Anteil rauchender Jugendlicher verringerte sich von 27,5 % im Jahr 2001 auf 6,1 % im Jahr 2021. Jüngere Raucher*innen rauchen eher gelegentlich, während ältere häufig einen starken Konsum haben.
Gesundheitsrisiken
- 80–90 % aller Fälle durch Lungenkrebs werden durch Rauchen verursacht.
- Rauchen ist eine Ursache von Kehlkopfkrebs, Rachenkrebs und Mundhöhlenkrebs. Rauchen ist auch eine Hauptursache für Krebs in der Speiseröhre, der Harnblase, am Gebärmutterhals und an der Bauchspeicheldrüse.
- Rauchen erhöht das Risiko, an chronisch obstruktiver Lungenkrankheit (COPD) zu erkranken, auf das 13-Fache.
- Rauchen erhöht das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt, Angina pectoris und Schlaganfall.
- Die Haut und andere Organe altern bei Raucher*innen schneller und Infektionen treten häufiger auf.
- Das Risiko für Osteoporose und Oberschenkelhalsfrakturen ist für Raucher*innen deutlich erhöht.
- Frauen kommen früher in die Wechseljahre und sind zusätzlich anfälliger für Osteoporose.
- Auch Gelegenheitsrauchen führt zu einer ca. 38 % höheren Sterblichkeit im Vergleich zu Nichtraucher*innen.
- Passivrauchen führt ebenfalls zu körperlichen Beschwerden und Erkrankungen sowie vorzeitigen Todesfällen.
Untersuchungen
- Zur Einschätzung der Abhängigkeit wird die Zeit zwischen dem Aufwachen und der ersten Zigarette sowie das Rauchen bei nächtlichem Aufwachen erfragt.
- Wird die erste Zigarette innerhalb von 30 Minuten nach dem Aufwachen geraucht, so deutet dies auf eine starke Nikotinabhängigkeit hin.
- Nächtliches Rauchen deutet auf eine sehr starke Abhängigkeit hin.
- Unterschieden wird auch zwischen psychischer Abhängigkeit, um die Stimmung zu verbessern oder mit Stress fertig zu werden, und sozialer Abhängigkeit, etwa in Gesellschaft.
- Zur weiterführenden Bestimmung des Schweregrads der Abhängigkeit stehen ausführlichere Tests zur Verfügung.
- Teil jeder Basis untersuchung ist zudem der Herz- und Lungenstatus sowie die Durchblutung, einschließlich Blutdruck.
Behandlung
- Zur Raucherentwöhnung stehen verschiedene Maßnahmen wie eine begleitende professionelle Beratung durch z. B. Psychotherapie zur Verfügung.
- Auch eine medikamentöse Therapie kann eine Option sein.
- Es wird versucht, körperliche Folgeschäden zu vermeiden und ggf. zu behandeln.
- Etwaige zugrunde liegende oder begleitende psychische Störungen werden ebenfalls behandelt.
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