Speiseröhrenkrebs

Speiseröhrenkrebs

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Was ist Speiseröhrenkrebs?

Definition

Speiseröhrenkrebs ist ein bösartiger Tumor im Ösophagus (Speiseröhre). Der Tumor wird in verschiedene Stadien eingeteilt, je nachdem, wie weit er sich bereits ausgebreitet hat, ob Metastasen in Lymphknoten oder Fernmetastasen in anderen Organen bestehen. Zum Zeitpunkt der Diagnosestellung hat sich der Tumor in vielen Fällen bereits über den Ösophagus hinaus ausgebreitet. Die Diagnose wird durchschnittlich im Alter von ca. 70 Jahren gestellt.

Symptome

Die ersten Symptome sind häufig Schwierigkeiten beim Schlucken von Nahrung oder Flüssigkeit. Die Beschwerden sind zunächst diffus, später fällt die Nahrungsaufnahme aufgrund der Schluckstörungen immer schwerer. Infolgedessen verlieren die Patient*innen an Gewicht und der Allgemeinzustand verschlechtert sich. Schmerzen in der Brust und Heiserkeit, also eine Lähmung der Stimmbänder, deuten auf eine Ausbreitung des Tumors in der Brusthöhle (Mediastinum) hin.

Weitere Symptome sind schnelles Sättigungsgefühl seit einigen Wochen, Erbrechen oder Blut im Stuhl und/oder eine Eisenmangelanämie.

Spätere Anzeichen können Brust- oder Rückenschmerzen beim Schlucken, schlechter Atem und Veränderungen an den Fingern sein (Trommelschlegelfinger). Eine Verwachsung oder Fistelbildung zwischen Speiseröhre und Luftröhre führt zu Husten nach dem Schlucken und lässt relativ leicht eine Lungenentzündung entstehen. Das Horner-Syndrom (kleine Pupillen, hängende Augenlider, ausbleibendes Schwitzen auf einer Hälfte von Gesicht und Hals), vergrößerte Lymphknoten am Hals bzw. oberhalb der Schlüsselbeine, ständige Brustschmerzen und häufiger Schluckauf sind ebenfalls Kennzeichen eines späten Stadiums.

Ursachen

Es wurde festgestellt, dass Personen mit Beschwerden wie saurem Aufstoßen oder Sodbrennen in höherem Grade gefährdet sind. Manche dieser Patient*innen leiden unter einem sog. Barrett-Ösophagus (einer Veränderung der Schleimhaut der Speiseröhre) und sind daher anfälliger gegenüber einem bestimmten Krebstyp, dem Adenokarzinom. Andere Schädigungen der Speiseröhre wie Verätzungen oder Folgen von Bestrahlungen erhöhen ebenfalls das Risiko für Speiseröhrenkrebs. Weitere typische Risikofaktoren sind Rauchen, Alkoholmissbrauch, Übergewicht oder Kopf-Hals-Tumoren. Auch eine chronische Infektion mit dem humanen Papillomavirus (HPV) stellt einen Risikofaktor dar.

Häufigkeit

Der Speiseröhren- oder Ösophaguskrebs steht für etwa 1 % aller Krebsfälle. In Deutschland werden pro Jahr ca. 4–5 neue Fälle pro 100.000 Einw. diagnostiziert. Aufgrund des immer häufigeren Vorkommens von Adenokarzinomtypen sind vermehrt auch Personen im Alter von 50–60 Jahren von Speiseröhrenkrebs betroffen. Der andere Typ von Speiseröhrenkrebs, das Plattenepithelkarzinom, betrifft in einigen Ländern wie im Iran, in Südafrika und China geschätzt 200 von 100.000 Personen.

Untersuchungen

  • Die genannten Symptome sind typische Warnzeichen für Speiseröhrenkrebs.
  • Um zu einer sicheren Aussage zu gelangen, bedarf es einer Gastroskopie (Magenspiegelung). Dabei werden Gewebeproben von der Schleimhaut der Speiseröhre entnommen und mikroskopisch untersucht.
  • Eine Ultraschalluntersuchung und Computertomografie der Speiseröhre und der Brusthöhle sind weitere notwendige Untersuchungen, um festzustellen, wie weit die Erkrankung fortgeschritten ist.
  • In einigen Fällen können zusätzliche bildgebende Verfahren oder eine Laparoskopie (Bauchspiegelung) erforderlich sein.
  • Neben diesen Tests und vor einer eventuellen Operation werden Blutuntersuchungen durchgeführt. Wie bei allen Operationen üblich wird davor auch die Lungen- und Herzfunktion der Patient*innen beurteilt.
  • Häufig suchen Betroffene erst ärztliche Hilfe, wenn sie deutliche Beschwerden haben. Die Schluckstörungen treten erst auf, wenn die Passage durch die Speiseröhre bereits um 50–75 % verringert ist. Darum wird die Diagnose oft erst gestellt, wenn der Krebs schon recht groß ist oder sich schon über die Speiseröhre hinaus ausgebreitet hat.

Behandlung

  • Die Behandlung ist davon abhängig, wie weit der Krebs fortgeschritten ist. Im frühen Stadium kann eine chirurgische Entfernung erfolgen, jedoch ist eine Operation mit Aussicht auf Erfolg nur bei etwa 1/4 der Patient*innen möglich. Eine palliative Operation zur Symptomlinderung wird nur selten durchgeführt.
  • Bei der Operation kann je nach Größe und Ausdehnung der Tumor mit einem kleinen Teil der Speiseröhre entfernt werden. Es kann aber auch nötig sein, die komplette Speiseröhre oder zusätzlich Teile des Magens zu entfernen. Die Ernährung erfolgt dann über eine kleine Sonde, die durch die Bauchhaut direkt in den Magen führt.
  • Die wichtigsten Maßnahmen der nichtoperativen Behandlung sind eine Behandlung mit Zellgiften (Zytostatika) und Bestrahlung. Zytostatika, also eine Chemotherapie, können zum einen darauf abzielen, den Krebs vor einer geplanten Operation zu verkleinern, um die Erfolgsaussichten einer Operation zu verbessern. Zum anderen kann eine Chemotherapie auch ohne Operation, nach einer Operation und in Kombination mit einer Strahlentherapie eingesetzt werden.
  • Die Speiseröhre kann durch Einsetzen eines Stents offengehalten werden, wenn der Tumor schon recht groß, die Speiseröhre deutlich verengt und eine Operation (noch) nicht möglich ist.
  • Chemo- und Strahlentherapie sowie eine Stentbehandlung werden alleine oder in Kombination auch durchgeführt, um die Lebensqualität von Patient*innen mit inoperablem Tumor zu verbessern.
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