Osteoporose (Knochenschwund)

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Was ist Osteoporose?

Definition

Osteoporose (Knochenschwund) ist eine Skeletterkrankung, bei der sich die Knochenmasse verringert und Veränderungen im Knochenbau auftreten. Dies macht das Skelett weniger stabil und erhöht die Gefahr von Knochenbrüchen. Der Knochenschwund verursacht zunächst nur selten Beschwerden, sondern wird oftmals erst bei einem Bruch festgestellt.

Symptome

  • Die häufigsten Stellen für Brüche aufgrund von Osteoporose sind Oberschenkel, Rückenwirbel und Unterarme.
  • Eine Person mit Osteoporose kann auch bei kleineren Unfällen leichter einen Knochenbruch erleiden. Das Skelett ist bei Osteoporose geschwächt, weshalb sonst unproblematische Stöße und Stürze bereits zu Brüchen oder Rissen führen können.
  • Einige Betroffene klagen darüber hinaus über Schmerzen, die am häufigsten im Rücken auftreten. Diese können auch ein Hinweis auf einen Wirbelbruch sein.
  • Mit der Zeit kann die Körpergröße abnehmen und ein Rundrücken entstehen.

Ursachen

Osteoporose kann von allein (primär) oder als Folge einer anderen Erkrankung (sekundär) entstehen.

Osteoporose ohne verursachende Grunderkrankung

Bei den meisten Betroffenen liegt eine primäre Form der Osteoporose vor. Die wichtigsten Risikofaktoren hierbei sind das Alter und hormonelle Veränderungen bei Frauen.

  • Ab dem Alter von 40 Jahren nimmt die Knochenmasse bei allen Menschen allmählich ab. Je höher das Alter, desto höher ist deshalb die Wahrscheinlichkeit, von Osteoporose betroffen zu sein. 
  • Die Wahrscheinlichkeit einer Osteoporose ist bei Frauen nach den Wechseljahren höher. Dies wird auf niedrigere Spiegel des Geschlechtshormons Östrogen zurückgeführt, das den Knochenstoffwechsel beeinflusst.
  • Ab dem 70. Lebensjahr tritt Osteoporose bei beiden Geschlechtern durch altersbedingten Verlust der Knochendichte auf.
  • Die Knochenfestigkeit ist vermutlich zum Teil auch genetisch bedingt.

Osteoporose infolge einer Grunderkrankung

Es gibt eine Reihe von Erkrankungen, die zu Osteoporose führen können, z. B.:

  • Diabetes und Störungen des Hormonhaushalts
  • rheumatische Erkrankungen
  • Nierenerkrankungen
  • Magenoperationen, chronisch-entzündliche Darmerkrankungen und Zöliakie
  • bösartige Erkrankungen

Auch Medikamente, beispielsweise eine dauerhafte Behandlung mit Kortison-Tabletten, spielen eine Rolle.

Risikofaktoren 

  • Das Risiko für Osteoporose ist erhöht für untergewichtige Personen und bei geringer sportlicher Betätigung sowie bei Rauchen und erhöhtem Alkoholkonsum.
  • Außerdem beschleunigt ein Mangel an Kalzium und Vitamin D (z. B. durch fehlendes Tageslicht) den Verlauf.
  • Verminderte Kraft und eine Neigung zu Stürzen erhöhen das Risiko für Knochenbrüche.
  • Das Risiko nimmt mit dem Alter zu, insbesondere wenn bereits Knochenbrüche aufgetreten sind.

Häufigkeit

  • Osteoporose ist eine häufige Erkrankung, die vornehmlich Menschen über 50 Jahre betrifft. Die Häufigkeit steigt mit dem Alter an, Frauen sind im Schnitt 10 Jahre früher betroffen als Männer.
  • In Deutschland sind ca. 5,2 Mio. Frauen und 1,1 Mio. Männer betroffen.
  • Schätzungen zufolge erleiden 50 % der Frauen und 20 % der Männer in Deutschland in ihrem Leben einen Knochenbruch, der auf Osteoporose zurückzuführen ist.

Untersuchungen

Wenn Knochenbrüche ohne erklärende Verletzungsursache aufgetreten sind oder bei einem erhöhten Risiko für solche Knochenbrüche, z. B. aufgrund von Vorerkrankungen, sollte eine ärztliche Abklärung erfolgen. Eine Untersuchung auf Osteoporose wird zudem ab dem 70. Lebensjahr empfohlen.

Anamnesegespräch

  • Im Anamnesegespräch werden Risikofaktoren für Osteoporose erfragt wie erbliche Faktoren (z. B. unerklärliche Knochenbrüche bei Familienangehörigen), körperliche Aktivität, Sonnenlichtexposition, Ernährung, Konsum von Alkohol und Tabak, Medikamenteneinnahme und Erkrankungen.
  • Außerdem werden Schmerzen und funktionelle Beeinträchtigungen erfasst.

Körperliche Untersuchung

  • Eine körperliche Untersuchung kann Hinweise auf einen Knochenschwund liefern, beispielsweise durch eine Verformung des Rückens oder durch eine Abnahme der Körpergröße.
  • Auch das Gewicht wird gemessen, da bei Untergewicht das Risiko für Osteoporose erhöht ist.
  • Mit verschiedenen Tests können Beweglichkeit, Kraft und Gleichgewicht erfasst werden, um so das Sturzrisiko zu ermitteln.
  • Um andere Erkrankungen auszuschließen, werden möglicherweise Blutuntersuchungen durchgeführt.

Bildgebende Untersuchungen

  • Bei Rückenschmerzen und Rückenverformungen wird eine Röntgenaufnahme des Rückens gemacht.
  • Eine Röntgenuntersuchung erfolgt auch, um Wirbelkompressionen oder andere Knochenbrüche zu erkennen.

Knochendichtemessung

  • Die darüber hinaus wichtigste Untersuchung ist die Knochendichtemessung, durch die der Mineralgehalt des Skeletts ermittelt wird. 
  • Dabei kommen verschiedene Röntgentechniken zur Anwendung. Am häufigsten wird die sog. DXA-Technik (Dual-Energy X-Ray Absorptiometry) eingesetzt.
  • Die Messung erfolgt an der Lendenwirbelsäule und an den Oberschenkelknochen.
  • Die Knochendichtemessung soll dabei helfen zu entscheiden, ob eine medikamentöse Behandlung sinnvoll ist.

Behandlung

Ziele

Bei der Behandlung der Osteoporose werden verschiedene Ziele verfolgt.

  • In erster Linie soll Knochenbrüchen vorgebeugt werden, auch durch Vermeidung von Stürzen.
  • Eine Behandlung soll außerdem die Lebensqualität verbessern, Funktion und Beweglichkeit erhalten und Schmerzen reduzieren.
  • Zudem soll ein Fortschreiten der Erkrankung verhindert werden.

Die Behandlung kann aus selbstständig durchführbaren Maßnahmen wie körperlichem Training und ausgewogener Ernährung bestehen sowie aus Medikamenten und Maßnahmen gegen die Sturzgefahr. Die Therapie bei Osteoporose infolge einer Grunderkrankung unterscheidet sich je nach Ursache.

Medikamente

Das Risiko, in den nächsten Jahren einen Knochenbruch durch Osteoporose zu erleiden, ist dafür entscheidend, ob eine medikamentöse Behandlung sinnvoll ist. Bei einem hohen Risiko oder bei einem bereits bestehenden Wirbelkörper- oder Oberschenkelbruch wird eine medikamentöse Therapie empfohlen. Die Therapie sollte mindestens 3 Jahre andauern, kann aber auch (ggf. mit Unterbrechung) lebenslang notwendig sein.

Kalzium und Vitamin D

Die Basis der Behandlung ist stets eine ausreichende Zufuhr von Kalzium (1.000 mg täglich) und Vitamin D (800–1.000 IE), ggf. über Nahrungsergänzungsmittel.

Bisphosphonate

Darüber hinaus angewandt werden Bisphosphonate, die das Knochengewebe stabilisieren und den Abbau hemmen. Als Nebenwirkung können Verdauungsbeschwerden auftreten. Da bei Einnahme von Bisphosphonaten bestimmte Zahnbehandlungen nur mit Vorsicht durchgeführt werden sollten, wird eine zahnärztliche Kontrolle vor Beginn der Therapie empfohlen. Bei schlechter Verträglichkeit existieren neuere Alternativmedikamente wie der Antikörper Denosumab.

Weitere Medikamente

Bei bereits fortgeschrittener Erkrankung mit mehreren Knochenbrüchen können andere Medikamente eingesetzt werden, die den Knochen wiederaufbauen. Dazu gehört Teriparatid, ein biotechnologisch hergestelltes Fragment des Parathormons aus der Nebenschilddrüse.

Östrogene wirken einer Osteoporose entgegen. Frauen, die aufgrund von Wechseljahresbeschwerden bereits eine Hormonersatztherapie erhalten, benötigen daher in der Regel keine weitere medikamentöse Behandlung.

Ergänzende Maßnahmen

  • Physiotherapie dient sowohl der Vorbeugung als auch der Behandlung von Knochenbrüchen bei Osteoporose. Physiotherapeutische Übungen können das Sturzrisiko verringern.
  • Bei Schmerzen kann die Einnahme von Schmerzmitteln hilfreich sein. Mögliche Gegenanzeigen und Nebenwirkungen sollten dabei berücksichtigt werden.
  • Betroffene können sich Osteoporose-Selbsthilfegruppen und Reha-Sportgruppen anschließen.
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