Bauchspeicheldrüsenkrebs (Pankreaskarzinom)
Bauchspeicheldrüsenkrebs (Pankreaskarzinom)
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Was ist Bauchspeicheldrüsenkrebs?
Definition
Die Bauchspeicheldrüse (Pankreas) ist ein Organ im Oberbauch. Sie liegt unterhalb des Magens und wird in Kopf (Caput), Körper (Corpus) und Schwanz (Cauda) untergliedert. Die Bauchspeicheldrüse produziert Verdauungsenzyme, die in den Zwölffingerdarm abgegeben werden, und Hormone für den Kohlenhydratstoffwechsel (u. a. Insulin).
Die meisten Tumore in der Bauchspeicheldrüse sind sog. Adenokarzinome, die vom Ausführungsgang der Bauchspeicheldrüse ausgehen. Diese Tumoren wachsen in umliegendes Gewebe ein und breiten sich früh auf lokale Lymphknoten aus. Die Erkrankung geht mit einer hohen Sterblichkeit einher.
Symptome
Ein Tumor in der Bauchspeicheldrüse hat an vielen Stellen ausreichend Platz, um recht lange zu wachsen, ohne auf andere Organe zu drücken oder zu Schmerzen oder anderen Beschwerden zu führen. Oft ist der Tumor daher groß geworden und hat sich bereits in andere Organe ausgebreitet, bevor er entdeckt wird.
Bei fortgeschritteneren Tumoren können Schmerzen im Oberbauch auftreten, häufig mit gürtelförmiger Ausstrahlung in den Rücken.
Gelbsucht (Ikterus) entsteht, wenn der Tumor so stark auf den Gallengang drückt, dass die Galle nicht (wie vorgesehen) in den Darm abfließen kann, sondern ins Blut übergeht. Die Gallenfarbstoffe verursachen eine gelbliche Haut und dunklen Urin; der Stuhlgang ist hingegen hell bzw. grau gefärbt. Zusätzlich kann starker Juckreiz bestehen.
Weitere mögliche Symptome sind Gewichtsabnahme, geschwollene Lymphknoten und Blutarmut. Je nach Mitbeteiligung weiterer Organe können zusätzliche Symptome auftreten, z. B. Atemnot oder Knochenschmerzen.
Ursachen
Die meisten Tumore in der Bauchspeicheldrüse sind sog. Adenokarzinome, die aus veränderten Zellen im Ausführungsgang der Bauchspeicheldrüse entstehen. Rund 80 % der Tumore sitzen im Kopf der Bauchspeicheldrüse.
Risikofaktoren
In den meisten Fällen ist die Ursache eines Pankreaskarzinoms unbekannt. Es gibt jedoch einige Risikofaktoren:
- Rauchen
- hoher Alkoholkonsum
- bestimmte genetische Erkrankungen und Pankreaskarzinome in der Familie
- Übergewicht
- Typ-2-Diabetes
- chronische Bauchspeicheldrüsenentzündung
- Infektionen mit Helicobacter pylori
- evtl. Kontakt zu Pestiziden, chlorierten Kohlenwasserstoffen oder Chromverbindungen
Häufigkeit
- Jährlich erkranken in Deutschland etwa 11 von 100.000 Frauen und 15 von 100.000 Männern an einem Pankreaskarzinom.
- Diese Krebsart tritt am häufigsten im Alter ab etwa 70 Jahren auf.
- Die Erkrankung ist die vierthäufigste krebsbedingte Todesursache.
Untersuchungen
- Bei der körperlichen Untersuchung wird u. a. der Bauch abgetastet.
- Zudem wird Blut abgenommen, um Entzündungs- und Leberwerte sowie Enzyme der Bauchspeicheldrüse zu bestimmen.
Ultraschall
- Bei Verdacht auf ein Pankreaskarzinom wird zunächst meist eine normale Ultraschalluntersuchung des Bauchraums durchgeführt.
- Immer häufiger wird auch ein Ultraschall mit einem Endoskop (sog. Endosonografie) verwendet.
Weitere bildgebende Untersuchungen
- Bildgebende Verfahren wie Computertomografie (CT) oder Magnetresonanztomografie (MRT) der Bauchspeicheldrüse liefern genauere Informationen.
- Wenn ein Tumor entdeckt wird, werden zusätzliche Spezialbilder der Bauchspeicheldrüse und weitere CT-/MRT-Untersuchungen der Bauchhöhle und der Brusthöhle gemacht. Damit wird der Umfang der Erkrankung so umfassend wie möglich abgeklärt.
- In bestimmten Fällen ist eine Bauchspiegelung (Laparoskopie) sinnvoll, mit der Metastasen entdeckt werden können.
Behandlung
- Die Abklärung durch bildgebende Untersuchungen bildet die Grundlage für die Wahl der Behandlungsmethode.
- Die Erkrankung kann nur durch eine vollständige operative Entfernung des Tumors geheilt werden. Da der Krebs aber bei der Diagnose meist schon weit fortgeschritten ist, ist dies häufig nicht mehr möglich.
Operation
- Bei der Operation wird die Bauchspeicheldrüse mit den angrenzenden Lymphknoten ganz oder teilweise entfernt.
- Manchmal werden zusätzlich der Zwölffingerdarm, die Gallenblase und ein Teil des Magens entfernt.
- Die Operation ist umfassend, und nicht alle Patient*innen können eine solche Operation verkraften.
- Wenn es nicht möglich ist, die Erkrankung operativ zu heilen, kann ein chirurgischer Eingriff trotzdem sinnvoll sein, um die Schmerzen zu lindern. Hierbei kann es sich um einen Eingriff handeln, bei dem die blockierten Gallengänge wieder geöffnet werden, oder um entlastende Operationen, wenn der Darm eingeklemmt ist und dadurch Schmerzen verursacht.
Chemotherapie
- In manchen Fällen wird vor der Operation eine Chemotherapie durchgeführt, um die Größe des Tumors vor dem Eingriff zu begrenzen.
- Bei Patient*innen mit gutem Allgemeinzustand wird nach der Entfernung des Tumors eine unterstützende Chemotherapie über 6 Monate empfohlen.
- In fortgeschrittenen Stadien führt eine palliative Chemotherapie zu einer verlängerten Überlebenszeit und verbesserten Lebensqualität.
Palliativbehandlung
Diese Erkrankung hat eine ernste Prognose und lässt sich nur bei einer geringen Anzahl der Betroffenen heilen. Wenn der Tumor wächst und Schmerzen verursacht, gibt es viele Formen der palliativen (lindernden) Behandlung. Eine Palliativbehandlung soll Symptome lindern und bei anderen körperlichen, psychischen, sozialen oder spirituellen Problemen unterstützen. Dabei werden auch die Angehörigen einbezogen.
- Die Palliativbehandlung kann ambulant (zu Hause) oder in einer spezialisierten Einrichtung (z. B. Hospiz) erfolgen.
- Schmerzen werden nach den Prinzipien der allgemeinen Schmerztherapie behandelt. Bei starken Tumorschmerzen werden Opioide gegeben.
- Beschwerden wie Übelkeit, Verstopfung, Atemnot und Schlafstörungen werden medikamentös behandelt.
- Auch eine psychoonkologische Mitbetreuung kann sich positiv auswirken.
- Nach einer Entfernung der Bauchspeicheldrüse werden die nun fehlenden Verdauungsenzyme zum Einnehmen verschrieben, um Verdauungsstörungen vorzubeugen. Auch eine Mangelernährung soll ausgeglichen werden.
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