Übelkeit und Erbrechen

Übelkeit und Erbrechen

Dieser Artikel wird Ihnen bereitgestellt von Deximed. Mehr erfahren

Was sind Übelkeit und Erbrechen?

Übelkeit und Erbrechen sind unangenehm und können sehr belastend sein. Gleichzeitig sind sie häufig und gehen meist auch ohne Therapie vorüber. Bei langanhaltenden Beschwerden können aber auch verschiedene behandelbare Krankheiten die Ursache sein.

Was kann die Ursache sein?

Häufige Ursachen

Besonders häufige Ursachen für Übelkeit und Erbrechen sind u. a.:

  • Infektionen
    • Magen-Darm-Infekt (Gastroenteritis) durch Viren, deutlich seltener durch Bakterien oder Parasiten, z. B. durch NorovirusSalmonellenShigellen oder E.-coli-Bakterien
    • Lebensmittelvergiftung durch mit Giftstoffen (Toxine) von Bakterien, Viren oder Parasiten verunreinigte Nahrungsmittel oder Wasser
  • Schwangerschaft (besonders im ersten Schwangerschaftsdrittel)
  • Medikamente und giftige Substanzen
    • Chemotherapie (gegen Krebs)
    • NSAR (gängige Medikamente gegen Schmerzen und Entzündungen, z. B. Diclofenac oder Ibuprofen)
    • Antidepressiva (Medikamente gegen Depression)
    • Antiarrhythmika (Medikamente gegen Herzrhythmusstörungen)
    • Opioide (Medikamente gegen starke Schmerzen)
    • Metformin (Medikament gegen Diabetes mellitus)
    • Digoxin (Medikament gegen Herzrhythmusstörungen)
    • Östrogen und Progesteron (Hormone, z. B. in der „Pille")
    • Alkohol
    • Cannabis
    • andere toxische Substanzen
    • Operationen mit Narkose – ohne Vorbeugung sind bis zu 30 % aller Patient*innen betroffen.

Spezifische Ursachen

Es ist nicht immer möglich oder nötig, bei vorübergehender Übelkeit oder Erbrechen eine genaue Ursache festzustellen. Ist die Erkrankung aber sehr heftig oder langanhaltend, können folgende Krankheitsbilder infrage kommen:

  • Entzündungen
  • Darmverschluss bzw. Verlegung des Darmes
    • Einengung durch Narben und Verwachsungen
      • z. B. durch Wundheilung nach einer Bauchoperation
    • bösartige Erkrankung
    • verengter Magenausgang (Pylorusstenose)
      • v. a. bei Säuglingen in den ersten 2–3 Lebenswochen
    • Darmverdrehung (Volvulus)
    • Einstülpung eines Darmteils in einen benachbarten Darmabschnitt (Invagination)
      • v. a. bei Kindern unter 2 Jahren
    • eingeklemmter Leisten- oder Nabelbruch
  • Funktionsstörungen der Muskulatur der Speiseröhre
    • z. B. Achalasie (Funktionsstörung der Speiseröhre)
  • Erkrankungen des Magens
    • Magenentleerungsstörung, z. B. durch eine Schädigung der Nerven, die für den Magen zuständig sind, bei Betroffenen mit Diabetes mellitus.
    • gastroösophageale Refluxkrankheit (GERD, Zurückfließen von Magensäure in die Speiseröhre)
    • Magengeschwür
    • Magenschleimhautentzündung (Gastritis)
  • Erkrankungen des Nervensystems
    • Migräne kann mit Übelkeit und Erbrechen einhergehen.
    • Erhöhter Hirndruck, der zu Kopfschmerzen und Schläfrigkeit oder anderen Bewusstseinsstörungen führt.
      • z. B. durch eine Hirnblutung, einen Tumor, Schlaganfall, Entzündung oder Kopfverletzungen
    • Erkrankung des Gleichgewichtsorgans im Innenohr (häufig begleitet von Drehschwindel)
  • Psychische Störung
  • Andere Erkrankungen
    • Akuter Herzinfarkt– Übelkeit kann das einzige Symptom sein oder zusammen mit Brustschmerzen auftreten.
    • Durchblutungsstörung der Herzkranzgefäße (Angina pectoris)
    • Anreicherung von Substanzen im Körper, die eigentlich mit dem Urin ausgeschieden werden sollten, bei einer gestörten Nierenfunktion (Urämie).
    • stark gestörtes Verhältnis der Blutsalze im Körper (Elektrolytentgleisung)
    • gestörte Funktion der Nebennieren
    • Übersäuerung (Azidose), z. B. bei entgleistem Diabetes mellitus oder chronischer Nierenkrankheit
    • Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose)
    • Zyklisches Erbrechen: Wiederkehrende Anfälle von Übelkeit und Erbrechen unklarer Ursache, die oft mit Migräne einhergehen.

Wann sollten Sie ärztliche Hilfe suchen?

Die meisten Erkrankungen klingen von allein ab. Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob ärztliche Hilfe nötig ist, nehmen Sie Kontakt auf. In manchen Fällen ist zügiges Handeln wichtig – suchen Sie in diesen Situationen umgehend ärztliche Hilfe:

  • Hohes Alter oder bekannte schwere Nierenerkrankung
  • Immunschwäche z. B. bei Chemotherapie
  • Fieber über 38,5 °C
  • Keine Flüssigkeitsaufnahme möglich über mehrere Stunden
  • Heftige Bauchschmerzen, evtl. mit Anspannung bei Berührung
  • Schwarzer oder blutiger Stuhl
  • Schwarz-braune Verfärbung des Erbrochenen oder Blutbeimengung
  • Ausbleibender Stuhlgang, stark aufgeblähter Bauch
  • Gelbfärbung der Augen bzw. der Haut
  • Kürzliche Kopfverletzung
  • Starker Kopfschmerz
  • Plötzliche Symptome eines Schlaganfalls, z. B. Halbseitenlähmung, verwaschene Sprache, Speichelfluss aus dem Mund, Schwindel oder Fallneigung
  • Schwallartiges Erbrechen ohne vorherige Übelkeit
  • Lichtempfindlichkeit, schmerzhafte Nackensteifigkeit
  • Plötzliches Engegefühl in der Brust oder Brustschmerz, der ggf. in den (linken) Arm, den Rücken oder den Unterkiefer ausstrahlt.
  • Mundgeruch nach Aceton (wie Nagellackentferner)

Untersuchungen

In der Hausarztpraxis

Es gibt keine speziellen Laboruntersuchungen, mit denen die Ursache von Übelkeit und Erbrechen sicher festgestellt werden kann. Jede Untersuchung liefert nur einen Baustein bei der Abklärung der Beschwerden.

Die Abklärung in der Hausarztpraxis kann – neben einem ausführlichen Arztgespräch – folgende Untersuchungen umfassen:

  • Körperliche Untersuchung mit Abhören und Abtasten des Bauches
  • Neurologische Untersuchung (Überprüfung der Nervenfunktionen)
  • Blutentnahme, v. a. bei zusätzlichen Bauchschmerzen oder bei Verdacht auf Stoffwechselstörung (z. B. Diabetes mellitus)
  • Ultraschalluntersuchung des Bauches
  • Schwangerschaftstest
  • Stuhluntersuchung auf bestimmte Bakterien oder Parasiten

Bei Spezialist*innen

Die weitere Untersuchung hängt davon ab, welche Erkrankung vermutet wird. Zuständig dafür sind z. B. Facharztpraxen für Gastroenterologie oder für Radiologie. Folgende Untersuchungen können erforderlich sein:

  • Magenspiegelung (Gastroskopie)
  • Darmspiegelung (Koloskopie)
  • Druckmessung in der Speiseröhre (Ösophagus-Manometrie)
  • CT des Bauchraums
  • MRT des Kopfes

Behandlung

Die Behandlung richtet sich nach dem Auslöser. Eine Einweisung ins Krankenhaus ist beispielsweise nötig, wenn

  • die betroffene Person viel Flüssigkeit verloren hat.
  • Warnzeichen vorliegen, die auf eine gefährliche Erkrankung hindeuten können.
Logo von Deximed

Dieser Artikel wird Ihnen bereitgestellt von Deximed.
Lesen Sie hier den vollständigen Originalartikel.

Die Inhalte auf team-praxis.de stellen keine Empfehlung bzw. Bewerbung der beschriebenen Methoden, Behandlungen oder Arzneimittel dar. Sie ersetzen nicht die fachliche Beratung durch eine*n Ärzt*in oder Apotheker*in und dürfen nicht als Grundlage für eine eigenständige Diagnose und Behandlung verwendet werden. Konsultieren Sie bei gesundheitlichen Fragen oder Beschwerden immer Ihre Ärztin oder Ihren Arzt!
Lesen Sie dazu mehr in unseren Haftungshinweisen.

In unserer Gesundheitsdatenbank suchen

Inhaltsverzeichnis anzeigen

Wissenswertes aus den hausärztlichen Praxen

Stopp
Gesundheit
Wissen, wann genug ist

Über Suchterkrankungen sprechen die meisten Menschen nicht gern.


Zum Beitrag
Heuschnupfen
Gesundheit
Juckende Augen und triefende Nasen: Hilfe bei Heuschnupfen

Leichte Symptome lassen sich oft durch einfache Maßnahmen lindern.


Zum Beitrag
Frau mit Hitzewallung
Gesundheit
Sind das die Wechseljahre?

Warum die Wechseljahre auch in der hausärztlichen Praxis Thema sind


Zum Beitrag

Kontaktieren Sie uns

Haben Sie Fragen zu den hausärztlichen Praxen?fragen@team-praxis.de

Zum Kontaktformular

Haben Sie Fragen zum Hausarztprogramm?hausarztprogramm@team-praxis.de

Zum Kontaktformular

Möchten Sie eine detaillierte Beratung zum Programm?Dann rufen Sie uns an.

Jetzt anrufen
TeamPraxisHausärtzinnen- und Hausärzteverband

TeamPraxis ist das Portal der hausärztlichen Praxen in Deutschland. Denn Gesundheit ist Teamsache.

Sie sind Ärzt*in und haben Interesse am Hausarztprogramm?
Informieren Sie sich unter www.hzv.de.