Shigellose (bakterielle Ruhr)

Shigellose (bakterielle Ruhr)

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Was ist Shigellose?

Definition

Die Shigellose (Synonyme: bakterielle Ruhr, Shigellen-Dysenterie) ist eine Durchfallerkrankung, die durch Shigella-Bakterien ausgelöst wird. Sie ist sehr ansteckend, kommt aber in Deutschland insgesamt selten vor. Infektionen mit Shigellen sind in Deutschland meldepflichtig.

Symptome

Von der Ansteckung bis zum Beginn der Symptome dauert es 2–4 Tage. Die Erkrankung beginnt akut mit Bauchschmerzen, Fieber und wässrigen Durchfällen. Bei schweren Verläufen kommt innerhalb von Stunden bis Tagen blutiger Durchfall dazu. Manchmal treten Übelkeit und Erbrechen auf.

Vor allem Kinder und ältere Patient*innen können aufgrund des hohen Flüssigkeitsverlustes über den Darm eine Austrocknung und einen Mangel an Mineralstoffen erleiden. Betroffene haben Kopfschmerzen, Schwindel, Schwäche und wirken eventuell verwirrt und desorientiert.

Ursachen

Shigellose wird durch eine Infektion mit Bakterien der Gattung Shigella verursacht. Shigella dysenteriae löst die schwersten Symptome aus, ist aber ausschließlich in den Tropen beheimatet. Shigella flexneri und sonnei führen zu leichteren Symptomen. Sie sind für 90 % der Erkrankungen in Deutschland verantwortlich.

Die Bakterien greifen hauptsächlich den Dickdarm an. Sie verursachen eine Entzündung der Darmschleimhaut. Diese reagiert ähnlich wie eine bei einer Erkältung entzündete Nasenschleimhaut: Es wird vermehrt Sekret und Schleim abgesondert, manchmal mischt sich Blut darunter. Shigella dysenteriae, die aggressivste Unterart des Bakteriums, bildet zusätzlich einen Giftstoff (Toxin), der ein schweres Krankheitsbild im ganzen Organismus auslösen kann.

Schon eine geringe Menge von Shigella-Bakterien löst eine Infektion aus. Die Ansteckung erfolgt über mit dem Stuhl ausgeschiedene Bakterien, die über den Mund aufgenommen werden. Die Infektion kann direkt von Mensch zu Mensch, über verunreinigtes Trinkwasser oder indirekt (z. B. über Fliegen) übertragen werden.

Das Risiko für die Erkrankung ist insbesondere bei Reisen in Länder mit niedrigen Hygienestandards erhöht.

Häufigkeit

  • Weltweit gibt es pro Jahr über 80 Mio. Erkrankungsfälle und 700.000 Todesfälle durch Shigellose. 
  • Im Jahr 2022 wurden in Deutschland 343 Shigellen-Infektionen gemeldet. Diese wurden mehrheitlich von Reisen mitgebracht, vor allem aus Ägypten, Tunesien und Spanien.

Untersuchungen

Bei Durchfallerkrankungen, die mit Fieber, starken Bauchkrämpfen, blutigem Stuhl oder starkem Krankheitsgefühl verbunden sind, sollten Sie ärztlichen Rat suchen. Wichtig ist die Angabe einer kürzlich zurückliegenden Reise vor allem in warme und tropische Länder.

Ärztliche Untersuchung

  • Eine Shigellose wird anhand der typischen Symptome sowie einer Stuhlprobe diagnostiziert. Andere hauptsächlich infektiöse Ursachen von Durchfallerkrankungen müssen ausgeschlossen werden.
  • Bei der körperlichen Untersuchung wird der Bauch abgetastet und abgehört sowie auf Zeichen von Austrocknung geachtet.

Laboruntersuchungen

  • In einer Stuhlprobe oder einem Abstrich aus dem Enddarm können die Erreger bestimmt werden.
  • Bei einer schweren Erkrankung sind zusätzlich Blutuntersuchungen sinnvoll.

Behandlung

  • Eine antibiotische Therapie der Shigellose wird empfohlen, um die Krankheitsdauer zu verkürzen und um zu verhindern, dass sich die stark ansteckende Krankheit weiter ausbreitet. Eine Laboruntersuchung der Bakterien im Stuhl entscheidet darüber, welches Antibiotikum sie am wirksamsten bekämpft.
  • Bei allen Durchfallerkrankungen ist ein Ausgleich des Flüssigkeitsverlustes wichtig.
  • Abzuraten ist von Durchfallmitteln mit dem Wirkstoff Loperamid, insbesondere bei blutigen Durchfällen. Sie hemmen die Darmaktivität. Das reduziert zwar die Stuhlfrequenz, erschwert aber gleichfalls die Beseitigung der Bakterien, die die Ursache des Durchfalls sind.
  • Bei Kindern mit ausgeprägtem Durchfall kann der Einsatz von Racecadotril oder Smektit erwogen werden, um den Durchfall einzudämmen.
  • Schwere Shigellen-Infektionen werden im Krankenhaus behandelt, insbesondere bei anhaltend blutigen Durchfällen.
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