Akute Diarrhö (Durchfall)

Akute Diarrhö (Durchfall)

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Was ist ein akuter Durchfall?

Definition

Akuter Durchfall ist sehr häufig und dauert höchstens 2 Wochen. Auslöser sind Bakterien, Viren, Medikamente oder andere Erkrankungen. Er verläuft normalerweise mild und klingt von selbst wieder ab.

Symptome

Es kommt zu mindestens vier ungeformten Entleerungen in 24 Stunden oder sehr dünnflüssigem Stuhl. Auch ein sehr hohes Stuhlgewicht gilt als Durchfall. Mehrere Stuhlgänge pro Tag können also durchaus Ausdruck einer gesunden Darmaktivität sein. In einigen Fällen enthält der Durchfall Schleim und Blut. Fieber kann ihn begleiten. Manchmal kommt es auch zu Erbrechen.

Ursachen

Ansteckende Ursachen: Viren und Bakterien sind die typische Ursache. Sehr häufig handelt es sich um das Norovirus oder Rotavirus und die Bakterienarten Campylobacter und Salmonellen. Die Erreger befinden sich in verunreinigtem Wasser, Geflügelfleisch und eihaltigen Speisen wie Mayonnaise und Milchspeiseeis. Weitere Quellen können Rohmilch sowie auf Reisen in warmen Ländern ungeschältes Obst und rohes Gemüse sein. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist ebenfalls möglich.

Besonders bei Reisen können Parasiten der Auslöser sein. Zu den häufigsten Parasiten, die für Durchfall verantwortlich sind, zählen Amöben (Entamoeba histolytica) und Giardia lamblia.

Nicht ansteckende Ursachen sind seltener. Oft sind es Medikamente – etwa bei einer Chemotherapie oder einer Behandlung mit Kortison oder einem Antibiotikum. In anderen Fällen liegt der Grund in einer Lebensmittelvergiftung oder Lebensmittelallergie. Manchmal liegt eine Durchblutungsstörung eines Darmabschnittes vor, die eine Entzündung auslöst. In anderen Fällen sind es entzündete Divertikel im Darm (Divertikulitis). Die Erkrankungen Colitis ulcerosa und Morbus Crohn führen zu chronischem Durchfall und können in der Anfangsphase mit einer akuten Erkrankung verwechselt werden.

Manche Gründe entstehen außerhalb des Darmes. Dazu gehören eine Immunschwäche, eine Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) und schwere Entzündungen anderer Organe. Auch psychische Ursachen und Stress lösen Durchfall aus.

Häufigkeit

Durchfall kommt sehr oft vor. Er betrifft besonders häufig Kinder in Kindertagesstätten, Reisende und immungeschwächte Menschen, etwa bei AIDS. Während einer Behandlung im Krankenhaus und der Einnahme von Antibiotika ist das Risiko, einen Durchfall zu entwickeln, erhöht.

Untersuchungen

In der Hausarztpraxis

Bei der Untersuchung ist es wichtig zu wissen, ob der Stuhl Blut oder Schleim enthält. Oft findet sich die Ursache in einer Mahlzeit der vergangenen Tage. Manchmal handelt man sich den Durchfall bei Reisen oder Tierkontakt ein. Sie sollten mitteilen, ob Sie zum ersten Mal unter den derzeitigen Beschwerden leiden. Wichtig ist auch die Frage, ob Freund*innen oder Verwandte von Ihnen erkrankt sind, ob Sie Kontakt zu Kindern haben und ob Sie in einer Gemeinschaftseinrichtung oder im lebensmittelverarbeitenden Gewerbe tätig sind.

Sie sollten außerdem überblicken, welche Medikamente Sie zurzeit einnehmen. Besonders wichtig sind Mittel, die das Immunsystem unterdrücken, beispielsweise Kortison und Methotrexat.

In der Praxis wird untersucht, ob Sie viel Wasser verloren haben. Dies geschieht u. a. durch eine Messung von Puls und Blutdruck sowie durch eine Untersuchung von Haut und Mundschleimhaut. Der Bauch wird untersucht. Dabei lassen sich akute, gefährliche Erkrankungen ausschließen.

Eine Blutentnahme kann bei schwererer Erkrankung sinnvoll sein. Sie gibt Aufschluss über Ihren Elektrolythaushalt, eventuelle Entzündungen und die Nierenfunktion. In einigen Situationen sollten regelmäßig Blutbildkontrollen gemacht werden. Dies ist der Fall, wenn Sie nachweislich an EHEC (enteropathogene E. coli) erkrankt sind. Dieses Bakterium führt manchmal zum hämolytisch-urämischen Syndrom (HUS), einer Komplikation, die mit Nierenschäden und Durchblutungsstörungen einhergeht.

Nicht immer muss eine Ultraschalluntersuchung oder eine Computertomografie (CT) gemacht werden. Eine Darmspiegelung ist nur selten notwendig.

Eine Stuhlprobe kann auf Erreger hin untersucht werden, z. B. bei schwerer Erkrankung oder bei Tätigkeit in der Nahrungsmittelverarbeitung oder in einer Gemeinschaftseinrichtung. Bei Verdacht auf Parasiten sind mehrere Stuhlproben notwendig.

Einweisung ins Krankenhaus

Wenn Sie sehr viel Wasser verloren oder starke Bauchschmerzen haben, werden Sie ins Krankenhaus eingewiesen. Auch bei unstillbarem Erbrechen und anhaltend blutigem Durchfall sollten Sie im Krankenhaus untersucht werden. Vorsichtshalber ist eine Einweisung angezeigt, wenn Sie über 70 Jahre alt sind, an Diabetes mellitus oder Krebs leiden oder schwanger sind.

Behandlung

Zufuhr von Flüssigkeit

Die wichtigste Maßnahme ist der Ausgleich des Flüssigkeits- und Elektrolytverlustes. In schwereren Fällen erhalten Sie im Krankenhaus eine Infusion mit Flüssigkeit.

Vorsicht mit durchfallhemmenden Mitteln

Durchfall transportiert den Erreger aus dem Körper und ist meistens ungefährlich. Sie sollten höchstens 48 Stunden lang durchfallhemmende Mittel einnehmen, und dies auch nur, wenn Sie kein Fieber und keinen blutigen Durchfall haben. Zur Verfügung steht der Wirkstoff Loperamid. Gegen Erbrechen können Sie kurzzeitig Metoclopramid einnehmen.

Kinder sollten weder Loperamid noch erbrechenstillende Mittel einnehmen: Der Ausgleich des Flüssigkeitsverlustes steht noch mehr als bei Erwachsenen im Vordergrund. Wenn nötig, können Kinder das durchfallhemmende Medikament Racecadotril erhalten.

Bei Bauchschmerzen und Krämpfen können Sie weitere Mittel, etwa Paracetamol, einnehmen. In schwereren Fällen stehen andere Medikamente zur Verfügung, die manchmal mit Spritzen verabreicht werden, z. B. das krampflösende Mittel Butylscopolamin.

Normalerweise kein Antibiotikum

Ein Antibiotikum sollte nur ausnahmsweise verwendet werden, und nur dann, wenn die Ärztin/der Arzt den Erreger bestimmen lässt. Hier erhalten Sie beispielsweise zu Beginn eine einzelne Tablette mit dem Wirkstoff Azithromycin.

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