Rotavirus-Infektion

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Was ist eine Rotavirus-Infektion?

Definition

Eine Rotavirus-Infektion ist eine akute Darminfektion, die von Rotaviren ausgelöst wird. Die medizinische Bezeichnung für eine Magen-Darm-Grippe ist virale Gastroenteritis, die eine häufige Ursache für Durchfall und Erbrechen ist. Die Infektion kann alle Altersgruppen betreffen, verläuft aber am schwersten bei Kleinkindern.

Symptome

Zu den typischen Symptomen gehören wässriger Durchfall, Erbrechen und Fieber. Auch Bauchschmerzen können auftreten. Häufig finden sich Schleimbeimengungen im Stuhl. Die Symptome halten 2–6 Tage an. In mehr als der Hälfte der Fälle sind unspezifische Atemwegssymptome zu beobachten.

Bei Kleinkindern und älteren Menschen kann die Krankheit einen schweren Verlauf haben, es besteht ein hohes Risiko für Austrocknung durch Flüssigkeitsverlust (sog. Dehydrierung). Anzeichen einer schweren Dehydrierung sind u. a. geringe Urinmenge, akuter Gewichtsverlust, trockene Schleimhäute, eingesunkene Augen und verminderte Elastizität der Haut. Auch das Bewusstsein kann eingeschränkt sein.

Ursachen

Meistens wird das Virus über den Stuhl von infizierten Menschen übertragen. In der Regel ist die Ansteckung darauf zurückzuführen, dass sich erkrankte Personen oder Angehörige bzw. Pflegepersonal nach dem Toilettengang nicht gründlich die Hände gewaschen haben. Das Virus kann aber auch über verunreinigtes Wasser und Lebensmittel übertragen werden.

Die Erkrankung ist hochgradig ansteckend. Die Zeit von der Ansteckung bis zum Beginn der Symptome (Inkubationszeit) beträgt 1–3 Tage. Eine Ansteckungsfähigkeit besteht während der akuten Erkrankung und solange das Virus mit dem Stuhl ausgeschieden wird.

Häufigkeit

  • Rotaviren sind die häufigste Ursache für schwere Durchfallerkrankungen bei Kindern unter 5 Jahren.
  • Vor Einführung der Rotavirus-Impfung 2006 erkrankte praktisch jedes Kind bis zum 5. Lebensjahr, und es gab weltweit ca. 500.000 Todesfälle pro Jahr. Seitdem gehen die Fallzahlen zurück.
  • In Deutschland wurden im Jahr 2020 ca. 6.500 Fälle gemeldet, aufgrund der Infektionsschutzmaßnahmen während der Pandemie deutlich weniger als in den Vorjahren (2019: 36.800, 2018: 23.600 gemeldete Fälle).
  • Die Erkrankung tritt im Frühjahr gehäuft auf.

Untersuchungen

  • Die Erkrankung wird anhand der Symptome als Magen-Darm-Infekt diagnostiziert. Meistens ist es nicht notwendig, den Erreger nachzuweisen.
  • Bei schweren Verläufen oder einer Häufung der Fälle kann das Virus in Stuhlproben nachgewiesen werden.

Krankenhauseinweisung

  • Bei Anzeichen einer schweren Dehydrierung, Blut im Stuhl, starken Bauchschmerzen, neurologischen Symptomen oder einer Grunderkrankung werden die Betroffenen in ein Krankenhaus eingewiesen.

Behandlung

  • Die Erkrankung geht meist von selbst vorüber.
  • Es sollte auf einen ausreichenden Ersatz von Flüssigkeit und Mineralstoffen geachtet werden, um einer Dehydrierung vorzubeugen.

Medikamente

  • Es gibt derzeit keine antiviralen Medikamente, die gegen die Durchfallerreger wirksam sind.
  • Erwachsenen Patient*innen mit starkem Erbrechen können Medikamente gegen Übelkeit (sog. Antiemetika) verabreicht werden, z. B. Domperidon oder Dimenhydrinat. Bei Kindern sollten diese Medikamente nicht verwendet werden.
  • Bei schwerem Erbrechen kann bei Kindern die Gabe von Ondansetron erwogen werden.
  • Um den Durchfall zu reduzieren, kann bei Erwachsenen kurzzeitig Loperamid eingesetzt werden, z. B. während einer Reise.
  • Der Wirkstoff Racecadotril hilft bei akutem Durchfall und kann auch bei Kindern ab dem 4. Lebensmonat verschrieben werden.
  • Bei starken Bauchschmerzen kann z. B. Paracetamol gegeben werden.
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