Campylobacter-Infektion
Campylobacter-Infektion
Dieser Artikel wird Ihnen bereitgestellt von Deximed. Mehr erfahren
Was ist eine Campylobacter-Infektion?
Definition
Eine Infektion mit Campylobacter ist eine sehr häufige Ursache für Durchfallerkrankungen. Die Bakterien verursachen eine akute Magen-Darm-Entzündung. Die Übertragung erfolgt meist über rohes Fleisch.
Symptome
1–4 Tage nach der Infektion kündigt sich der Durchfall mit Fieber, Kopfschmerzen und Gliederschmerzen an. Dann setzen Bauchschmerzen, Krämpfe und wässriger Durchfall ein. Der Durchfall kann Schleim und Blut enthalten. Auch Erbrechen ist möglich. Man fühlt sich müde und abgeschlagen. Durchfall und Erbrechen bedeuten, dass der Körper viel Flüssigkeit verliert. Eine häufige Folge ist, dass der Blutdruck sinkt. Wenn sehr viel Flüssigkeit verlorengeht, kann dies in seltenen Fällen zu einer Bewusstseinsstörung führen.
Die Beschwerden klingen binnen 1 Woche wieder ab. Nicht alle Betroffenen entwickeln überhaupt Symptome. Viele Infektionen bleiben unbemerkt oder führen nur zu leichten Beschwerden.
Ursachen
Campylobacter ist eine Gattung von Bakterien und lebt im Verdauungstrakt von Tieren. Die Ansteckung geschieht meistens über rohes Geflügelfleisch. Auch rohes Hackfleisch ist eine Infektionsquelle – Eier dagegen keine. Weitere Quellen sind Rohmilch, das Wasser in Badeseen oder verunreinigtes Trinkwasser und Haustiere. Auch eine direkte Übertragung von Mensch zu Mensch ist möglich – besonders bei Kindern. Daher sind auch verunreinigte Gegenstände – beispielsweise Windeln – infektiös.
Wenn die Bakterien in den Magen-Darm-Trakt gelangen, können sie dort eine Entzündung in der Schleimhaut auslösen. Dann kommt es zu den typischen Beschwerden einer Magen-Darm-Entzündung. In vielen Fällen treten allerdings keine Symptome auf. Eine Immunschwäche erhöht das Risiko, bei einer Infektion Beschwerden zu entwickeln.
Die häufigsten Auslöser sind Campylobacter jejuni und Campylobacter coli.
Häufigkeit
Campylobacter-Infektionen sind die häufigste Ursache bakterielle Durchfallerkrankungen. Besonders oft trifft es Kinder unter 5 Jahren und junge Erwachsene. Im Sommer treten mehr Infektionen auf – im Gegensatz zu virusbedingtem Durchfall, der eher im Herbst und Winter zunimmt.
Untersuchungen
Die Diagnose wird bei Beschwerden nach Verzehr von rohem Fleisch gestellt. Meist ist Hähnchenfleisch die Ursache, aber auch Hackfleisch kann der Auslöser sein.
Wenn bei Ihnen der Verdacht besteht, wird noch in der Praxis mit einfachen Tests überprüft, ob Sie viel Flüssigkeit verloren haben. Ihr Bauch wird untersucht, um gefährliche Erkrankungen auszuschließen. Möglicherweise wird eine schmerz- und strahlenfreie Untersuchung mit Ultraschall gemacht.
Die Erreger lassen sich oft in einer Stuhlprobe nachweisen. Bei starken Beschwerden wird eine Blutentnahme durchgeführt, um Anzeichen einer Entzündung zu suchen. Außerdem kann das Blut bei schwerer Erkrankung auf Bakterien hin überprüft werden.
Behandlung
Die Erkrankung geht meistens von allein vorüber. Deshalb genügt bei Kindern und Erwachsenen oft eine Behandlung mit Trinklösungen. In schwereren Fällen erfolgt eine Behandlung mit Infusionen, die den Flüssigkeitsverlust ausgleichen. Nur bei schweren Darmentzündungen durch Campylobacter sollen Erwachsene sowie Säuglinge, Kinder und Jugendliche mit einem Antibiotikum behandelt werden.
Erwachsene
- Gegen Erbrechen bei Erwachsenen wirkt z. B. Metoclopramid.
- Bei Bedarf gibt es verschiedene Mittel gegen Schmerzen und Krämpfe. Sie können bei Bedarf auch über eine Vene gegeben werden.
- Das durchfallhemmende Medikament Loperamid sollten Sie dagegen nicht einnehmen.
Säuglinge, Kinder und Jugendliche
- Kinder sollen nicht routinemäßig erbrechenstillende Mittel bekommen. Bei starkem Erbrechen kann die Gabe von Ondansetron erwogen werden. Ondansetron ist für diese Indikation jedoch nicht in Deutschland zugelassen.
- Bei schwerem Durchfall können Säuglinge und ältere Kinder Racecadotril bekommen. Reine Flüssigkeitsaufnahme ist allerdings einer Medikamenteneinnahme vorzuziehen.
- Smektit kann die Durchfalldauer senken. Es nimmt Toxine, Bakterien und Viren im Darm auf. Betroffene Kinder können mehrmals täglich mehrere Beutel einnehmen.
- Bei untergewichtigen Kindern mit Diarrhö kann ab dem 6. Lebensmonat die Gabe von Zink erwogen werden. Kinder in gutem Ernährungszustand sollten kein Zink erhalten.
- Stillkinder sollen während der Behandlung mit einer Trinklösung von Anfang an auch Muttermilch trinken.
Dieser Artikel wird Ihnen bereitgestellt von Deximed.
Lesen Sie hier den vollständigen Originalartikel.
Die Inhalte auf team-praxis.de stellen keine Empfehlung bzw. Bewerbung der beschriebenen Methoden, Behandlungen oder Arzneimittel dar. Sie ersetzen nicht die fachliche Beratung durch eine*n Ärzt*in oder Apotheker*in und dürfen nicht als Grundlage für eine eigenständige Diagnose und Behandlung verwendet werden. Konsultieren Sie bei gesundheitlichen Fragen oder Beschwerden immer Ihre Ärztin oder Ihren Arzt!
Lesen Sie dazu mehr in unseren Haftungshinweisen.
In unserer Gesundheitsdatenbank suchen
Inhaltsverzeichnis anzeigenWissenswertes aus den hausärztlichen Praxen

Wissen, wann genug ist
Über Suchterkrankungen sprechen die meisten Menschen nicht gern.
Zum Beitrag

Juckende Augen und triefende Nasen: Hilfe bei Heuschnupfen
Leichte Symptome lassen sich oft durch einfache Maßnahmen lindern.
Zum Beitrag

Sind das die Wechseljahre?
Warum die Wechseljahre auch in der hausärztlichen Praxis Thema sind
Zum Beitrag