Bluthochdruck im Lungenkreislauf

Bluthochdruck im Lungenkreislauf

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Was ist pulmonale Hypertonie?

Die pulmonale Hypertonie, also ein Bluthochdruck im Lungenkreislauf, ist eine Erkrankung, die unspezifische Symptome zeigt und verschiedene Ursachen haben kann. Je nach Ursache des Lungenhochdrucks erfolgt eine Einteilung der Erkrankung in verschiedene Gruppen.

Der Lungenkreislauf verläuft von der rechten Herzkammer über die Lungenschlagadern in die Lunge. Dort wird das Blut mit Sauerstoff angereichert. Das Blut fließt dann durch die Lungenvenen in den linken Vorhof des Herzens zurück. Die rechte Herzkammer pumpt das Blut in den Lungenkreislauf. Umgekehrt pumpt die linke Herzkammer das Blut in den Körperkreislauf. Die meisten Fälle von Herzschwäche (Herzinsuffizienz) werden durch ein Versagen der linken Herzkammer hervorgerufen, seltener durch ein Versagen der rechten Herzkammer.

Ein anhaltender Bluthochdruck im Lungenkreislauf kann zur Ausbildung eines Cor pulmonale (cor = Herz, pulmonal = die Lunge betreffend) führen. Bei dieser Erkrankung ist die rechte Herzkammer vergrößert, da dieser Teil des Herzens das Blut mit mehr Kraft auspumpen muss, um das Blut durch den Lungenkreislauf fließen zu lassen. Ein Cor pulmonale kann akut auftreten (z. B. bei einer Lungenembolie), im Allgemeinen wird der Begriff aber für chronische Veränderungen der rechten Herzkammer verwendet. Als Folge des Cor pulmonale kann es zu einem Rechtsherzversagen kommen.

Häufigkeit

Zur Häufigkeit des Lungenhochdrucks liegen nur ungefähre Daten vor. Wahrscheinlich sind 1 % der Weltbevölkerung betroffen, bei über 65-Jährigen ca. 10 %. Erkrankungen des linken Herzens und der Lunge sind die häufigsten Ursachen. Geschätzt 60–70 % der Patienten mit schwerer linksseitiger Herzschwäche weisen Bluthochdruck im Lungenkreislauf auf. Die pulmonal-arterielle Hypertonie ist dagegen eher selten.

Das Cor pulmonale („Lungenherz“ ) liegt bei ca. 5–10 % aller Herzerkrankungen vor. Es tritt als Folge einer anderen zugrunde liegenden Erkrankung relativ häufig auf.

Ursachen

Bluthochdruck im Lungenkreislauf wird je nach Ursache der Erkrankung in mehrere Gruppen eingeteilt.

Die pulmonal-arterielle Hypertonie ist häufig erblich oder wird durch Medikamente ausgelöst. Aber auch Bindegewebserkrankungen (v. a. systemische Sklerose) können diese Form des Lungenhochdrucks verursachen.

Bei Erkrankungen der linken Herzhälfte tritt Lungenhochdruck häufig auf, insbesondere bei schwerer Herzinsuffizienz (Herzschwäche).

Auch Lungenerkrankungen sind häufig Ursache für Lungenhochdruck, z. B. COPD, Asthma, Lungenfibrose und das Schlafapnoe-Syndrom.

Eine relativ seltene Form des Lungenhochdrucks ist die chronische thromboembolische pulmonale Hypertonie (CTEPH), die durch Blutgerinnsel verursacht wird.

Verschiedene andere Erkrankungen können zu einem erhöhten Blutdruck im Lungenkreislauf führen. Dazu zählen u. a. Erkrankungen des Blutes, Stoffwechselerkrankungen und Systemerkrankungen (z. B. Sarkoidose). Mehrere Faktoren können zur Entstehung eines Lungenhochdrucks beitragen.

Je nach zugrunde liegender Erkrankung können verschiedene Mechanismen einen Bluthochdruck im Lungenkreislauf auslösen. Beispielsweise führt der Sauerstoffmangel bei Lungenerkrankungen wie COPD oder Schlafapnoe zu einem erhöhten Widerstand in der Lungenarterie und somit zu Lungenhochdruck.

Das Cor pulmonale ist eine Folge eines anhaltenden Bluthochdrucks im Lungenkreislauf, bei der die rechte Herzkammer vergrößert ist. Die rechte Herzkammer hat verhältnismäßig dünne und relativ schwache Wände. Dadurch kann die rechte Herzseite geschwächt werden, wenn der Blutdruck im Lungenkreislauf anhaltend hoch ist.

Symptome

Die Symptome sind zunächst meist unspezifisch, sodass nicht selten ein längerer Zeitraum zwischen Beschwerdebeginn und Diagnose vergeht. Die häufigsten Symptome – deutliche Atembeschwerden bei Anstrengung, Müdigkeit, Abgeschlagenheit und Leistungsminderung – sind ein Ausdruck dafür, dass das Herz nicht in der Lage ist, die Pumpleistung bei Zunahme der körperlichen Aktivität zu steigern. Auch trockener Husten und Ohnmachtsanfälle können auftreten, sowie Beschwerden einer Angina pectoris, obwohl die Blutgefäße in der Herzwand (Herzkranzgefäße) normal sind.

Beschwerden in Ruhe treten erst bei fortgeschrittener Erkrankung auf. Zudem liegen häufig Beschwerden vor, die auf die Grunderkrankung hinweisen.

Erkrankungen der Lungengefäße

Durch ein plötzlich auftretendes Blutgerinnsel in der Lunge können akute, ernste Atembeschwerden entstehen. Aufgrund von chronischen Erkrankungen können Atembeschwerden, trockener Husten, Brustschmerzen und geschwollene Beine auftreten.

Erkrankungen mit Auswirkungen auf die Lungenfunktion

Hier handelt es sich um Erkrankungen wie COPD, chronisches Asthma sowie neurologische und Muskelerkrankungen, die die Lungenfunktion einschränken. Typische Symptome sind Atembeschwerden, eventuell trockener Husten (COPD) oder wiederkehrende Atemwegsinfektionen.

Diagnostik

In den meisten Fällen kann eine zugrunde liegende Ursache für den Lungenhochdruck festgestellt werden. Die Symptome hängen jeweils von der auslösenden Ursache ab.

Ihre Ärztin/Ihr Arzt führt zunächst eine körperliche Untersuchung durch, zu der auch das Abhören von Herz und Lunge gehört. Zusätzlich wird Blut für Laboruntersuchungen abgenommen.

Mit einer speziellen Ultraschalluntersuchung (Echokardiografie) kann der Druck in der Lungenschlagader abgeschätzt und die rechte Herzkammer beurteilt werden. Der erhöhte Blutdruck kann bei einer Katheteruntersuchung des rechten Herzens gemessen werden.

EKG, Röntgen von Herz und Lunge und Lungenfunktionsmessungen können zusätzlich durchgeführt werden und Veränderungen aufzeigen. Dies gilt auch für verschiedene bildgebende Verfahren wie Lungenszintigrafie, Computertomografie oder Magnetresonanztomografie. Mit einer Blutgasanalyse kann der Sauerstoffgehalt im Blut bestimmt werden.

Für die Diagnose eines Cor pulmonale müssen eine erweiterte rechte Herzkammer und eventuell ein erhöhter Druck in den Lungengefäßen vorliegen.

Therapie

Die Behandlung richtet sich nach der Ursache für den Lungenhochdruck. Zugrunde liegende Erkrankungen sollen angemessen behandelt werden. Regelmäßige Untersuchungen zur Verlaufskontrolle sind wichtig.

Die pulmonal-arterielle Hypertonie wird mit blutdrucksenkenden Medikamenten und evtl. Kalziumantagonisten behandelt. Eine Kombination unterschiedlicher Medikamente kann notwendig sein.

Bei einem Cor pulmonale werden entwässernde und herzstärkende Medikamente verabreicht. Bei niedriger Sauerstoffsättigung im Blut wird eine ambulante Sauerstofftherapie erwogen.

Wenn der Lungenhochdruck durch Blutgerinnsel verursacht wird, erhalten die Patienten Medikamente, die die Blutgerinnung hemmen. Bei der chronischen thromboembolischen pulmonalen Hypertonie (CTEPH) kommt evtl auch eine Operation infrage.

Unabhängig von der zugrunde liegenden Erkrankung ist es wichtig, mit dem Rauchen aufzuhören. Nikotinpräparate (z. B. Nikotinpflaster) sind Alternativen, wenn Sie nicht ganz aufhören können. Sind Sie übergewichtig, wird eine langsame Gewichtsabnahme empfohlen.

Physiotherapie mit vorsichtiger Atem- und Bewegungstherapie kann helfen, die körperliche Belastbarkeit und Lebensqualität zu verbessern. Körperliche Belastung, die zu einer Verstärkung der Beschwerden führt, sollte allerdings vermieden werden.

Zudem sind Impfungen gegen Grippe (Influenza) und Pneumokokken sinnvoll.

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