Schulterschmerzen

Schulterschmerzen

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Was sind Schulterschmerzen?

Definition

Schulterschmerzen haben ihren Ursprung häufig im Schultergelenk oder im Schultereckgelenk (Akromioklavikulargelenk). Aber auch andere Erkrankungen (z. B. der Halswirbelsäule) können Schmerzen in der Schulter verursachen. Beim Herzinfarkt kann der Schmerz auch in die Schulter ausstrahlen und als plötzlicher Schulterschmerz wahrgenommen werden, obwohl die Schulter selbst gar nicht geschädigt ist.

Welche Mechanismen liegen den Schmerzen zugrunde?

  • Beim Schultergelenk handelt es sich um ein komplexes Gelenk, das Bewegung in alle Richtungen ermöglicht. Der Oberarmknochen endet mit einer kugeligen Wölbung unter einem Knochenvorsprung des Schulterblatts und liegt in einer kleinen Gelenkpfanne. Das Gelenk ist von einer Gelenkkapsel, verschiedenen Bändern und Sehnen umgeben. Sie bilden eine Art Haube um das Schultergelenk und halten einerseits das knöcherne Gelenk an seinem Platz und ermöglichen andererseits die normale Funktion und Beweglichkeit. Zwischen Brustbein und äußerem Rand des Schulterblatts liegt zudem das Schlüsselbein und endet im Bereich des Schultergelenks.
  • Im Bereich des Schultergelenks setzen verschiedene Muskeln an, die in Richtung Rücken, Oberarm/Unterarm oder Brustkorb ziehen. Die vier Muskeln, die das Schultergelenk umgeben, bezeichnet man zusammen als Rotatorenmanschette. Sie sorgen für vielfältige Bewegungen im Schultergelenk.
  • Schleimbeutel tragen dazu bei, dass die Sehnen reibungslos gegeneinander gleiten.
  • Bei Schulterschmerzen können Krankheiten oder Verletzungen im eigentlichen Gelenk bzw. Knochen, Veränderungen der Sehnen oder Gelenkkapsel, Schleimbeutelentzündungen oder auch Muskelschäden die Ursache sein.
  • Bei jungen, sportlich aktiven Personen entstehen Schulterschmerzen meist durch Überlastung oder akute Verletzungen.
  • Bei älteren Patient*innen führen eher degenerative Veränderungen (Verschleiß) zu Beschwerden.

Risikofaktoren

  • Schulterschmerzen treten häufig bei beruflichen Tätigkeiten mit Überkopf-Arbeiten auf (z. B. bei Maler*innen).
  • Auch Sportler*innen (z. B. Tennis oder Volleyball) sind häufig betroffen.

Häufigkeit

Schulterschmerzen sind nach Rückenschmerzen die zweithäufigtse Ursache für Beschwerden von Gelenken/Muskeln, die Patient*innen in die Arztpraxis führen. Im Lauf des Lebens sind 70 % der Bevölkerung von Schulterschmerzen betroffen.

Was kann die Ursache sein?

Häufige Ursachen

  • Sehnenerkrankung
    • Eine sog. Tendopathie ist eine nicht-infektiöse Erkrankung einer Sehne, die auf eine starke einmalige oder chronische Überlastung zurückzuführen ist. 
    • Häufig sind die Sehnen der Muskeln der Rotatorenmanschette betroffen, v. a. die Supraspinatussehne.
    • Es kommt zu Schmerzen in der Schulter, wobei sich die Schmerzen bei Bewegungen, die eine Belastung der Sehne darstellen, verschlimmern.
    • Bei länger bestehender Tendopathie können sich in der Sehne kleinste Kalkpartikel ablagern (Kalkschulter).
  • Akute Schleimbeutelentzündung
    • Eine akute Schleimbeutelentzündung kann Folge einer Verletzung sein, aber auch bei Rheuma auftreten.
    • Sie beginnt meist mit akuten Schmerzen, die den Schlaf stören. Es kommt zu Schmerzen bei den meisten Bewegungen.
  • Chronische Schleimbeutelentzündung
    • häufig ein langwieriger Verlauf mit Zunahme der Schmerzen bei sehr vielen Bewegungen und Belastungen der Schulter
    • Geht oft mit einer Sehnenerkrankung einher.
  • Gelenkkapselentzündung
    • Charakteristisch sind Schmerzen und eine Beeinträchtigung der aktiven und passiven Beweglichkeit sowie Steifigkeit („Frozen Shoulder“/Schultersteife).
    • Die genaue Ursache ist meist nicht bekannt.
    • Die Beschwerden heilen in der Regel über längere Zeit von selbst (oder mit Unterstützung von Physiotherapie) aus.
  • Rotatorenmanschettenruptur
    • Riss einer oder mehrerer Sehnen der Rotatorenmanschette
    • Kommt mit zunehmendem Alter aufgrund degenerativer Veränderungen (Verschleiß) häufiger vor.
  • Arthrose (Gelenkverschleiß)
    • Wie andere Gelenke auch, kann das Schultergelenk von knöchernen Veränderungen betroffen sein, die Schmerzen verursachen.
    • Reicht eine konservative Therapie nicht aus, ist eine Operation (z. B. teilweiser Gelenkersatz) eine Option.
  • Knochenbrüche (u. a. Oberarmknochen, Schlüsselbein, Schultereckgelenk) können nach Unfällen oder Verletzungen beim Sport auftreten.
  • Ausgerenkte Schulter (Schulterluxation)
    • Die Ausrenkung kann Folge eines akuten Unfalls sein; manche Patient*innen renken sich ihr Gelenk jedoch immer wieder auch bei sehr geringen Belastungen aus.
    • Das Gelenk kann nach vorne oder nach hinten „auskugeln“.

Seltene Ursachen

  • Sehnenriss
    • Nach wiederholten Schäden an der Supraspinatussehne (oder einer anderen Sehne) können kleine Risse und altersbedingte Veränderungen entstehen, die schließlich zum Ablösen der vollständigen Sehne führen.
    • Bei einem Unfall oder durch chronische Überlastung kann die lange Bizepssehne abreißen.
  • Nerveneinklemmung
    • Ein Nerv (N. suprascapularis) kann in der Schulter eingeklemmt werden.
    • Es kommt zu verminderter Kraft bei bestimmten Bewegungen und Schmerzen an der Rückseite der Schulter.
  • Rheumatische Erkrankungen
  • Andere seltene Ursachen
    • z.B. Infektionen, Tumore

Wann sollten Sie ärztlichen Rat suchen?

  • Bei starken Schmerzen
  • Bei lang anhaltenden Beschwerden (Schmerz und Einschränkung der Beweglichkeit)
  • Bei wiederholten Schmerzen (z. B. nach Sport)
  • Bei akuten Verletzungen der Schulter mit nachfolgenden Schmerzen
  • Bei zusätzlichen anderen Symptomen (Fieber, Durchblutungsstörung, Beschwerden an anderen Gelenken etc.)

Untersuchungen

Ärztliche Untersuchung

  • Zunächst werden Ihnen Fragen zu Ihren Beschwerden, Vorerkrankungen, Medikamenteneinnahme, sportlichen Aktivitäten und beruflichen Tätigkeiten gestellt.
  • Dann wird eine sorgfältige körperliche Untersuchung vorgenommen. Dabei wird das Augenmerk auf Fehlstellungen oder andere sichtbare Veränderungen gelegt.
  • Die Schulter wird abgetastet, um herauszufinden, wo der Schmerz sitzt.
  • Es werden verschiedene Untersuchungen mit passiven und aktiven Bewegungen durchgeführt und getestet, welche Belastungen Schmerzen auslösen oder ob eine Schwächung der Muskulatur und/oder Einschränkung der Beweglichkeit vorliegt.
  • Zudem wird genau geprüft, ob die Funktion der Nerven sowie die Durchblutung intakt sind.

Weitere Untersuchungen

  • Unter Umständen wird eine Spritze mit einem Lokalanästhetikum verabreicht, um die Ursache der Symptome (verschwinden die Schmerzen nach der Betäubung?) zu bestätigen.

Bildgebende Untersuchungen

  • Im Röntgenbild lassen sich vermutete Frakturen oder andere knöcherne Veränderungen erkennen.
  • Manche Veränderungen der Weichteile lassen sich im Ultraschall nachweisen.
  • Eine Magnetresonanztomografie (MRT) kann oft aussagekräftige Ergebnisse zum Zustand der Sehnen und Gelenkstrukturen liefern.
  • Bei komplizierten Knochenbrüchen kann eine Computertomografie (CT) sinnvoll sein.

Überweisung an Spezialist*innen

  • Die meisten Betroffenen werden von Allgemeinärzt*innen oder Orthopäd*innen und zusätzlich oft von Physiotherapeut*innen behandelt, gelegentlich ist jedoch eine Überweisung an weitere Spezialist*innen angezeigt.

Behandlung

  • Die genaue Diagnose (welche Sehne oder welcher Schleimbeutel ist überlastet und gereizt?) ist meistens nicht so wichtig, da die Therapieprinzipien bei vielen Krankheitsbildern ähnlich sind.
  • Beenden Sie schmerzauslösende Bewegungen.
  • Kühlen Sie die Schulter 3- bis 4-mal am Tag für jeweils 15–20 Minuten.
  • Sie können die schmerzende Stelle 1-mal täglich mit Diclofenac-Schmerzgel einreiben.
  • Alternativ können Sie Schmerzmittel (z. B. Ibuprofen) für maximal 5 Tage einnehmen.
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