Entzündung der Schultergelenkkapsel (Frozen Shoulder)
Entzündung der Schultergelenkkapsel (Frozen Shoulder)
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Was ist eine Frozen Shoulder?
Definition
Eine sog. „Frozen Shoulder“ wird auch als adhäsive Kapsulitis bezeichnet, also eine Entzündung der Schultergelenkkapsel, bei der die Gelenkinnenhaut allmählich mit dem Gelenkkopf verklebt.
Schultersteife ist eine stark einschränkende Erkrankung, die zu chronischen Schmerzen und einer deutlich reduzierten passiven und aktiven Bewegungsfähigkeit der Schulter führt. Dabei wandelt sich das funktionelle Organgewebe der Schultergelenkkapsel in Bindegewebe um und verdickt.
Symptome
Die Erkrankung entwickelt sich schleichend über drei Phasen. In Phase I (Einfrieren/„Freezing“) kommt es zu einem diffusen Schulterschmerz, der häufig auch nachts und beim Liegen auf der betroffenen Seite auftritt und dadurch einer unbewussten Einschränkung der Schulterbewegung. Diese Phase dauert bis zu 9 Monate. Phase II (Gefrorensein/„Frozen“) ist charakterisiert durch Schultersteife mit starker Bewegungseinschränkung, insbesondere der Außenrotation, und ein Nachlassen der Schmerzen. Phase II dauert etwa 4–20 Monate. In Phase III (Auftauen/„Thawing“) kommt es schließlich zu einem zunehmenden Wiedergewinn der Bewegungsfähigkeit. Je länger die vorherigen Phasen dauerten, desto länger dauert auch das „Auftauen“ (5–26 Monate).
Ursachen
In vielen Fällen ist die Ursache der Erkrankung unbekannt, das heißt, die Beschwerden treten auf, ohne dass es im Voraus zu Schäden oder besonderen Belastungen gekommen ist (primäre oder idiopathische adhäsive Kapsulitis).
Eine Frozen Shoulder kann sich aber auch nach einer Verletzung entwickeln, oft nach einem Sturz auf die Schulter (sekundäre oder traumatische adhäsive Kapsulitis). Auch ein krankhafter Abbau von Sehnen-/Gelenksgewebe der Schulter kann eine Schultersteife verursachen.
Diabetes, Parkinson, Arthrose, Übergewicht und andere Erkrankungen erhöhen ebenfalls das Risiko für eine adhäsive Kapsulitis.
Häufigkeit
Etwa 2,4 % der Menschen in Deutschland sind im Laufe ihres Lebens von dieser Erkrankung betroffen. Über ein Jahr kommt es bei 0,35–0,4 % der Menschen in der Bevölkerungsgruppe älter als 65 Jahre zu einer Frozen Shoulder.
Adhäsive Kapsulitis tritt am häufigsten bei Menschen zwischen 40 und 70 Jahren auf, wobei Frauen anfälliger sind als Männer. Es ist häufiger die nicht dominante Seite betroffen, und eine gleichzeitige Entzündung der zweiten Schulter ist selten.
Untersuchungen
- Zuerst ist eine gründliche Untersuchung der Schulter nötig. Als typischer Befund wird sowohl bei Eigenbewegung (Patient*in selbst bewegt aktiv die Schulter) als auch bei Fremdbewegung (die Schulter wird passiv bewegt) eine in alle Richtungen eingeschränkte Beweglichkeit mit Schmerzen festgestellt.
- Auch die Halswirbelsäule wird untersucht.
- Im Labor wird das Blut untersucht und u. a. auf Diabetes überprüft.
- Eine Röntgen- oder MRT-Untersuchung der Schulter ist nur zum Ausschluss anderer Ursachen notwendig.
Behandlung
- Das Behandlungsziel ist es, die Schmerzen zu lindern und zu verhindern, dass ein chronischer Zustand entsteht.
- Es ist wichtig, dass Patient*innen ihren Arm im schmerzfreien Bereich selbst bewegen.
- Meist ist ein konservatives Vorgehen ausreichend, da die Schultersteife bei mehr als 90 % der Patient*innen von selbst abheilt.
- Physiotherapie wird in allen Phasen der Erkrankung empfohlen. Dabei hilft schon leichtes Bewegungstraining, um die noch vorhandene Beweglichkeit und Muskelkraft zu erhalten.
- Über die Schmerzgrenze hinausgehende Übungen und Bewegungen unter Narkose können hingegen den Verlauf der Erkrankung erschweren und die Schmerzen erheblich verstärken.
- Bei deutlicher Funktionseinschränkung und starken Schmerzen können Kortisonspritzen in die Schulter oder Kortison in Tablettenform erforderlich sein.
- Wiederholte Injektionen in das Schultergelenk können für etwa 6 Wochen die Schmerzen lindern und damit die Lebensqualität verbessern.
- Die Langzeit-Wirkung zeigt keinen Vorteil gegenüber Placebo.
- Darüber hinaus können weniger starke Schmerzmittel und nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) kurzzeitig eingesetzt werden, wenn die Schmerzen nur mäßig ausgeprägt sind.
- Eine extrakorporale Stoßwellentherapie kann zur Schmerzlinderung und Verbesserung der Funktionsfähigkeit eingesetzt werden.
- Diese zeigt im Vergleich zu einer Kortisontherapie ein besseres Sicherheitsprofil und eine bessere Langzeitwirkung, vor allem bei Patient*innen mit Diabetes.
- Chirurgische Eingriffe werden erst in Betracht gezogen, wenn über 3 Monate keine Therapie anspricht und die Patient*innen einen hohen Leidensdruck haben.
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