Nackenschmerzen

Nackenschmerzen

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Was sind Nackenschmerzen?

Nackenschmerzen umfassen Schmerzen im Bereich obersten Brustwirbel und der seitlichen Nackenmuskulatur bis hin zum Kopf. Sie können ohne erkennbare Ursache (unspezifisch) oder aufgrund einer Verletzung, nach einer Operation oder im Rahmen anderer Erkrankungen auftreten (spezifisch).

Akute Nackenschmerzen dauern bis zu 3 Wochen; sie kommen vor allem bei jungen Erwachsenen vor. Halten die Beschwerden mehr als 12 Wochen an, spricht man von chronischen Nackenschmerzen.

Häufigkeit

Ca. 10–15 % der Menschen haben Nackenschmerzen, Frauen häufiger als Männer. Die Häufigkeit steigt zudem mit dem Alter. Dies gilt vor allem für chronische Beschwerden.

Nackenschmerzen machen etwa 4 % aller Beratungsanlässe in Hausarztpraxen aus.

Was kann die Ursache sein?

Häufige Ursachen

  • Muskelschmerzen (Myalgie)
    • Verspannungen der Nackenmuskulatur sind die häufigste Ursache. Sie beruhen oft auf einer monotonen Körperhaltung, z. B. bei der Arbeit, Stress, psychosozialer Belastung oder Sehstörungen. Die Schmerzen sind in der Regel diffus und auf beiden Seiten. Passive Kopfbewegungen erzeugen meistens keine Schmerzen. Es kann ein druckempfindlicher, verhärteter Muskel tastbar sein.
  • Altersbedingte Veränderungen der Wirbelsäule (Spondylose)
    • Bei Personen über 40 Jahren ist ein Verschleiß der Bandscheiben im Halswirbelbereich ebenfalls eine häufige Ursache. Er kann neben Schmerzen auch zu Gefühlsstörungen und Bewegungseinschränkungen in Schultern, Arm und Hand führen.
  • Schiefhals (Torticollis acutus)
    • Der Nacken befindet sich in einer schiefen Stellung und lässt sich nicht normal bewegen. Dies tritt häufiger bei Frauen auf und kann verschiedene Ursachen haben, auch ernstere Erkrankungen. Deshalb sollte eine ärztliche Abklärung erfolgen.
  • Kopfschmerzen durch Erkrankungen im Bereich der Halswirbelsäule (zervikogener Kopfschmerz)
    • Ursachen können beispielsweise degenerative Veränderungen, Rheuma oder Verletzungen der Halswirbelsäule sein.
    • Der Schmerz ist dumpf-ziehend, einseitig und strahlt von hinten nach vorne aus. Die Nackenbeweglichkeit ist eingeschränkt.
  • Bandscheibenvorfall der Halswirbelsäule
    • Wenn eine beschädigte Bandscheibe auf die umliegenden Nerven drückt, können akute oder zunehmende Schmerzen und Gefühlsstörungen auftreten.
  • Schleudertrauma
    • Umstrittene Diagnose. Es gibt keine klare Definition und kein allgemein anerkanntes Konzept für Diagnostik, Therapie und Begutachtung.
    • Bei Verkehrs- und Sportunfällen kann es zu einer Stauchung der Halswirbelsäule mit Kopf- Und Nackenschmerzen kommen.
  • Rheumatoide Arthritis (Rheuma)
    • Diese chronisch-entzündliche Gelenkerkrankung betrifft vor allem die kleinen Gelenke.
    • Nackenschmerzen weisen darauf hin, dass die Halswirbelsäule beteiligt ist.

Seltene Ursachen

  • Schultergürtel-Kompressionssyndrom (Thoracic-outlet-Syndrom)
    • Hier kommt es wegen einer anatomischen Engstelle im Halsbereich, z. B. durch eine zusätzliche Halsrippe, zu Druck auf Nerven oder Blutgefäße. Dadurch können Nackenschmerzen mit Ausstrahlung in die Schulter, Gefühlsstörungen, Schwere, Spannungsgefühl und Lähmungserscheinungen hervorrufen werden.
  • Riesenzellarteriitis (Gefäßentzündung) 
    • Sie verursacht zwei verschiedene Krankheitsbilder, die vor allem bei Personen über 50 Jahren auftreten und häufig gleichzeitig vorhanden sind.
    • Bei der Riesenzellarteriitis kommt es zu Gefäßentzündungen der Schlagadern im Schläfenbereich, dabei können Augengefäße betroffen sein. Somit kommt es zu Kopfschmerzen, Schmerzen beim Kauen und ggf. Sehstörungen.
    • Bei der Polymyalgia rheumatica tritt eine Entzündung von Gefäßen der Nacken- und Schultermuskeln auf. Daher zählen beidseitige Schulterschmerzen, Morgensteifigkeit und allgemeines Krankheitsgefühl zu den typischen Symptomen. 
  • Morbus Bechterew (Spondylitis ankylosans)
    • Diese entzündliche Gelenkerkrankung betrifft vor allem die Wirbelsäule, kann aber auch in anderen Gelenken und Geweben vorkommen. Sie tritt vermehrt im Alter zwischen 18 und 40 Jahren auf. Typische Symptome sind Morgensteifigkeit und Schmerzen vor allem am unteren Rücken, die sich bei Bewegung bessern.
  • Infektionen: Sie können zu Nackenschmerzen führen, z. B.:
    • Hirnhautentzündung (Meningitis)
    • Mandelentzündung (Tonsillitis), besonders bei Bildung eines Abszesses im Bereich der Mandeln (Peritonsillarabszess)
    • Mittelohrentzündung (Otitis media)
    • Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis)
    • vergrößerte Hals-/Nackenlymphknoten
  • Blutung zwischen den Hirnhäuten (Subarachnoidalblutung)
    • Führt zu plötzlich auftretenden heftigen Kopfschmerzen, oft kommt es zu Nackensteifigkeit, Bewusstseinsstörungen, epileptischen Anfälle und Übelkeit.

Wann sollten Sie ärztliche Hilfe suchen?

Nackenschmerzen sind zwar meistens harmlos. Sie können aber auch durch schwerwiegende Erkrankungen hervorgerufen werden, beispielsweise einen Schlaganfall, eine Hirnblutung, eine Hirnhautentzündung oder einen Herzinfarkt.

Deshalb sollten Sie bei den folgenden Beschwerden, die zusätzlich zu Nackenschmerzen auftreten, notärztliche Hilfe rufen (Telefon 112):

  • Muskelschwäche/Lähmungserscheinungen
  • Gefühlsstörungen
  • Bewegungsstörungen
  • Störung der Blasen- oder Darmfunktion
  • plötzliche sehr starke Kopfschmerzen evtl. mit Übelkeit und Erbrechen
  • Sehstörungen
  • Bewusstseinstrübung
  • Krampfanfall
  • akuter Schwindel evtl. mit Übelkeit und Erbrechen
  • Nackensteifigkeit (Kopfbeugung nicht möglich)
  • Hautausschlag mit dunkelroten Flecken
  • Plötzliche, starke Nackenschmerzen, die in Kiefer, Hals und Hinterkopf ausstrahlen.
  • Schmerzen, die in Brust, Arm und/oder Kiefer ausstrahlen.
  • Starke Kopfschmerzen mit Schüttelfrost und Fieber über 38,5 °C
  • Nach einem Unfall, beim dem die Halswirbelsäulen verletzt worden sein könnte, besonders bei bekannter Osteoporose.
  • Wenn die Halswirbelsäule kürzlich „eingerenkt“ oder anderweitig manipuliert wurde, besonders bei bekannter Osteoporose.

Untersuchungen

Arztgespräch (Anamnese)

Folgende Fragen können Ihnen gestellt werden:

  • Wie äußern sich die Schmerzen?
  • Seit wann/wie lange bestehen sie schon?
  • Strahlen sie in den Arm aus?
  • Gibt es Lähmungen, Taubheitsgefühl oder andere Gefühlsstörungen?
  • Haben Sie schon selbst versucht, die Schmerzen zu behandeln, z. B. mit Medikamenten?
  • Fühlen Sie sich krank, haben Sie Bewusstseinsstörungen oder Fieber, haben Sie an Gewicht verloren?
  • Haben Sie andere Erkrankungen, und welche Medikamente nehmen Sie ein?
  • Haben Sie Kopfschmerzen mit Übelkeit, Erbrechen, Schwindel?
  • Leiden Sie unter Stress oder an Depressionen?

Ärztliche Untersuchung

Anschließend wird Ihr Nacken untersucht und abgetastet, um festzustellen, ob es Haltungsschäden, Verformungen, Verspannungen oder Anzeichen einer Verletzung gibt. Außerdem wird geprüft, wie gut sich der Kopf drehen und in verschiedene Richtungen neigen lässt.

Bei Bedarf folgen Tests der Reflexe, der Armkraft und der Sensibilität im Bereich des Nackens, der Arme und der Hände.

Weitere Untersuchungen

Wenn eine spezifische Ursache für die Nackenschmerzen vermutet wird, so wird u. U. eine Blut- oder bildgebende Untersuchung durchgeführt und an entsprechende Fachärzt*innen überwiesen (Neurolog*in, Orthopäd*in, Internist*in).

Eine Einweisung ins Krankenhaus erfolgt bei einem akut schlechtem Allgemeinzustand, Bewusstseinstrübung oder neurologischen Symptomen nach einer Verletzung oder Operation sowie bei Verdacht auf eine schwerwiegende Erkrankung wie Schlaganfall, Herzinfarkt, Meningitis oder Hirnblutung.

Behandlung

Liegt keine spezifisch behandlungs- und abklärungsbedürftige Erkrankung zugrunde, sind Nackenschmerzen meist harmlos und bessern sich von allein. Bewegung, Wärme und bei Bedarf entzündungshemmende Schmerzmittel reichen in der Regel aus.
Bessern sich die Schmerzen damit nicht und halten über 4 Wochen an, können Physiotherapie und manuelle Therapie unterstützen, bei chronischen Nackenschmerzen auch Akupunktur.

Haben die Nackenschmerzen eine spezifische Ursache, so wird diese ggf. gezielt behandelt.

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