Halsentzündung durch Streptokokken

Halsentzündung durch Streptokokken

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Was ist eine Halsentzündung durch Streptokokken?

Definition

Die meisten Halsentzündungen werden von Viren verursacht. Eine bakterielle Rachen- oder Mandelentzündung (Tonsillitis) entsteht am häufigsten durch eine Infektion mit Streptokokken.

Symptome

Häufige Symptome sind Fieber (38–40 °C), Kopfschmerzen, Halsschmerzen und Schluckbeschwerden. Die Schmerzen können bis zu den Ohren hin ausstrahlen. Die Sprache wird kloßig, als ob die Betroffenen eine heiße Kartoffel im Hals hätten. Die Gaumenmandeln (Tonsillen) sind rot und geschwollen und zeigen häufig einen weißen Belag. In der Regel sind auch die Lymphknoten an der Außenseite des Halses geschwollen und schmerzempfindlich.

Bei Kleinkindern können die Symptome diffuser sein. Sie können abgeschlagen wirken und keinen Appetit oder Bauchschmerzen haben, oft mit Erbrechen. Ohrenschmerzen können auftreten, Husten ist dagegen selten. Insbesondere Kinder können durch die Streptokokken-Infektion auch an Scharlach erkranken. Dann tritt zusätzlich ein roter Hautausschlag auf.

Ursachen

Eine bakterielle Mandelentzündung wird in den meisten Fällen durch eine Infektion mit beta-hämolysierenden Streptokokken der Gruppe A verursacht.

Die Streptokokken verbreiten sich in der Regel durch Tröpfcheninfektion. Sind Personen in der Umgebung erkrankt, besteht ein erhöhtes Risiko für eine Streptokokken-Tonsillitis. Besonders in Familien mit Kindern ist das Risiko hoch, dass weitere im Haushalt lebende Familienmitglieder erkranken. Bei rund 7,5 % der Bevölkerung ist der Rachenraum mit Streptokokken besiedelt, ohne dass Symptome auftreten. Sie können sich auch bei solchen symptomfreien Keimträger*innen anstecken. Die Übertragung kann auch durch Gebrauchsgegenstände (Zahnbürsten etc.), Nahrungsmittel oder Wasser erfolgen.

Die Zeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Erkrankung (Inkubationszeit) beträgt 1–3 Tage. Erkrankte sind ohne antibiotische Behandlung bis zu 3 Wochen ansteckend. Kinder und Jugendliche sind besonders gefährdet. 

Häufigkeit

Die Erkrankung ist häufig. Bei Kindern werden 15–30 % der akuten Mandelentzündungen durch beta-hämolysierende Streptokokken der Gruppe A verursacht, bei Erwachsenen 5–10 %. Die Krankheit bricht oft im Winter und Frühjahr aus und kann als Epidemie in Schulen und Gemeinschaftseinrichtungen auftreten.

Untersuchungen

  • Halsschmerzen werden häufig durch eine Virusinfektion hervorgerufen. Eine Mandelentzündung durch Streptokokken zeigt jedoch so typische Symptome, dass die Diagnose in der Regel schnell gestellt wird.
  • Bei der ärztlichen Untersuchung wird der Rachenraum inspiziert.
  • Die Diagnose kann mit einem Streptokokken-A-Antigen-Schnelltest bestätigt werden. Dieser kommt in erster Linie bei Kindern unter 15 Jahren zum Einsatz. Ärzt*innen nehmen einen Rachenabstrich und können in nur wenigen Minuten und mit hoher Sicherheit überprüfen, ob es sich um eine Streptokokken-Infektion handelt.
  • Der Rachenabstrich kann auch zur Kultivierung an ein Labor geschickt werden.
  • Blutuntersuchungen sind in der Regel nicht erforderlich. Sie können aber durchgeführt werden, um andere Erkrankungen (z. B. Pfeiffer-Drüsenfieber) auszuschließen.

Behandlung

Ziel der Therapie ist es, die Symptome zu lindern, die Ansteckungsgefahr zu mindern, den Krankheitsverlauf zu verkürzen und mögliche Komplikationen zu verhindern.

Medikamente

  • Bei Bedarf können Sie fiebersenkende und schmerzstillende Medikamente wie Ibuprofen für 2–3 Tage einnehmen oder Lutschtabletten lutschen.
  • Wenn die Erkrankung durch Streptokokken verursacht wird, verschreiben Ärzt*innen in den meisten Fällen das Antibiotikum Penicillin für 5–7 Tage.
  • Den Patient*innen kann auch ein Rezept mitgegeben werden, das sie erst nach 3–5 Tagen einlösen, wenn sich die Beschwerden nicht bessern.
  • Bei stark geschwollenen Mandeln kann in Ausnahmefällen auch Kortison verabreicht werden.
  • Eine durch andere Bakterien oder durch Viren verursachte Mandelentzündung führt nur selten zu einem ausgeprägten Krankheitsbild. In den meisten Fällen kann das körpereigene Immunsystem die Infektion bekämpfen, und Antibiotika werden nicht empfohlen.

Operation

  • Wenn über einen Zeitraum von 12 Monaten mehr als fünf eitrige Mandelentzündungen diagnostiziert worden sind, sollte eine operative Entfernung der Mandeln in Erwägung gezogen werden.
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