Diphtherie
Diphtherie
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Was ist Diphtherie?
Definition
Diphtherie ist eine akute Infektionskrankheit, die durch Diphtheriebakterien (Corynebacterium diphtheriae) ausgelöst wird. Die Bakterien verursachen eine Schleimhautentzündung im Rachen, oft auch direkt am Kehlkopf. Gelegentlich kommt es auch zu einer Infektion von vorbestehenden Wunden der Haut. Ein von den Bakterien produziertes Gift kann sich über die Blutbahn im Körper verteilen und Komplikationen an Herz und Nervensystem nach sich ziehen.
Symptome
Die Bakterien verursachen eine Schleimhautentzündung vor allem in Rachen und Atemwegen. Leichte Krankheitsverläufe äußern sich ähnlich wie eine normale Mandelentzündung. Es sind jedoch auch schwere Krankheitsverläufe möglich.
Charakteristisch sind gelblich-grauweiße Beläge auf der Rachenschleimhaut. Diese Beläge sitzen sehr fest: Wenn man versucht, sie abzustreifen, beginnt die Schleimhaut zu bluten. Die Patient*innen leiden unter Halsschmerzen, Schluckbeschwerden und Fieber. Zudem besteht ein süßlicher Mundgeruch und die Lymphknoten am Hals sind geschwollen. Ist der Kehlkopf mitbetroffen, kommt es zu dem typischen bellenden Husten (Krupp-Husten), Atemnot, Unruhe, Angst und evtl. Bewusstlosigkeit.
Bei einer Hautdiphterie bilden sich auf Wunden schmierige Beläge.
Ursachen
Die Ansteckung mit Diphtheriebakterien erfolgt hauptsächlich durch Tröpfcheninfektion über Erkrankte (z. B. durch Husten). Auch über infizierte Wunden ist eine Ansteckung möglich. Es gibt auch Träger*innen der Bakterien, die selbst gar keine Symptome aufweisen, aber ansteckend sind. Die Zeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Symptome beträgt 2–5 Tage.
Ein erhöhtes Risiko für eine Infektion besteht bei unvollständig geimpften Kindern und unzureichenden Auffrischungsimpfungen im Erwachsenenalter. Insbesondere bei Reisen in Gebiete, in denen Diphtherie vorkommt, und bei Kontakt mit Erkrankten besteht Ansteckungsgefahr.
Eine durchgemachte Diphtherie bewirkt keine langanhaltende Immunität.
Häufigkeit
- Seit Einführung der Schutzimpfung tritt Diphtherie in Deutschland nur sehr selten auf. In den Jahren 2002 bis 2021 wurden jährlich maximal 28 Fälle gemeldet.
- In letzter Zeit ist die Zahl der Erkrankungen wieder angestiegen. Im Jahr 2022 wurden in Deutschland 178 Fälle gemeldet, 2023 waren es 145.
- Weltweit gab es im Jahr 2016 ca. 7.000 Fälle von Diphtherie, insbesondere in Ländern mit geringer Impfquote.
Untersuchungen
- Die Diagnose wird in erster Linie anhand der typischen Symptome und Untersuchungsbefunde gestellt.
- Der Erreger kann in Abstrichen aus Rachen, Nase oder Hautwunden nachgewiesen werden.
Behandlung
- Besteht der Verdacht auf eine Diphtherie der Atemwege, sollte die betroffene Person rasch in eine Klinik aufgenommen, isoliert, überwacht und sofort mit einem wirksamen Gegengift (Antitoxin) behandelt werden.
- Eine reine Hautdiphtherie kann ambulant behandelt werden. Auf befallene Hautstellen können antiseptische Lösungen aufgetragen werden.
- Darüber hinaus wird eine Antibiotikatherapie empfohlen.
- Möglicherweise müssen die Beläge im Rachen chirurgisch entfernt werden.
- Falls die Infektion zu einer Blockade der Luftwege führt, kann ein Luftröhrenschnitt erforderlich werden.
Infektionsschutz und Hygienemaßnahmen
- Enge Kontaktpersonen von Erkrankten sollten ebenfalls mit Antibiotika behandelt werden, um einer Infektion vorzubeugen.
- An Diphtherie Erkrankte und gesunde Träger*innen der Bakterien sollten sofort Gemeinschaftseinrichtungen (Schule, Kindergarten etc.) fernbleiben und zu Hause oder in der Klinik isoliert behandelt werden.
- Von ihnen genutzte Räume und Gegenstände müssen entsorgt bzw. ausreichend desinfiziert werden, um eine weitere Verbreitung zu stoppen.
- Erst nach Abschluss der Antibiotikatherapie, wenn 24 Stunden später in zwei Blutkulturen keine Bakterien mehr nachweisbar sind, können die Betroffenen wieder aus der Isolation entlassen werden.
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