Pleuraerguss

Pleuraerguss

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Was ist ein Pleuraerguss?

Definition

Ein Pleuraerguss ist eine krankhafte Flüssigkeitsansammlung zwischen Lunge und Brustkorb. Er drückt auf die Lunge und nimmt ihr den Platz, um sich auszudehnen. 

Symptome

Ein Pleuraerguss verursacht Atemnot und atemabhängige Schmerzen. Sie reichen oft bis zur Schulter und zum Oberbauch. Auch ein trockener Husten ist möglich. Je größer der Erguss, umso heftiger sind die Beschwerden.

Zusätzlich leiden Menschen mit einem Pleuraerguss an den Symptomen der Grunderkrankung. Eine Lungenentzündung führt zu Fieber, eine Herzinsuffizienz zu Ödemen. Einige Krebserkrankungen zeigen sich durch Fieber, Nachtschweiß und Gewichtsverlust. Krebs und auch Lungenembolien verursachen blutigen Auswurf. Lebererkrankungen verursachen etwa ein Druckgefühl oder Schmerzen im rechten Oberbauch. Sie führen außerdem zu Gelbsucht.

Ursachen

Papierdünne, spiegelglatte Häute überziehen die Lunge (Lungenfell) und die Brustwand (Rippenfell). Lungenfell und Rippenfell nennt man Pleura (Brustfell). Die beiden Häute gleiten mit jedem Atemzug aneinander entlang. Zwischen den Häuten befinden sich normalerweise wenige Milliliter Flüssigkeit. Sie senkt die Reibung.

Ein Pleuraerguss bedeutet, dass sich Wasser, Blut oder Lymphe zwischen den beiden Häuten ansammelt. Es kann sich um 1 Liter und mehr handeln. Der Erguss kann einseitig sein oder beide Lungenflügel betreffen. Die Flüssigkeit verdrängt die Lunge – diese kann sich nicht mehr vollständig ausdehnen. Häufige Ursachen sind Herzinsuffizienz, Lungenentzündungen und ein Blutgerinnsel in der Lunge (Lungenembolie).

  • Herzinsuffizienz: Von einer Herzinsuffizienz spricht man, wenn das Herz nicht mehr genügend Blut pumpt. Das kann dazu führen, dass der Druck in den Lungengefäßen ansteigt. Der Druck treibt Wasser hinaus.
  • Lungenentzündung: Wenn sich Gewebe entzündet, werden die Blutgefäße durchlässiger – Wasser tritt aus.
  • Krebserkrankung: Krebszellen beschädigen das Gewebe und führen zu Entzündungen. Häufige Auslöser sind Lungenkrebs, Brustkrebs und Lymphome.
  • Blutgerinnsel (Lungenembolie): Hier steigt der Druck in den Lungengefäßen – ähnlich wie bei der Herzinsuffizienz.
  • Verletzung: Bei Gewalteinwirkung auf den Brustkorb können Adern und Lymphgefäße reißen. Auch Blut und Lymphe können in größeren Mengen austreten.
  • Entfernung von Lungenabschnitten: Nach einer Operation, etwa wegen eines Tumors, tritt ein Erguss an die Stelle des entfernten Gewebes.
  • Leberzirrhose: Eine schwerkranke Leber führt dazu, dass sich Wasser in der Bauchhöhle sammelt. Es kann in den Pleuraspalt übertreten.
  • Niereninsuffizienz: Die Niere scheidet Elektrolyte und Wasser nicht mehr richtig aus. Das Wasser tritt in den Pleuraspalt.
  • Nikotin, Medikamente: Einige Substanzen können die Lunge belasten. Dazu zählen Nikotin, Amiodaron, Methotrexat und Clozapin.

Häufigkeit

Jährlich erleiden etwa 400.000–500.000 Menschen einen Pleuraerguss. Männer und Frauen sind ähnlich häufig betroffen.

Untersuchungen

In der Hausarztpraxis

Atemnot und Brustschmerzen sind wichtige Zeichen, ebenso wie Symptome einer Grunderkrankung. Besprechen Sie Ihre Medikamenteneinnahme und vergangene Operationen, aber auch ggf. Ihren Zigarettenkonsum. Eine kürzliche Gewalteinwirkung auf den Brustkorb ist ebenfalls wichtig.

Bei der körperlichen Untersuchung sucht man Anzeichen für eine Grunderkrankung. Beinödeme sprechen etwa für eine Herzinsuffizienz. Danach bestimmt man bei einer Blutentnahme gezielt einige Blutwerte.

Ultraschall

Mit Ultraschall (Sonografie) entdeckt man schon sehr kleine Ergüsse. Die Untersuchung kommt ohne Strahlung aus und ist sogar genauer als Röntgen. Eine Erkrankung von Herz, Nieren oder Leber führt eher zum beidseitigen Pleuraerguss. Einseitige Ergüsse sprechen eher für andere Ursachen, etwa einen Tumor.

Pleurapunktion

Bei unklarer Ursache lässt man Flüssigkeit ab. Dies geschieht in einer Facharztpraxis für Pneumologie. Dort wird eine Nadel durch die Haut eingeführt. Dies ist zugleich der schnellste Behandlungsweg.

Röntgen und Computertomografie

Sowohl Röntgen als auch CT verwenden Röntgenstrahlung. Sie macht die Organe sichtbar. Eine Computertomografie bedeutet mehr Strahlung und ein besseres Bild. Beides geschieht in einer radiologischen Praxis.

Pleurabiopsie

Wenn die Ursache unklar bleibt, wird eine Gewebeprobe (Biopsie) entnommen. Der Zugang erfolgt durch die Haut oder chirurgisch über einen kleinen Schnitt.

Behandlung

Medikamentengabe oder Punktion und kurzzeitige Drainage

Die Behandlung richtet sich vor allem nach der Ursache. Beidseitige Ergüsse, die durch eine Herz- oder Nierenschwäche verursacht wurden, können mit wassertreibenden Medikamenten behandelt werden. Große Ergüsse kann man über eine Nadel ablaufen lassen. Danach kann man über einen Schlauch für einige Zeit einen Ablauf schaffen (Pleuradrainage).

Verklebung

Es ist möglich, die Pleurablätter zu verkleben (Pleurodese). Dies wird etwa zur palliativen Behandlung bei Krebserkrankungen gemacht. Dazu wird z. B. Talkum in den Pleuraspalt eingebracht. Das Talkum verklebt das Brustfell mit dem Rippenfell. 

Permanenter Pleurakatheter

Katheter verwendet man besonders für die Behandlung von chronischen Pleuraergüssen bei Krebserkrankungen. Der Katheter ist ein Schlauch, aus dem die Flüssigkeit abfließen kann. Auch Menschen mit einem Katheter können sehr gut ambulant versorgt werden.

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