Brustkrebs

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Was ist Brustkrebs (Mammakarzinom)?

Definition

Ein Mammakarzinom ist ein bösartiger Tumor in der Brust. Die Brust besteht aus Fett-, Drüsen- und Bindegewebe. Die Milchdrüsen weisen Verzweigungen (Milchgänge) auf, die durch die Brust führen und in der Brustwarze münden. Zu 80–90 % entsteht der Krebs in den Milchgängen (duktales Karzinom), seltener in den Drüsenläppchen (lobuläres Karzinom). Die wichtigste Therapie ist die Entfernung des Tumors in einer Operation. Außerdem kommen Strahlentherapie, Chemotherapie und weitere Medikamente zum Einsatz. Wird die Erkrankung frühzeitig erkannt, bestehen gute Heilungsaussichten.

Symptome

Mögliche Hinweise auf Brustkrebs können sein:

  • tastbarer Knoten in der Brust oder der Achselhöhle
  • unbestimmte Veränderungen der Brust
  • Brustschmerzen
  • nässende Brustwarzen oder Austreten von Sekret aus der Brust
  • Veränderungen der Brustwarzen
  • Hautveränderungen
  • offene Wunden an der Brust

Bei einem fortgeschrittenen Krebs, der bereist Metastasen gebildet (gestreut) hat, können Rücken- und Knochenschmerzen, Atemnot, Übelkeit, Bauchschmerzen und allgemeine Schwäche auftreten.

Ursachen

Die genaue Ursache für die Entstehung von Brustkrebs ist in 90 % der Fälle unbekannt. Man geht davon aus, dass meist mehrere verschiedene Faktoren eine Rolle spielen.

Zu den Risikofaktoren gehören:

  • Eine erbliche (genetische) Veranlagung ist in 5–10 % der Fälle von wesentlicher Bedeutung. Meistens handelt es sich um eine genetische Veränderung (Mutation) im BRCA1- oder BRCA2-Gen. Trägerinnen dieser Mutationen erkranken im Schnitt 20 Jahre früher als Frauen ohne diese Mutation. Ihr lebenslanges Risiko für Brustkrebs beträgt 50–80 % und für Eierstockkrebs 10–40 %. 
  • Brustkrebs in der Familie: Ist eine Verwandte 1. Grades (z. B. Mutter oder Schwester) betroffen, verdoppelt sich das persönliche Risiko. Erkrankt eine Verwandte vor ihrem 50. Lebensjahr, so steigt das Risiko weiter an; ebenso, wenn mehrere Verwandte Brustkrebs haben. Auch wenn ein Mann in der Familie Brustkrebs hat, steigt das Risiko für weibliche Verwandte.
  • Kinderlose Frauen und Frauen, die ihr erstes Kind nach dem 35. Lebensjahr gebären, haben ein um 50 % höheres Risiko im Vergleich zu Frauen, die mehrere Kinder geboren haben.
  • Stillen: Mit zunehmender Stillzeit nimmt Brustkrebsrisiko ab. Im Gegensatz zu Frauen mit einer BRCA1-Mutation, deren Risiko bei einer Stillzeit von mehr als 1 Jahr etwa um die Hälfte sinkt, hat die Stillzeit bei Frauen mit einer BRCA2-Mutation keinen Effekt.
  • Eine frühe erste (Menarche) und eine späte letzte Regelblutung (Menopause) erhöhen das Risiko.
  • Hormonbehandlung
    • Bei einer Hormonersatztherapie nach der Menopause über mehr als 5 Jahre steigt das Risiko, an Brustkrebs zu sterben. Bei Behandlungen mit reinem Östrogen kommen Studien zu unterschiedlichen Ergebnissen.
    • Eine Hormonspirale (Levonorgestrel) erhöht das Brustkrebsrisiko nicht.
    • Medikamente zur Fertilitätssteigerung erhöhen es ebenfalls nicht. Bei einer Behandlung vor dem 30. Lebensjahr ist das Risiko möglicherweise erhöht.
    • Als Kontrazeptiva („Pille") eingesetzte Kombinationspräparate aus Östrogenen und Gestagenen haben keinen Einfluss auf das Brustkrebsrisiko.
  • Eine Strahlentherapie des Brustkorbs im Kindes- und Jugendalter
  • Beeinflussbare Faktoren
    • Ein Alkoholkonsum ab 10 g pro Tag (das entspricht ca. einem kleinen Bier oder 125 ml Wein) erhöht das Risiko für ein hormonrezeptorpositives Karzinom um 7–15 %; ein hoher Alkoholkonsum erhöht es um 40–50 %.
    • Übergewicht führt bei Frauen nach der Menopause zu einer Risikoerhöhung, bei jüngeren Frauen nur gemeinsam mit anderen Faktoren.
    • Rauchen: Das Risiko nimmt mit der Dauer und der Intensität des Rauchens zu. Auch passives Rauchen erhöht über einen langen Zeitraum das Risiko.

Häufigkeit

Brustkrebs ist mit Abstand die häufigste Krebsform bei Frauen. Sie macht in Deutschland rund 30 % aller Krebserkrankungen bei Frauen aus. 2019 betrug die Anzahl der Neuerkrankungen 71.375 bei Frauen und 760 bei Männern. Das entspricht 1,2 Brustkrebsfällen pro 100.000 Männern und 115 pro 100.000 Frauen.

Das Risiko, im Alter von 75 Jahren Brustkrebs entwickelt zu haben, liegt bei etwa 5 %. Im Mittel erkranken Frauen mit 64 Jahren. Fast 30 % der Betroffenen sind zum Zeitpunkt der Diagnose jünger als 55 Jahre, etwa 10 % sind jünger als 45 Jahre und weniger als 1 % jünger als 35 Jahre.

Untersuchungen

Beim Verdacht auf Brustkrebs werden Ärzt*innen Sie zunächst nach Symptomen, Vorerkrankungen und Brustkrebs in der Familie befragen. Auch die Einnahme von Hormonpräparaten, das Alter bei Geburten, der Anzahl eigener Kinder sowie das Alter bei der ersten und letzten Monatsblutung sind von Bedeutung.

Bei einer körperlichen Untersuchung der Brust, Achsel und des Gewebes entlang beider Schlüsselbeine können Knoten und auffällige Lymphknoten ertastet werden.

Besteht der Verdacht auf Brustkrebs oder eine Krebsvorstufe, wird eine Mammografie und/oder Ultraschalluntersuchung durchgeführt. Bei Frauen unter 40 Jahren wird in erster Linie eine Ultraschalluntersuchung durchgeführt. Zeigen sich in der Bildgebung auffällige Veränderungen des Gewebes, so wird eine Gewebeprobe (Biopsie) entnommen. Anhand einer mikroskopischen Untersuchung dieser Probe kann in der Regel sicher festgestellt werden, ob es sich um eine bösartige Veränderung handelt.

Handelt es sich um Krebs, so folgen – je nach Stadium und Eigenschaften des Tumors – Untersuchungen der Leber, Lunge und des Skeletts, um festzustellen, ob es dort Metastasen gibt. In frühen Stadien ist dies nicht nötig, da die Tumorzellen sich meist noch nicht ausgebreitet haben.

Behandlung

Ziele

Ziel der Behandlung ist eine Heilung. Ist dies nicht möglich, ist die Verlängerung der Lebenszeit das Ziel. Außerdem soll die Behandlung die Lebensqualität verbessern und psychosoziale Belastungen verringern. Dafür streben Ärzt*innen ein möglichst gutes kosmetisches Ergebnis nach einer Operation und dem Wiederaufbau der Brust an.

Für die Behandlung wird ein individueller Therapieplan aufgestellt, der auch Wünsche und Ziele der Patientin berücksichtigt.

Operation

Meist erfolgt zunächst eine Operation, in der Tumorgewebe und in der Regel Lymphknoten in der Umgebung der Brust und in der Achselhöhle entfernt werden. Je nach Tumorart und -ausbreitung wird die betroffene Brust komplett entfernt oder brusterhaltend operiert.

Weitere Therapien

Ergänzend können weitere Therapien einzeln oder in Kombination zum Einsatz kommen:

  • Strahlentherapie: Sie wird häufig nach einer Operation eingesetzt, um die Wahrscheinlichkeit für einen Rückfall zu reduzieren, denn vor allem bei einer brusterhaltenden Operation kann es vorkommen, dass nicht alle Tumorzellen entfernt werden. In besonderen Fällen wird eine Strahlentherapie auch vor oder – selten – als einzige Therapie durchgeführt. Nebenwirkungen einer Strahlentherapie sind unter anderem starke Hautreizungen im bestrahlten Bereich.
  • Chemotherapie (Zytostatika): Es stehen verschiedene Zytostatika zur Verfügung, die Tumorzellen am Wachstum hindern oder abtöten. Sie werden je nach Art der Krebszellen und Stadium ausgewählt. Meist werden sie in mehreren Zyklen verabreicht, damit sich der Körper zwischendurch erholen kann: Da Zytostatika auch andere Körperzellen angreifen, haben sie Nebenwirkungen wie Blutarmut, erhöhte Anfälligkeit für Infektionen, Übelkeit, Erbrechen und allgemeine Schwäche. Im Gegensatz zu Operation und Bestrahlung, die nur an Ort und Stelle wirken, greifen Zytostatika auch Krebszellen außerhalb der Brust an. Sie sind insbesondere bei kleinen Metastasen wirksam, die keine Beschwerden verursachen und daher noch nicht entdeckt wurden.
  • Weitere Medikamente: Sie richten sich gegen biologische Eigenschaften der Krebszellen, falls diese in den Tumorzellen der Betroffenen nachgewiesen wurden. Das können z. B. monoklonale Antikörper sein, die bestimmte Merkmale auf den Zellen angreifen, Medikamente, die die Wirkung von Hormonen an den Tumorzellen blockieren oder eine Immuntherapie. Da diese Medikamente gezielter als Zytostatika wirken, haben sie weniger Nebenwirkungen.

Komplikationen/Nebenwirkungen

Häufige Komplikationen der Brustkrebsbehandlung sind:

  • Schmerzen der Operationsnarbe, der Brust und des Armes
  • Ansammlung von Lymphe im Gewebe, die zu einer Schwellung führt (Lymphödem).
  • eine reduzierte Beweglichkeit der Schulter
  • Übergewicht
  • Erschöpfung (Fatigue), chronische Müdigkeit
  • bei antihormoneller Behandlung: „Wechseljahresbeschwerden“ wie Hitzewallungen, Schweißausbrüche, Unruhe, Rückbildung und Trockenheit der Schleimhaut der Scheide

Um solche Beschwerden zu vermeiden oder zu lindern, kommen begleitende Therapien zum Einsatz:

  • Physiotherapie und körperliches Training
  • Rehabilitationsmaßnahmen
  • Lymphödem-Behandlung (dauerhafte komprimierende Bandagierung)
  • Medikamente, z. B. gegen eine verminderte Knochendichte unter Hormontherapie oder gegen „Wechseljahresbeschwerden“. Weder eine Hormoneinnahme noch eine Anwendung von Hormonen in Salbenform sind bei Brustkrebs erlaubt.

Nachsorge

Nach der Therapie werden über einen Zeitraum von 10 Jahren Nachsorgeuntersuchungen empfohlen, um mögliche Rückfälle rechtzeitig zu erkennen. In der Nachsorge, bei der Ihre Wünsche und Lebensumstände berücksichtigt werden, werden außerdem der Heilungsprozess verfolgt, Nebenwirkungen und Komplikationen erfasst und ggf. behandelt.

Für Brustkrebs gibt es ein Disease-Management-Programm (DMP). Das ist ein strukturiertes Behandlungsprogramm, das auch die Nachsorge umfasst. Es soll Betroffenen beim Umgang mit der Erkrankung helfen und ihre Lebensqualität verbessern und erhalten. Informationen zum DMP erhalten Sie bei Ihrer Krankenkasse.

Früherkennung

Vorsorgeuntersuchung

Bei Frauen ab dem 30. Lebensjahr wird die Brust im Rahmen der jährlichen Vorsorgeuntersuchung von der Gynäkologin oder dem Gynäkologen abgetastet, um einen evtl. vorhandenen Knoten zu entdecken. Etwa 9 von 10 Knoten in der Brust von Frauen vor der Menopause sind gutartig (benigne).

Mammografie-Screening

Frauen zwischen 50 und 69 Jahren ohne Symptome und ohne Brustkrebs in der Vergangenheit haben die Möglichkeit, alle zwei Jahre am Mammografie-Screening teilzunehmen. Bei dieser Untersuchung kann Brustkrebs schon im Frühstadium entdeckt werden. Es gibt Argumente dafür und dagegen:

Pro

Durch die Teilnahme am Screening über einen Zeitraum von 10 Jahren werden 1–2 von 1.000 Frauen vor dem Tod durch Brustkrebs bewahrt.

Contra

Durch das Screening werden bei ca. 30 von 1.000 Frauen auffällige Befunde festgestellt. Bei 24 dieser 30 Frauen bestätigt sich der Verdacht nicht, sie machen sich also unnötig Sorgen. 5–7 von 1.000 Frauen erhalten eine korrekte Diagnose für Brustkrebs, ihre Krebserkrankung schreitet jedoch so langsam fort, dass sie auch ohne Behandlung unbehelligt hätten leben können.

Erhöhtes Brustkrebsrisiko

Wenn in Ihrer Familie gehäuft Brustkrebs auftritt, erfolgen früher und in kürzeren Abständen Früherkennungsuntersuchungen. Sie können untersuchen lassen, ob Sie Trägerin einer BRCA-Mutation sind. Wird eine BRCA1- oder BRCA2-Mutation nachgewiesen, so werden Spezialist*innen mit Ihnen gemeinsam entscheiden, ob die Brüste, Eierstöcke und Eileiter entfernt werden sollen, da sich das Krebsrisiko dadurch stark senken lässt.

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