Spulwürmer

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Was sind Spulwürmer?

Definition

Der Spulwurm (Ascaris lumbricoides) ist ein 10–30 cm langer rosafarbener bis weißlicher Wurm. Infektionen mit Spulwürmern kommen hauptsächlich beim Menschen vor und betreffen alle Altersgruppen.

Am häufigsten sind Wurminfektionen mit Spulwürmern (Ascariasis), Peitschenwürmern (Trichuriasis) und Hakenwürmern (Ankylostomiasis). Häufig treten Infektionen mit mehreren Wurmarten gleichzeitig auf.

Folgen von Wurminfektionen

Stark infizierte Kinder sind häufig unterernährt, im Wachstum und in der geistigen Entwicklung zurückgeblieben und zeigen Lernschwierigkeiten. Wurminfektionen können zudem die Anfälligkeit für andere Infektionen wie z. B. Malaria, Tuberkulose und HIV erhöhen.

Symptome

Bei einer geringen Anzahl an Spulwürmern zeigen sich keine Symptome. Meistens wird ein Befall bemerkt, wenn sich Würmer im Stuhl befinden. Bei Auftreten einer großen Anzahl Würmer kann es zu akuten Bauchschmerzen kommen.

Während der Wanderung der Larven durch die Lunge können Symptome wie Nesselsucht, leichtes Fieber, trockener Husten, blutiger Schleim, Niesen, Atemnot und Brustschmerzen auftreten.

Ursachen

Menschen stecken sich durch die Aufnahme von mit Kot verunreinigter Nahrung und verunreinigtem Wasser an. Die Ansteckung erfolgt auch über ungewaschene Hände. Eine direkte Übertragung von Mensch zu Mensch findet nicht statt, da die Eier zunächst für mindestens 2–3 Wochen im Boden verbleiben müssen, bevor sie infektiös werden.

Im Dünndarm schlüpfen bewegliche Larven, die sich durch die Darmwand bohren und über die Blutgefäße die Lunge erreichen. Sie durchdringen die Wand der Lungenbläschen (Alveolen) und gelangen über die Luftröhre bis in den Rachen, wo sie verschluckt werden. Schließlich erreichen sie wieder den Darm, wo sie zu erwachsenen Würmern heranreifen. Nach der Befruchtung legt ein weiblicher Wurm täglich bis zu 200.000 Eier.

Schlechte hygienische und sanitäre Bedingungen sowie der Einsatz menschlicher Exkremente als Düngemittel erhöhen das Risiko für Wurminfektionen.

Häufigkeit

Der Spulwurm ist weltweit verbreitet, besonders häufig in feucht-warmen Gebieten. Weltweit sind schätzungsweise 0,7–1,2 Mrd. Menschen infiziert. Meistens sind Kinder und Jugendliche betroffen.

Untersuchungen

  • Die Diagnose wird durch den Fund von typischen Eiern oder Würmern im Stuhl oder in der Unterwäsche bestätigt. Die Würmer oder Eier sind erst 2–3 Monate nach der Infektion nachweisbar, nachdem die Würmer ausgewachsen sind.
  • In Stuhl oder ausgehustetem Schleim (Sputum) können Eier unter dem Mikroskop nachgewiesen werden.
  • Wenn durch den Spulwurmbefall Komplikationen auftreten, können Untersuchungen mit Ultraschall oder eine Darmspiegelung (Endoskopie) durchgeführt werden.

Behandlung

  • Das Ziel der Behandlung ist es, die Würmer abzutöten und Komplikationen zu verhindern.
  • Die Behandlung besteht aus der Verabreichung von Wurmmitteln. International werden die Wirkstoffe Mebendazol, Pyrantel, Albendazol und Ivermectin verwendet.
  • In Deutschland sind Arzneimittel mit Mebendazol und Pyrantel zugelassen.
  • Mebendazol darf auch in der gesamten Schwangerschaft und während der Stillzeit gegeben werden.
  • Pyrantel steht als Kautabletten oder Suspension zur Verfügung und kann auch bei Kindern ab 6 Monaten eingesetzt werden.
  • Evtl. Ansteckungsherde in der näheren Umgebung sollen ebenfalls behandelt werden.
  • In Endemiegebieten, d. h. Regionen mit starker Infektionsausbreitung, werden insbesondere für Schulkinder regelmäßige Wurmkuren empfohlen („Entwurmung“), um einen Krankheitsausbruch zu verhindern.

Autorin

  • Martina Bujard, Wissenschaftsjournalistin, Wiesbaden

Quellen

Literatur

Dieser Artikel basiert auf dem Fachartikel Ascariasis. Nachfolgend finden Sie die Literaturliste aus diesem Dokument.

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