Malaria

Malaria

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Was ist Malaria?

Definition

Anopheles-Mücke bei der Blutmahlzeit.
Anopheles-Mücke bei der Blutmahlzeit (Foto: James Gathany, PHIL – CDC)

Malaria ist eine tropische Infektionskrankheit, die durch einzellige Parasiten der Gattung Plasmodium hervorgerufen wird. Fünf verschiedene Plasmodium-Arten spielen eine Rolle: Plasmodium vivax, P. ovale, P. malariae, P. falciparum und P. knowlesi. Bei allen Arten gilt, dass der Parasit über den Stich der Anopheles-Mücke auf den Menschen übertragen wird und im menschlichen Körper die roten Blutkörperchen befällt.

Eine Infektion mit Plasmodium falciparum ist besonders gefährlich und wird Malaria tropica genannt.

Symptome

Eine Infektion mit Malaria äußert sich durch Fieberschübe, die in einigen Fällen auch periodisch auftreten können. Die Symptome treten in der Regel 7–30 Tage nach dem Stich einer Mücke auf, die Trägerin des Parasiten war. Es können aber auch mehrere Monate bis zum Ausbruch der Erkrankung vergehen.

Die Betroffenen bekommen wiederkehrende Anfälle von hohem Fieber. Weitere mögliche Symptome sind Abgeschlagenheit, Kopfschmerzen, Magen-Darm-Beschwerden, Muskel- und Gelenkschmerzen. Wie viel Zeit zwischen den einzelnen Anfällen vergeht, hängt davon ab, mit welcher Art von Parasit sich die Personen angesteckt haben. Meist sind es 48–72 Stunden.

Die Malaria tropica wird durch die Ansteckung mit Plasmodium falciparum hervorgerufen. Bei dieser Malariaform treten die Fieberschübe unregelmäßig auf. Weitere Symptome sind Abgeschlagenheit, Kopf- und Gliederschmerzen und Durchfälle. Zusätzlich können Komplikationen auftreten. Die Erkrankung kann das Gehirn befallen (zerebrale Malaria) und dort zur Verstopfung kleiner Blutgefäße führen. So können Funktionsstörungen und Schäden im Gehirn verursacht werden. Dies kann auch zu Bewusstlosigkeit und zum Tod führen. Auch andere Organe, wie Nieren und Leber, können in Mitleidenschaft gezogen werden.

Ursachen

Ansteckung

  • Die Ansteckung geschieht über den Stich einer Anopheles-Mücke, die Trägerin des Parasiten ist. Die Anopheles-Mücke ist fast ausschließlich dämmerungs- und nachtaktiv.
  • Die Mücke selbst infiziert sich, indem sie mit unreifen Plasmodien infiziertes Blut aufsaugt. In der Mücke reift der Parasit heran, bis er über einen Stich auf eine neue Person übertragen wird.
  • In der menschlichen Leber findet eine weitere Reifungsphase des Parasiten statt. Nach einer Inkubationszeit von mindestens einer Woche gehen die Parasiten in das Blut über und dringen in die roten Blutkörperchen ein.
  • Hier vermehren sie sich, und nach 48–72 Stunden zerfallen die roten Blutkörperchen mit den darin befindlichen Parasiten, sodass weitere Parasiten freigesetzt werden. Dieser Zyklus wiederholt sich mehrere Male, und jedes Mal, wenn neue Parasiten aus den roten Blutkörperchen freigesetzt werden, tritt bei den Betroffenen ein neuer Schub mit Fieber auf.
  • Bei Plasmodium vivax und Plasmodium ovale entwickelt sich nur ein Teil der Parasiten zu reifen Formen, während andere in der Leber in eine Art Ruhephase übergehen und erst Monate oder Jahre später reaktiviert werden.
  • Eine direkte Übertragung von Mensch zu Mensch ist nicht möglich.
  • Wiederholte Malaria-Infektionen führen zu einer zeitlich begrenzten Teilimmunität, die schwere Erkrankungen verhindert.

Verbreitung

  • Malaria ist in den meisten tropischen Regionen verbreitet.
  • Weltweit werden die meisten Infektionen von Plasmodium falciparum verursacht, das zugleich geografisch am weitesten verbreitet ist. 
  • Plasmodium vivax kommt überwiegend in Nordafrika, im Nahen Osten, Südasien, Nepal und Mittelamerika vor.
  • Plasmodium malariae ist weltweit verbreitet, aber seltener.
  • Plasmodium ovale kommt überwiegend in Westafrika vor.
  • Plasmodium knowlesi beschränkt sich überwiegend auf Südostasien, ist aber auch dort sehr selten.

Häufigkeit

  • Malaria tritt in rund 100 Ländern fortwährend gehäuft (endemisch) auf. Etwa 40 % der Weltbevölkerung leben in den betroffenen Regionen.
  • Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gab es im Jahr 2022 insgesamt 249 Mio. Malariafälle. Rund 92 % der weltweiten Malariafälle treten in den tropischen Regionen Afrikas auf.
  • Im Jahr 2022 wurden weltweit 608.000 Todesfälle aufgrund von Malaria registriert, ca. 3/4 der Todesfälle betreffen Kinder unter 5 Jahren.
  • In Deutschland wurden in den letzten Jahren etwa 1.000 durch Reisen importierte Malariafälle jährlich registriert. Etwa 93 % der Infektionen werden aus Afrika mitgebracht, 5 % aus Asien.
  • Besonders häufig erkranken Einwander*innen aus betroffenen Regionen, die sich beim Besuch bei Freund*innen oder Verwandten im Heimatland infiziert haben, aber auch Tourist*innen und beruflich im Ausland tätige Personen.

Untersuchungen

  • Durch eine frühzeitige Diagnose und Behandlung kann der Malaria entgegengewirkt und ein schwerer Verlauf verhindert werden.
  • Nach einem Aufenthalt in Malariagebieten sollte bei Fieber oder schweren Erkrankungen ohne Fieber ein Test auf Malaria durchgeführt werden.
  • In der Regel werden die Erreger im Blut mit einem Mikroskop nachgewiesen. So kann auch die genaue Art des Erregers bestimmt und die Parasitendichte gemessen werden.
  • Falls eine Untersuchung im Mikroskop nicht sofort möglich ist, kann zunächst auch ein Antigen-Schnelltest durchgeführt werden. Das Ergebnis liegt bei solchen Tests innerhalb kurzer Zeit vor.
  • Alternativ kann die DNA der Plasmodien in einem sog. PCR-Test nachgewiesen werden.
  • Zusätzlich werden in der Regel weitere Blutuntersuchungen durchgeführt. Häufig zeigt sich ein Mangel an verschiedenen Blutzellen. Bei komplizierter Malaria (tropica) können weitere Blutwerte verändert sein.
  • Im Ultraschall kann evtl. eine vergrößerte Milz oder eine vergrößerte Leber zu sehen sein.

Behandlung

  • Zur Behandlung von Malaria stehen verschiedene Medikamente zur Verfügung, die den Reifeprozess der Parasiten in den roten Blutkörperchen hemmen.
  • Die Therapie ist grundsätzlich abhängig vom Erreger und vom Verlauf der Erkrankung.
  • Bei einer schweren Malaria tropica ist häufig eine intensivmedizinische Behandlung im Krankenhaus erforderlich, bei der Infusionen verabreicht werden.
  • Bei bestimmten Formen der Malaria (P. ovale, P. vivax) wird eine Anschlussbehandlung über 14 Tage empfohlen, um Parasiten im Ruhestadium in der Leber zu entfernen und so Rückfällen vorzubeugen.

Autorin

  • Martina Bujard, Wissenschaftsjournalistin, Wiesbaden

Quellen

Literatur

Dieser Artikel basiert auf dem Fachartikel Malaria. Nachfolgend finden Sie die Literaturliste aus diesem Dokument.

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