Nekrotisierende Weichteilinfektionen

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Was ist eine nekrotisierende Weichteilinfektion?

Eine nekrotisierende Weichteilinfektion ist eine seltene bakterielle Entzündung (Infektion), die die Haut und das darunterliegende Gewebe (Bindegewebe, Unterhautfett, Muskeln und Muskelmembranen) zerstören kann. Die Krankheit kann sehr dramatisch verlaufen und mit Schock und Schäden an inneren Organen verbunden sein. Unbehandelt kann die Krankheit zum Tod führen.

In der Regel entwickelt sich die nekrotisierende Weichteilinfektion sehr schnell und kann innerhalb von Stunden oder Tagen lebensbedrohlich werden. Eine sofortige Behandlung und Einweisung ins Krankenhaus sind dringend notwendig, und normalerweise muss das entzündete Gewebe operativ entfernt werden.

Ursachen

Die nekrotisierende Weichteilinfektion ist eine bakterielle Infektion des Unterhautgewebes. Mehrere verschiedene Bakterien können die Erkrankung verursachen, am häufigsten sind Streptokokken der Gruppe A. Das Bakterium befindet sich auf der Haut und im Rachen vieler Menschen, ohne Schäden zu verursachen, kann manchmal aber leichte und in Ausnahmefällen schwere Infektionen verursachen. Eine nekrotisierende Weichteilinfektion ist eine der schwerwiegendsten Infektionen mit Streptokokken der Gruppe A, weil das Bakterium große Mengen von Giftstoffen im Körper bildet. Oft ist auch eine Kombination verschiedener Bakterien die Ursache.

Die Entzündung kann sich ausgehend von oberflächlichen, aber auch inneren Gewebeschäden ausbreiten. Durch kleine Schnittwunden, Kratzer, andere Wunden oder Verbrennungen können die Erreger ins Weichteilgewebe gelangen. Die Bakterien können auch mit dem Blut aus anderen Teilen des Körpers kommen und sich an der betroffenen Stelle ansiedeln. Oft lässt sich nicht herausfinden, wie das Bakterium in den Körper gelangt ist.

In der Regel gelingt es dem körpereigenen Immunsystem, Bakterien, die in den Körper gelangen, abzutöten. Deshalb sind es oft ältere Menschen oder Menschen mit geschwächtem Immunsystem, die von der Krankheit befallen werden. Nekrotisierende Fasziitis kann aber auch bei jungen, gesunden Menschen auftreten.

Symptome

Die Symptome der nekrotisierenden Weichteilinfektion können sehr schnell – innerhalb eines Tages – nach einer Schnittwunde oder einer anderen Wunde in der Haut auftreten.

Erstes und typisches Symptom der Erkrankung ist ein schnell auftretender starker Schmerz im infizierten Bereich. Die betroffene Person bekommt Fieber und Schüttelfrost und die schmerzende Stelle kann gerötet, leicht geschwollen und warm sein sowie Hautblasen aufweisen.

Bei fortschreitender nekrotisierender Infektion kann es zu schwarz-blauer Verfärbung im entzündeten Bereich sowie zu einer Schockentwicklung aufgrund des sehr niedrigen Blutdrucks kommen. Dies führt zu Bewusstseinsstörungen, Verwirrung, Konzentrationsschwierigkeiten, kaltem Schweiß und Schwindel oder dem streptokokkenbedingten toxischen Schocksyndrom (STSS). Wenn die Patient*innen nicht schnell genug behandelt werden, können sich lebensbedrohliche innere Organschäden entwickeln.

Diagnostik

Patient*innen mit nekrotisierender Weichteilinfektion sind in der Regel schon schwer erkrankt, wenn sie ins Krankenhaus eingewiesen werden. Behandlung und Untersuchung der Erkrankung müssen daher gleichzeitig erfolgen.

In der Regel werden zahlreiche Blutuntersuchungen durchgeführt, um Bakterien im Blut zu finden. Bakterien in der Blutbahn können eine Blutvergiftung (Sepsis) verursachen. Sind die vorhandenen Bakterien identifiziert, kann leichter entschieden werden, welche Antibiotika zur Anwendung kommen. Es können auch Gewebeproben aus dem entzündeten Bereich entnommen werden.

Untersuchungen wie die Computertomografie (CT), die innere Abbildungen des Körpers liefern, können nützlich sein, wenn Bereiche am Rumpf betroffen sind. Diese dürfen die chirurgische Therapie jedoch nicht verzögern.

Therapie

Ziel der Behandlung ist es, zunächst das Leben der Patient*innen zu retten, die Bakterien aus dem Körper zu entfernen und die schädlichen Auswirkungen gering zu halten. Komplikationen, die bereits entstanden sind, wie Schock und Organschäden, müssen ebenfalls behandelt werden.

Es ist wichtig, dass schnellstmöglich mit der Therapie begonnen wird. Das entzündete Gewebe muss großzügig chirurgisch entfernt werden. Es ist in der Regel schon stark beschädigt und infiziert, und durch Entfernung des Gewebes wird die Ausbreitung auf andere Bereiche reduziert. Manchmal ist eine Amputation von Armen oder Beinen notwendig, um die Ausbreitung der Infektion auf den gesamten Körper zu verhindern.

Die Bakterien werden mit Antibiotika bekämpft. Diese sollten ein möglichst breites Erregerspektrum abdecken. Zusätzlich wird eine allgemeine Intensivtherapie durchgeführt mit intravenöser Flüssigkeit und möglicherweise Medikamenten, um den Blutdruck zu erhöhen.

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