Hodenschmerzen

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Was sind Schmerzen im Hodensack?

Definition

  • Schmerzen im Hoden können harmlose, aber auch schwerwiegende Ursachen haben.
  • Sie können akut oder chronisch verlaufen.
  • Plötzlich auftretende starke Schmerzen im Hodensack sollten rasch ärztlich abgeklärt und behandelt werden, um mögliche Folgeschäden zu vermeiden.

Männliche Geschlechtsorgane

Bekken - tverrsnitt blære, prostata, scrotum og urinveier
Männliche Geschlechtsorgane
  • Die männlichen Geschlechtsorgane umfassen zwei Hoden, die in einem Hodensack (Skrotum) zwischen den Beinen und am Penis hängen. 
  • Jeder Hoden ist eine Drüse, die Spermien (Samenzellen) und das männliche Geschlechtshormon Testosteron produziert.
  • Hinter jedem Hoden befindet sich ein langer, beweglicher Kanal, der sich Nebenhoden (Epididymis) nennt. Dort reifen die Spermien heran.

Häufigkeit

  • In 25 % der Fälle sind akute Schmerzen im Hodensack auf eine Hodentorsion zurückzuführen. Diese Erkrankung tritt pro Jahr bei 1 von 4.000 Männern auf.
  • An einer Entzündung der Nebenhoden erkranken jährlich 25–65 von 10.000 Männern.

Was kann die Ursache sein?

Häufige Ursachen

  • Hodenprellung
    • Ein Tritt oder Schlag gegen den Hodensack (z. B. beim Sport) ist immer sehr schmerzhaft.
    • Der Schmerz sollte innerhalb der ersten halben Stunde abklingen. Anhaltende Schmerzen sollten ärztlich untersucht werden.
  • Verdrehter Samenstrang (Hodenstieldrehung, Hodentorsion)
    • Eine Verdrehung des Hodens blockiert die Durchblutung und ist ein medizinischer Notfall.
    • Typische Symptome sind plötzlich auftretende starke Schmerzen auf einer Seite, Schwellung und Rötung, Übelkeit und Erbrechen.
    • Die Erkrankung tritt am häufigsten bei Säuglingen und in der Pubertät auf.
  • Entzündung der Nebenhoden (Epididymitis)
    • Bei dieser Entzündung entwickelt sich der Schmerz langsam und kann bis in den Bauch ausstrahlen. Weitere Kennzeichen sind Fieber, Brennen beim Wasserlassen und häufiger Harndrang, Schwellung und Empfindlichkeit im Bereich des hinteren, oberen Hoden (Epididymis).
    • Die Erkrankung wird durch (sexuell übertragbare) Bakterien verursacht und mit Antibiotika behandelt.
  • Wasserbruch (Hydrozele)
    • Der Wasserbruch kann in allen Altersgruppen auftreten und ist bei Säuglingen sogar recht häufig.
    • Die Erkrankung lässt sich auf eine Flüssigkeitsansammlung im Hodensack zurückführen.
    • Sie äußert sich durch ein unangenehmes Gefühl von Schwere. Zudem kann die Bewegungsfreiheit beeinträchtigt sein.
  • Krampfader im Hoden (Varikozele)
    • Ab der Pubertät können Krampfadern im Hoden entstehen. Sie treten häufig bei ansonsten gesunden Männern auf.
    • Die Krampfadern befinden sich oft auf der linken Seite und zeigen wenige Symptome. Gelegentlich treten Schweregefühl, Empfindlichkeit und Schmerzen auf.
  • Leistenbruch
    • Beim Leistenbruch wird eine Schwellung in der Leiste sichtbar, sobald Sie stehen, husten oder den Bauch auf andere Weise nach außen drücken.
    • Bei einem eingeklemmten Leistenbruch treten starke Schmerzen auf.
    • In der Regel ist eine Operation notwendig.
  • Nach einer Sterilisation (Vasektomie) treten bei 1–2 % der Patienten anhaltende Schmerzen auf.
  • Bei Nieren-, Blasen- oder Harnleitersteinen können die Schmerzen in den Hoden ausstrahlen.

Nicht behandlungsbedürftige Ursachen 

  • Empfindliche Hoden
    • Schmerzen in einem oder beiden Hoden, ohne Anzeichen einer organischen Erkrankung
    • Kurzfristige Schmerzen im Hoden nach Geschlechtsverkehr können vorkommen und bedürfen keiner Behandlung.

Seltene Ursachen, die eine Behandlung erfordern

  • Hodenentzündung
    • Im Rahmen einer Mumps-Erkrankung kann sich der Hoden entzünden.
    • Es treten Schmerzen, Schwellung und Rötung im Hodensack auf.
  • Hodenkrebs
    • Diese Erkrankung kommt meistens bei Männern im Alter zwischen 25 und 45 Jahren vor.
    • Die Hoden können berührungsempfindlich sein oder schmerzen. Eventuell können Sie eine Vergrößerung des Hodens oder einen festen Knoten spüren.

Wann sollten Sie ärztliche Hilfe suchen?

  • Bei akuten, starken Schmerzen sollten Sie sofort ärztlichen Rat suchen.
  • Bei weniger dramatischen Beschwerden sollten Sie um eine gründliche, ärztliche Untersuchung bitten, die aber nicht dringend ist.

Untersuchungen

Ärztliche Untersuchung

  • Der Verlauf der Schmerzen und weitere Symptome werden erfasst.
  • Bei einer körperlichen Untersuchung wird der Hodensack abgetastet.

Weitere Untersuchungen

  • Weitere Untersuchungen werden je nach Krankheitsbild veranlasst.
  • Bei akuten Beschwerden wird eine Blutuntersuchung durchgeführt, die Aufschluss über eine bestehende Entzündung gibt. Dazu gehört oft auch eine Urinuntersuchung.
  • Bei Verdacht auf eine Hodentorsion oder eine andere schwerwiegende Erkrankung wird eine Ultraschalluntersuchung durchgeführt.

Überweisung an Spezialist*innen

  • Bei Verdacht auf einen verdrehten Hoden werden Sie in ein Krankenhaus eingewiesen.

Autorin

  • Martina Bujard, Wissenschaftsjournalistin, Wiesbaden

Quellen

Literatur

Dieser Artikel basiert auf dem Fachartikel Hodenschmerzen. Nachfolgend finden Sie die Literaturliste aus diesem Dokument.

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