Erythema nodosum
Erythema nodosum
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Was ist ein Erythema nodosum (Knotenrose)?
Definition
Das Erythema nodosum (Knotenrose) ist eine entzündliche Erkrankung des Unterhautfettgewebes (Pannikulitis). Die Erkrankung zeigt sich als geschwollene rote Knoten, die sehr druckempfindlich sind. Die meisten Knoten sind symmetrisch verteilt an der Vorderseite der Unterschenkel.
Die Ursache für ein Erythema nodosum lässt sich nicht immer herausfinden, aber in vielen Fällen tritt es als Begleiterscheinung verschiedener Grunderkrankungen auf, z. B. bei akuten Infektionen oder bestimmten Autoimmunerkrankungen.
Symptome
Dem Ausbruch des Erythema nodosum gehen oft unterschiedliche Beschwerden (sog. Vorboten oder Prodrome) voraus. Erste Krankheitszeichen zeigen sich häufig bereits 1–3 Wochen vor dem Hautausschlag. Solche Symptome können sein:
- Abgeschlagenheit
- leichtes Fieber
- Husten
- Gelenkschmerzen
- Kopfschmerzen
- Bauchschmerzen
Zusätzlich können Symptome zugrunde liegender Erkrankungen vorliegen.
Schließlich zeigt sich ein schmerzhafter Ausschlag beidseitig an den Unterschenkeln. Meistens sind nur die Schienbeine betroffen, evtl. auch Knie und Knöchel. Selten können auch Ausschläge an den Armen, Oberschenkeln, Waden, am Rumpf und im Gesicht auftreten.
Die Knoten bei einem Erythema nodosum variieren in der Größe von 2–10 cm Durchmesser und sind nicht deutlich abgegrenzt. Einzelne Knoten können 2 Wochen lang bestehen bleiben, während bis zu 6 Wochen lang neue hinzukommen können. Die Farbe der Knoten wechselt von leuchtend rot bis rot-violett und grüngelb, und in der letzten Phase ähneln sie häufig Blutergüssen.
Ursachen
Das Erythema nodosum ist eine Überempfindlichkeitsreaktion der Haut auf verschiedene Auslöser. Es entsteht eine Entzündung des Bindegewebes im Unterhautfettgewebe, eine sog. Pannikulitis.
Häufig (in bis zu 50 % der Fälle) wird keine Ursache für das Erythema nodosum gefunden. Früher war die Erkrankung ein bekanntes Anzeichen für Tuberkulose, heute sind jedoch andere Ursachen häufiger. Eine Streptokokken-Infektion (Mandelentzündung) ist heutzutage der häufigste Auslöser (28–48 %). Andere Arten von Infektionen können ebenfalls ein Erythema nodosum auslösen. Medikamente (3–10 %) – z. B. orale Kontrazeptiva („Pille“) – Schwangerschaft, chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (Morbus Crohn, Colitis ulcerosa) und Sarkoidose (bis zu 25 %) sind weitere häufige Ursachen. Auch verschiedene Autoimmunerkrankungen (z. B. Morbus Behçet) und Impfungen können ein Erythema nodosum auslösen. Krebserkrankungen (z. B. Leukämie) sind nur selten die Ursache von Erythema nodosum.
Häufigkeit
- Das Erythema nodosum tritt in Mitteleuropa pro Jahr bei 2–8 von 100.000 Personen auf.
- Bei Erwachsenen kommt das Erythema nodosum häufiger bei Frauen als bei Männern vor. Bei Kindern sind Mädchen und Jungen annähernd gleich häufig betroffen.
- Am häufigsten ist die Erkrankung bei Menschen zwischen dem 20. und 35. Lebensjahr, kann jedoch in jedem Alter auftreten.
Untersuchungen
- Die Diagnose wird auf Grundlage der vorliegenden typischen Symptome gestellt, mit den charakteristischen Knötchen in der Haut.
- Häufig ist eine Untersuchung des gesamten Körpers notwendig, um alle evtl. zugrunde liegenden Ursachen zu erkennen.
- Zudem sind Blutuntersuchungen sowie ggf. ein Abstrich aus dem Hals oder eine Stuhlprobe sinnvoll.
- Röntgenaufnahmen von Lunge und Brustkorb können ggf. eine Tuberkulose oder Sarkoidose aufzeigen.
Behandlung
- Ziel der Behandlung ist, die Beschwerden zu lindern.
- Wenn eine zugrunde liegende Erkrankung die Ursache des Erythema nodosum ist, konzentrieren sich die Ärzt*innen auf die Behandlung dieser Krankheit.
- Wenn der Hautausschlag durch Medikamente verursacht wurde, sollten diese abgesetzt werden.
- Zur Linderung der Schmerzen können Sie Schmerzmittel (NSAR) einnehmen.
- In schweren Fällen können Kortisontabletten über 7–10 Tage verschrieben werden.
Autorin
- Martina Bujard, Wissenschaftsjournalistin, Wiesbaden
Quellen
Literatur
Dieser Artikel basiert auf dem Fachartikel Erythema nodosum. Nachfolgend finden Sie die Literaturliste aus diesem Dokument.
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