Parasiten bei Tropenrückkehrer*innen
Parasiten bei Tropenrückkehrer*innen
Dieser Artikel wird Ihnen bereitgestellt von Deximed. Mehr erfahren
Was sind Parasiten bei Tropenrückkehrer*innen?
Definition
Parasiten sind Lebewesen, die im menschlichen Körper leben und sich dort ernähren und vermehren. Dazu zählen Würmer, Pärchenegel und Amöben.
Symptome
Die Beschwerden hängen vom Erreger ab. Fieber, Durchfall und blutiger Urin sind möglich.
Fadenwürmer
Spulwurm und Peitschenwurm verursachen oft gar keine Symptome – oder lediglich allgemeine Beschwerden wie Bauchschmerzen und Durchfall. Hakenwürmer kriechen jedoch unter der Haut entlang. Sie hinterlassen rote, juckende Schwellungen.
Die Larven des Zwergfadenwurms (Strongyloides stercoralis) provozieren einen schlangenlinienförmigen Hautausschlag am Gesäß. Der Ausschlag wechselt schnell den Ort. Um den Ausschlag herum bilden sich juckende, rote bis weiße Ödeme (Quaddeln). Häufig verursacht er Schmerzen und Blutungen im Magen-Darm-Trakt.
Der Madenwurm befällt oft Kinder im Kindergarten- und Grundschulalter. Er führt zu Afterjucken. Es tritt besonders nachts auf.
Billharziose
Pärchenegel lösen die Bilharziose aus. Sie äußert sich häufig durch blutigen Urin. Oft sind keine Beschwerden zu bemerken, aber manchmal bleibt die Erkrankung chronisch bestehen. Dann besteht das Risiko, dass sich langfristig ein Blasenkrebs entwickelt.
Amöben und Lamblien
Meistens verläuft die Infektion ohne Symptome. Sie kann zu Bauchschmerzen und Durchfall führen (Amöbenruhr).
Ursachen
- Zwergfadenwurm-Larven durchdringen die Haut. Im Körper wandern sie zunächst in die Lunge. Von dort gelangen sie in den Magen-Darm-Trakt. Hier entwickeln sie sich weiter. Besonders gefährdet sind Menschen, die an AIDS erkrankt sind oder Mittel einnehmen, die das Immunsystem hemmen.
- Madenwürmer kriechen nachts aus dem Darm und legen ihre Eier im Analbereich ab. Dies führt zu starkem Juckreiz.
- Pärchenegel sind der Auslöser der Bilharziose. Sie leben in Süßwasserschnecken. Ihre Larven schwimmen im Seewasser und dringen durch die Haut in den Körper ein.
- Entamoeba histolytica sind die Auslöser der Amöbenruhr. Sie sind Einzeller, ebenso wie die Lamblien (Giardia lamblia).
- Malaria: Auch die Malaria wird von einzelligen Parasiten ausgelöst.
Häufigkeit
Am häufigsten erkranken Reisende in den Tropen an Bakterien- und Virusinfektionen oder an mild verlaufenden Parasiteninfektionen. Dabei handelt es sich oft um Amöben und Lamblien. Würmer können mehrere Jahre im Körper überleben. Zwergfadenwürmer kann man teilweise jahrzehntelang nachweisen. Auch Pärchenegel überleben viele Jahre im Körper.
Untersuchungen
In der Hausarztpraxis werden Sie gefragt, ob Sie unter Bauchschmerzen, Durchfall oder Fieber leiden. Blut im Urin ist ein wichtiger Hinweis. Die möglichen Erreger hängen ab von Ihrer Reiseroute und der Nahrungsmittel- und Wasserhygiene während der Reise. Süßwasserkontakt und Barfußlaufen sowie ein geschwächtes Immunsystem stellen ein Risiko dar. Außerdem spielen Ihre Vorerkrankungen und Medikamenteneinnahme eine Rolle.
Anschließend werden Haut und Organe untersucht. Parasiteninfektionen führen oft zur Produktion von IgE-Antikörpern, die routinemäßig im Blutbild gemessen werden. Daher sollte eine Blutentnahme gemacht werden. Bei Verdacht auf Darmbilharziose ist das Blutbild besonders hilfreich. Außerdem kann man darin einen Leberschaden, der manchmal vorkommt, ablesen.
Auch eine Urinprobe ist wichtig – besonders bei Blut im Urin, das auf eine Bilharziose hinweist. 2–3 Monate nach einer Pärchenegel-Infektion, die zur Bilharziose führt, kann man manchmal Eier im Stuhl und Urin finden.
Auch andere Parasiten werden oft mit dem Stuhl ausgeschieden. Daher ist eine Stuhlprobe sinnvoll. Madenwurmeier haften im Analbereich und lassen sich mit einem Klebestreifen entnehmen. Hier ist eine Stuhlprobe weniger nützlich.
Überweisung/Krankenhauseinweisung
Wenn nötig, erhalten Sie eine Überweisung. Es gibt verschiedene Anlaufstellen, die infrage kommen. Dazu zählen Praxen für Tropenmedizin und Spezialzentren für Tropenmedizin und Infektiologie. Bei schwerer Erkrankung erhalten Sie eine Einweisung ins Krankenhaus.
Behandlung
Zur Therapie der Parasiteninfektionen gibt es wirksame Medikamente. Die Bilharziose wird mit dem Wirkstoff Praziquantel behandelt. Fadenwürmer behandelt man mit Albendazol oder Mebendazol. Bei Zwergfadenwürmern verwendet man eine Einzeldosis mit dem Wirkstoff Ivermectin an 1 oder 2 Tagen – bei Bedarf wird die Behandlung nach 14 Tagen wiederholt. Amöben werden mit den Antibiotika Metronidazol und Paromomycin behandelt. Auch bei Giardia lamblia verwendet man Metronidazol.
Dieser Artikel wird Ihnen bereitgestellt von Deximed.
Lesen Sie hier den vollständigen Originalartikel.
Die Inhalte auf team-praxis.de stellen keine Empfehlung bzw. Bewerbung der beschriebenen Methoden, Behandlungen oder Arzneimittel dar. Sie ersetzen nicht die fachliche Beratung durch eine*n Ärzt*in oder Apotheker*in und dürfen nicht als Grundlage für eine eigenständige Diagnose und Behandlung verwendet werden. Konsultieren Sie bei gesundheitlichen Fragen oder Beschwerden immer Ihre Ärztin oder Ihren Arzt!
Lesen Sie dazu mehr in unseren Haftungshinweisen.
In unserer Gesundheitsdatenbank suchen
Inhaltsverzeichnis anzeigenWissenswertes aus den hausärztlichen Praxen

Wissen, wann genug ist
Über Suchterkrankungen sprechen die meisten Menschen nicht gern.
Zum Beitrag

Juckende Augen und triefende Nasen: Hilfe bei Heuschnupfen
Leichte Symptome lassen sich oft durch einfache Maßnahmen lindern.
Zum Beitrag

Sind das die Wechseljahre?
Warum die Wechseljahre auch in der hausärztlichen Praxis Thema sind
Zum Beitrag