Erythema multiforme
Erythema multiforme
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Was ist Erythema multiforme?
Definition
Erythema multiforme ist eine akute entzündliche Hauterkrankung, die nach einer Infektion oder nach Einnahme bestimmter Medikamente auftritt. Die Erkrankung zeigt sich als vielgestaltiger roter Hautausschlag. Auch die Schleimhäute können betroffen sein.
Symptome
Etwa eine Woche vor Auftreten des Hautausschlags zeigen sich allgemeine Krankheitszeichen wie Fieber und grippeartiges Krankheitsgefühl.
Innerhalb einiger Tage entsteht ein Hautausschlag, der anfangs aus roten kreisförmigen Flecken besteht. Typisch für die einzelnen Flecken ist eine zentrale dunkelrote Zone, umgeben von einer hellroten Zone und einem äußeren dunkelroten Ring (sog. Kokarden oder Schießscheiben-Läsionen). Im Verlauf kann das Erscheinungsbild des Hautausschlags variieren, auch Blasen und Krusten können auftreten.
Das Erythema multiforme tritt vor allem auf den Streckseiten der Arme und Beine, aber auch an Hand- und Fußflächen sowie am Rumpf auf. Der Hautauschlag erscheint in der Regel beidseitig und kann jucken oder brennen. In schwereren Fällen ist zusätzlich die Schleimhaut beteiligt, am häufigsten die Mundschleimhaut. Manchmal ist auch die Bindehaut des Auges entzündet.
Ursachen
Über 90 % der Fälle von Erythema multiforme sind auf eine Infektion mit Herpes-simplex-Viren zurückzuführen, die Bläschen an Mund und Lippen verursacht. Infektionen mit Mykoplasmen, Streptokokken, Pilzen, SARS-CoV-2 oder dem Epstein-Barr-Virus sind weitere mögliche Ursachen. Die Erkrankung kann auch nach Einnahme bestimmter Medikamente auftreten. Insbesondere Antibiotika, Schmerzmittel (NSAR) und Antiepileptika, aber auch Impfungen können ein Erythema multiforme hervorrufen. Zudem gibt es Hinweise auf eine erbliche Veranlagung für Erythema multiforme.
Häufigkeit
Zur Häufigkeit liegen keine genauen Daten vor.
Die Erkrankung betrifft vor allem Menschen in der Altersgruppe von 20–40 Jahren, Kleinkinder und ältere Menschen sind selten betroffen.
Untersuchungen
- Die Diagnose wird anhand des typischen Ausschlags und der Krankengeschichte gestellt.
- Blutuntersuchungen können erhöhte Entzündungswerte und ggf. zurückliegende Infektionen aufzeigen.
- Um andere Hauterkrankungen auszuschließen, kann in unklaren Fällen eine Gewebeprobe untersucht werden.
Behandlung
- Das Erythema multiforme ist eine selbstbegrenzende und in den meisten Fällen leichte Erkrankung, die oft keine weitere Behandlung erfordert.
- Wenn eine Ursache ermittelt werden kann, wird vor allem die auslösende Infektion behandelt.
- Medikamente, die den Hautausschlag verursacht haben, sollten abgesetzt werden.
Medikamente
- Die Symptome können mit Kortisoncremes gelindert werden.
- Gegen Juckreiz können Sie Antihistaminika einnehmen.
- Bei Befall der Mundschleimhaut werden antiseptische und betäubende Mundspülungen empfohlen.
- Bei ausgeprägten Beschwerden können Kortison-Tabletten verschrieben werden.
- Eine Bindehautentzündung wird mit Augentropfen, ggf. mit Kortison oder Antibiotika, behandelt.
- Die Ursache von wiederkehrenden Ausbrüchen ist oft eine zugrunde liegende Herpes-Infektion. In diesen Fällen kann eine vorbeugende Behandlung der Herpes-Infektion mit antiviralen Medikamenten (z. B. Aciclovir) über 1–2 Jahre erfolgen.
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