Ellenbogenschmerzen
Ellenbogenschmerzen
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Was sind Ellenbogenschmerzen?
- akute Verletzung (z. B. Unfall)
- Überbelastung durch mechanische Belastung (z. B. beim Sport, bei der Arbeit)
- Verschleiß (Arthrose), meist bei älteren Menschen
Hilfreich für die Diagnose ist es, wenn der schmerzende Bereich möglichst genau angezeigt werden kann. In einigen Fällen kann es sich bei Ellenbogenschmerzen auch um ausstrahlende Schmerzen handeln, die durch Beschwerden des Schultergelenks oder der Halswirbelsäule verursacht werden.
Was kann die Ursache sein?
Lateraler Ellenbogen (seitlich)
- Tennisarm (Epicondylitis lateralis)
- Häufige Ursache für Ellenbogenschmerzen, die auf eine Überlastung des Sehnenansatzes außen im Ellenbogen zurückzuführen sind.
- In der Regel zeigt sich ein dumpfer Schmerz auf einer Seite des Ellenbogens, meist an der Außenseite. Oft klagen die Betroffenen über ein Ausstrahlen in den Unterarm bis zum Handgelenk. Die Funktion im betroffenen Arm und der Hand ist beeinträchtigt; das Eingießen von Getränken oder Halten von Gegenständen kann erschwert sein.
- Kompression des Nervus radialis (Supinatorlogen-Syndrom, „Parkbanklähmung“)
- Kommt selten vor. Einengung und Druckschädigung des N. radialis, dadurch Lähmung der Finger und Schmerzen am Unterarm.
- Radiusköpfchen-Subluxation (Chassaignac-Lähmung, Pronatio dolorosa)
- Tritt hauptsächlich bei Kleinkindern auf und wird durch Zug am ausgestreckten Arm verursacht, z. B. wenn das Kind an den Armen hochgehoben wird, oder wenn es versucht, sich loszureißen. Dabei wird das Speichenköpfchen teilweise aus dem Ringband (Ligamentum annulare) ausgerenkt.
- Es treten Schmerzen bei Bewegungen auf, und das Kind will den Arm nicht mehr benutzen.
Medialer Ellenbogen (mittig)
- Golferellenbogen (Epicondylitis medialis)
- Der Golferellenbogen kommt häufig vor, ist aber seltener als der Tennisarm. Die Entzündung befindet sich in einem Sehnenansatz auf der Innenseite des Ellenbogens und beruht ebenfalls auf einer Überbelastung.
- Es treten dumpfe Schmerzen am Ellenbogen auf, und eine Ausstrahlung in den Unterarm ist möglich. Die Schmerzen sind deutlich belastungsabhängig, z. B. ist ein kräftiger Händedruck schmerzhaft.
- Schädigung des medialen Kollateralbandes (Werferellenbogen)
- Kommt insbesondere bei Wurfsportler*innen (z. B. Handball, Speerwurf) vor. Durch die Wurfbewegung wird das Band sehr stark gedehnt und überlastet.
- Druckschmerzen treten im Verlauf des Kollarteralbandes bei bestimmten Bewegungen bzw. Belastungen auf.
- Kompression des Nervus ulnaris (Kubitaltunnel-Syndrom)
- Schädigung des Ulnarisnervs durch Einklemmen oder Druck
- Typische Symptome sind Schmerzen und Taubheit im Bereich der Handfläche sowie am Ring- und kleinen Finger. Die Beschwerden werden beim Beugen des Ellbogens oftmals stärker. Motorische Ausfälle machen sich in einer abgeschwächten Fingerspreizung und -beugung bemerkbar. Viele Patient*innen klagen über eine Ungeschicklichkeit der Hand, z. B. beim Schreiben oder Umdrehen eines Schlüssels.
Dorsaler Ellenbogen (rückseitig)
- Bursitis olecrani („Studentenellenbogen“)
- Schleimbeutelentzündung des Ellenbogens, die häufig auftritt.
- Schwellung, Rötung und Druckempfindlichkeit treten durch lang anhaltendes Aufstützen des Ellenbogen oder durch Infektion auf.
- Trizeps-Tendopathie
- Überbelastung der Trizepssehne, die häufig beim Kraftsport vorkommt.
- Snapping-Triceps-Syndrom
- Tritt selten auf. Wird durch Teilausrenkung des Nervus ulnaris oder durch Verrutschen der Trizepssehne verursacht und führt zu einem schmerzhaften „Schnappen“.
- Olekranon-Impingement
- Einengung und Schädigung des oberen Endes der Ulna, tritt gehäuft bei Wurfsportler*innen auf.
- Knacken oder Gelenksperre im Ellenbogen bei ausgeprägter Streckung
- Ermüdungsbruch des Olekranons (oberes Ende der Ulna)
- Kann bei Wurfsportler*innen auftreten.
- Ermüdungsbrüche äußern sich meist in Form von schleichend beginnenden, nicht genau lokalisierten Knochenschmerzen bei Belastung, die in Ruhe abnehmen. Die Bruchstelle zeigt sich empfindlich auf Druck und kann geschwollen sein.
Ellenbeuge
- Bizeps-Tendopathie
- Überbelastung des Ellenbogens durch wiederholte Beugung des Gelenks, oft in Kombination mit Kraftsport
- Kompression des Nervus medianus (Pronator-teres-Syndrom)
- Der Nerv wird zusammengedrückt, sodass es zu einer Reizung oder Schädigung kommt.
- Kann zu Druckschmerz und zu einem unangenehmen Gefühl in den Fingern kommen.
Weitere Ursachen
Weitere Erkrankungen, bei denen auch Ellenbogenschmerzen auftreten können:
- Freie Gelenkkörperchen (Osteochondrosis dissecans, „Gelenkmaus“): Gewebe aus Knorpel-, Knochen- oder Muskelmaterial, das sich innerhalb des Gelenks löst und Beschwerden verursacht.
- Arthrose (Gelenkverschleiß), vor allem bei älteren Menschen
- Bakterielle Artritis (Infektion des Gelenks): Notfall, der umgehend ärztlich behandelt werden muss.
- rheumatische Erkrankungen und Gicht
- Chronisches Muskellogensyndrom: allmählich einsetzende krampfartige Schmerzen, verminderte Kraft und Parästhesien im Unterarm und den Fingern bei statischer Belastung der Unterarmmuskulatur, z. B. bei Motorradfahrer*innen
Wann sollten Sie ärztliche Hilfe suchen?
Wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, wenn folgende Warnzeichen auftreten:
- Fieber (> 38,5 °C), Schüttelfrost, Verwirrtheit: Können Hinweise auf eine Arthritis durch Krankheitserreger sein.
- Entzündungszeichen: Schmerzen, Rötung, Schwellung, Überwärmung, funktionelle Einschränkungen: Dies können Hinweise auf eine Artritis durch Krankheitserreger oder eine Knochenmarkentzündung (Osteomyelitis) sein.
- Wenn nach einem Unfall folgende Beschwerden auftreten: neurologische Störungen, Fehlstellung oder deformiertes Gelenk, gestörte Durchblutung (kalt, blass). Möglicherweise handelt es sich um eine Fraktur, eine Gefäßverletzung oder eine Nervenschädigung.
- Bewegungseinschränkung, blockiertes Gelenk: Kann auf Osteochondrosis dissecans oder Ansammlung von Blut im Gelenk (Hämathros) hinweisen.
Untersuchungen
Die Ärzt*innen verschaffen sich bei der Untersuchung des Ellenbogens einen Überblick über die Beweglichkeit, Kraft und Schmerzempfindlichkeit des Gelenks.
In der Regel lassen sich die Schmerzen auf drei Ursachen zurückführen: akute Verletzung, Überlastung oder Verschleiß. Der schmerzende Bereich sollte möglichst genau angezeigt werden, weil er Hinweise auf die mögliche Erkrankung/Verletzung geben kann.
Abhängig von Verdachtsdiagnose sind ggf. weitere Untersuchungen notwendig, z. B.:
- Röntgen (bei Verdacht auf Knochenbruch oder Arthrose)
- MRT (u. a. bei Verdacht auf Bänderverletzungen oder Osteochondrosis dissecans)
- Elektroneurografie (u. a. bei Verdacht auf Nervenkompressionssyndrome)
- Laboruntersuchungen (bei Verdacht auf Gicht oder Rheuma)
Unter Umständen ist eine Überweisung zu einer orthopädischen Praxis (z. B. bei freien Gelenkkörpern) oder eine Einweisung ins Krankenhaus (z. B. bei Verdacht auf eine bakterielle Arthritis) notwendig.
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