Knochenmarkentzündung (Osteomyelitis)

Knochenmarkentzündung (Osteomyelitis)

Dieser Artikel wird Ihnen bereitgestellt von Deximed. Mehr erfahren

Was ist Osteomyelitis?

Osteomyelitis (Knochenmarkentzündung) ist eine bakterielle Infektion im Knochen. Die Erkrankung wird eingeteilt in eine akute Form, die innerhalb von 2 Wochen nach der Infektion auftritt, sowie eine chronische Form, die über mehrere Monate entsteht. Alle Knochen im Körper können von Knochenmarkentzündung betroffen sein, sowohl die langen Röhrenknochen in Armen und Beinen, als auch Hand- und Wirbelknochen. Die Erreger können durch eine Verletzung von außen in den Knochen gelangen oder sich über das Blut ausbreiten.

Bei Kindern tritt die Krankheit oft schnell mit Unwohlsein, Fieber, Schüttelfrost, Schmerzen und Druckempfindlichkeit im betroffenen Knochenteil auf. In den ersten Tagen können sich Entzündungszeichen im Knochen wie Schwellung, Rötung und Überwärmung zeigen. Kleinkinder können eher diffuse Beschwerden haben. Der verringerte Einsatz von Armen oder Beinen ohne vorhergehende Verletzungen kann auf Osteomyelitis beruhen. Bei Erwachsenen können die Symptome schleichender verlaufen.

Osteomyelitis tritt mit zunehmendem Alter häufiger auf. Ältere Menschen über 60 Jahre sind vorwiegend von der chronischen Form der Erkrankung betroffen. Die akute Osteomyelitis tritt am häufigsten bei Kindern auf, insbesondere im Alter unter 5 Jahren.  Männer sind von der Krankheit etwas häufiger betroffen als Frauen.

Ursachen

In 44–90 % der Fälle wird die Erkrankung von der Bakterienart Staphylococcus aureus ausgelöst. Die zweithäufigste Ursache sind Bakterien vom Typ hämolytische Streptokokken der Gruppe A. Die Bakterien können sich auf unterschiedliche Art auf den Knochen ausbreiten. In etwa 20 % der Fälle gelangen die Bakterien über das Blut in den Knochen, dies geschieht am häufigsten bei Kindern. Die Infektion kann auch z. B. nach chirurgischen Eingriffen am Knochen oder nach Verletzungen mit einer offenen Wunde am Bein auftreten oder sich von entzündeten Zähnen, Druckgeschwüren oder Ähnlichem ausbreiten. Dies kommt meistens bei Erwachsenen vor. Infektionen können auch bei Patienten mit implantierten Fremdkörpern wie künstlichen Hüftgelenken auftreten, kommen aber nur bei 1–2 % solcher Patienten vor.

Das Risiko für eine Osteomyelitis steigt bei hohem Alter mit verminderter Knochendurchblutung. Auch Erkrankungen wie Sichelzellanämie, Diabetes, periphere arterielle Verschlusskrankheit und Immunschwäche erhöhen das Risiko für Osteomyelitis.

Diagnostik

Der Verdacht auf die Krankheit besteht, wenn Patienten angeben, Schmerzen und Druckempfindlichkeit in einem Teil des Skeletts zu haben und gleichzeitig eine fieberhafte Erkrankung vorliegt. Blutuntersuchungen können den Verdacht auf Osteomyelitis verstärken. Meistens bestehen erhöhte Entzündungswerte (CRP) und eine erhöhte Anzahl von weißen Blutkörperchen im Blut.

Im Röntgenbild können krankhafte Veränderungen im Knochen nachgewiesen werden. Mittels Szintigrafie und Magnetresonanztomografie können Veränderungen bereits relativ früh erkannt werden. Es wird empfohlen, Knochenproben zu entnehmen, um herauszufinden, welches Bakterium die Infektion verursacht. Die Gewebeprobe wird durch Einführen einer Punktionsnadel in das infizierte Gewebe gewonnen, häufig unter Kontrolle von Computertomografie oder Röntgenbildern. Kann das Bakterium identifiziert werden, lässt sich bestimmen, welches Antibiotikum am besten gegen die Entzündung hilft.

Therapie

Das Ziel der Therapie besteht darin, die Infektion durch die Beseitigung der Bakterien zu stoppen und Komplikationen zu verhindern. Ein wichtiger Teil der Therapie ist es, für Ruhe und Hochlagerung des betroffenen Bereichs zu sorgen.

Die Behandlung erfolgt im Krankenhaus mit Antibiotika, die Bakterien töten. Die Behandlung dauert oft 4–6 Wochen. In den ersten Wochen werden die Medikamente direkt in den Blutkreislauf verabreicht. Sobald sich die Erkrankung verbessert hat (nach etwa 2 Wochen), können Tabletten eingenommen werden. Schmerzen können mit Paracetamol (bei Kindern) oder NSAR (bei Erwachsenen) gelindert werden.

Wenn sich die Infektion nicht ausschließlich mit Antibiotika beseitigen lässt, kann eine Operation notwendig sein, um den Knochen von infiziertem Gewebe und Eiter zu befreien. Bei chronischen Infektionen an Gelenkprothesen soll die Prothese ausgetauscht werden.

Zur Vorbeugung von Infektionen werden nach Operationen am Oberschenkelhals, beim Einsetzen von künstlichen Hüft- oder Kniegelenken und bei offenen Knochenbrüchen Antibiotika verabreicht.

Logo von Deximed

Dieser Artikel wird Ihnen bereitgestellt von Deximed.
Lesen Sie hier den vollständigen Originalartikel.

Die Inhalte auf team-praxis.de stellen keine Empfehlung bzw. Bewerbung der beschriebenen Methoden, Behandlungen oder Arzneimittel dar. Sie ersetzen nicht die fachliche Beratung durch eine*n Ärzt*in oder Apotheker*in und dürfen nicht als Grundlage für eine eigenständige Diagnose und Behandlung verwendet werden. Konsultieren Sie bei gesundheitlichen Fragen oder Beschwerden immer Ihre Ärztin oder Ihren Arzt!
Lesen Sie dazu mehr in unseren Haftungshinweisen.

In unserer Gesundheitsdatenbank suchen

Inhaltsverzeichnis anzeigen

Wissenswertes aus den hausärztlichen Praxen

Stopp
Gesundheit
Wissen, wann genug ist

Über Suchterkrankungen sprechen die meisten Menschen nicht gern.


Zum Beitrag
Heuschnupfen
Gesundheit
Juckende Augen und triefende Nasen: Hilfe bei Heuschnupfen

Leichte Symptome lassen sich oft durch einfache Maßnahmen lindern.


Zum Beitrag
Frau mit Hitzewallung
Gesundheit
Sind das die Wechseljahre?

Warum die Wechseljahre auch in der hausärztlichen Praxis Thema sind


Zum Beitrag

Kontaktieren Sie uns

Haben Sie Fragen zu den hausärztlichen Praxen?fragen@team-praxis.de

Zum Kontaktformular

Haben Sie Fragen zum Hausarztprogramm?hausarztprogramm@team-praxis.de

Zum Kontaktformular

Möchten Sie eine detaillierte Beratung zum Programm?Dann rufen Sie uns an.

Jetzt anrufen
TeamPraxisHausärtzinnen- und Hausärzteverband

TeamPraxis ist das Portal der hausärztlichen Praxen in Deutschland. Denn Gesundheit ist Teamsache.

Sie sind Ärzt*in und haben Interesse am Hausarztprogramm?
Informieren Sie sich unter www.hzv.de.