Entzündung des Ellenbogenschleimbeutels
Entzündung des Ellenbogenschleimbeutels
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Was ist Bursitis olecrani?
Definition
Bursitis olecrani ist eine Entzündung der Schleimbeutel (Bursa) an der Streckseite, d. h. an der Außenseite/Rückseite des Ellenbogens. Eine Bursa ist eine geleeartige Tasche, ein Schleimbeutel, die in der Regel eine kleine Menge an Gelenkflüssigkeit enthält. Der Schleimbeutel liegt in der Regel zwischen einer Sehne und entweder einem Knochen oder der Haut, und schützt gegen Reibung und erleichtert die Bewegung der benachbarten Strukturen, die sich zueinander bewegen. Am Ellenbogen dient der Schleimbeutel als Gleitschicht zwischen Knochen und der darüber liegenden Haut. Eine Entzündung der Bursa kann plötzlich und akut auftreten oder chronisch verlaufen mit langanhaltenden Beschwerden. In manchen Fällen sind Bakterien die Ursache für die Entzündung.
Symptome
Die Beschwerden variieren von schmerzloser Schwellung bis hin zu einem stark geröteten, überwärmten, schmerzhaften Ellenbogen und einem starken Krankheitsgefühl mit Fieber. Kleine Hautverletzungen am Ellenbogen sind Eintrittspforten für Bakterien und können zu einem schweren Krankheitsverlauf führen. Entzündungen ohne Bakterien sind in der Regel nicht schmerzhaft. Liegt die Erkrankung über einen längeren Zeitraum vor, sind manchmal reiskornartige Veränderungen im Schleimbeutel zu tasten.
Ursachen
Der Schleimbeutel am Ellenbogen kann in Folge eines direkten Traumas anschwellen, typischerweise nach einem Aufprall mit dem Ellenbogen gegen einen harten Untergrund. Auch eine anhaltende Druckbelastung kann zu einer Entzündung führen, vor allem bei bestimmten Sportarten (z. B. Ringen), Berufen (z. B. Teppichleger*innen) oder beim Arbeiten am Schreibtisch (sog. Studentenellenbogen). Eine bakterielle Entzündung entsteht durch das Eindringen von Bakterien durch eine kleine Hautverletzung. Bei schweren Verläufen gelangen sie bis in die Blutbahn und verursachen eine Blutvergiftung. In seltenen Fällen ist die Bursitis durch eine andere Gelenkerkrankung wie Gicht oder rheumatoide Arthritis verursacht.
Häufigkeit
- Jährlich erkranken 10 von 100.000 Personen an einer Entzündung des Ellenbogenschleimbeutels.
- Die meisten Betroffenen sind zwischen 40 und 60 Jahre alt.
- Männer sind viermal häufiger betroffen als Frauen.
- Jeder 3. Krankheitsfall geht mit einer bakteriellen Infektion einher.
Untersuchungen
- Blutuntersuchung
- Infektionsparameter bei Verdacht auf eine Blutvergiftung
- Punktion des Schleimbeutels mit einer Nadel
- Die Farbe der entnommenen Probe gibt erste Hinweise auf die Ursache der Entzündung. Eine Rotfärbung deutet auf ein Trauma hin, eine eitrige Gelbfärbung auf eine bakterielle Entzündung.
- Bei einer bakteriellen Entzündung ist die Zellzahl in der Probe erhöht.
- Bei einer mikrobiologischen Untersuchung kann der Erreger bestimmt werden.
- Röntgen
- Die Röntgenuntersuchung kann eine Knochenverletzung ausschließen.
- Ultraschall
- Im Ultraschall kann der Schleimbeutel dargestellt werden. Bei einer Entzündung ist er deutlich vergrößert.
- MRT
- Eine Magnetresonanztomografie wird nur selten durchgeführt.
- Kann bei einem sehr ausgeprägten Krankheitsbild indiziert sein, um eine Entzündung des Knochenmarks auszuschließen.
- evtl. zur OP-Planung
Behandlung
- Das Gelenk wird geschont.
- Gegen Schmerzen werden Medikamente aus der Gruppe der NSAR empfohlen.
- z. B. Ibuprofen oder Diclofenac
- Bei anhaltenden Beschwerden kann die Flüssigkeit im Gelenk mit einer Nadel punktiert und entfernt werden.
- Anschließend wird ein Kompressionsverband angelegt.
- Manchmal muss der Eingriff mehrmals durchgeführt werden.
- In manchen Fällen wird eine Operation mit Entfernung des Schleimbeutels empfohlen (Bursektomie).
- Bei Vorliegen einer bakteriellen Infektion werden Antibiotika verschrieben und auf eine Operation wird in der Regel verzichtet.
- Die gleichen Behandlungsstrategien gelten für Entzündungen durch eine rheumatische Erkrankung.
- In diesen Fällen sollte auch die vorliegende Grunderkrankung optimal behandelt werden, z. B. durch entzündungshemmende Medikamente.
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