Dupuytren-Kontraktur
Dupuytren-Kontraktur
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Was ist eine Dupuytren-Kontraktur?
Definition
Die Dupuytren-Kontraktur (oder Morbus Dupuytren) ist eine gutartige, langsam fortschreitende Erkrankung des Bindegewebes der Handinnenfläche. Mit der Zeit ziehen sich die Sehnen in Handfläche und Fingern so zusammen, dass das Ausstrecken der Finger an der betroffenen Hand unmöglich wird.
Bei 10–15 % der Patient*innen mit Dupuytren-Kontraktur sind auch die Fußsohlen betroffen.
Symptome
Die Sehnenplatte der Handfläche ist verdickt. Zu Beginn zeigen sich schmerzlose Knoten und strangförmige Schwellungen in der Handfläche, die langsam zunehmen. Nach und nach kommt es durch die Verkürzung der Sehnen zu einer Fehlstellung von einem oder mehreren Fingern. Meistens sind der kleine Finger und der Ringfinger zuerst betroffen, die Beschwerden können jedoch grundsätzlich in allen Fingern auftreten. Langfristig kann dies dazu führen, dass die Hand unwillkürlich zu einer Faust geballt wird und die Hand nicht mehr geöffnet werden kann. Eine erhebliche Funktionsbeeinträchtigung der Hand ist die Folge.
Manchmal liegen vergleichbare Beschwerden auch im Bereich der Füße oder am Penis vor.
Ursachen
Die Hauptursache für die Erkrankung ist eine erbliche Veranlagung. Alter, Geschlecht, bestimmte Umweltfaktoren und Erkrankungen spielen ebenfalls eine Rolle bei der Entstehung einer Dupuytren-Kontraktur.
Risikofaktoren sind Rauchen, übermäßiger Alkoholkonsum, Diabetes (Typ 1 und Typ 2), Lebererkrankungen (z. B. Leberzirrhose) und Epilepsie. Zudem stehen wiederholte mechanische Belastungen der Handfläche, wie Arbeit mit vibrierenden Werkzeugen, mit einem erhöhten Erkrankungsrisiko in Verbindung.
Die Erkrankung ist auf eine Vermehrung von Bindegewebsfasern in der Handfläche zurückzuführen. Mit der Zeit bilden sich Knoten und Stränge. Schließlich verhärtet das betroffene Bindegewebe und die Finger werden gekrümmt.
Häufigkeit
In Europa sind bis zu 10 % der Bevölkerung von einer Dupuytren-Kontraktur betroffen. Das Erkrankungsrisiko steigt ab dem 40. Lebensjahr an. Männer sind dreimal häufiger betroffen als Frauen.
Untersuchungen
- Bei der ärztlichen Untersuchung werden die Hände begutachtet und abgetastet. Ggf. werden auch Fußsohlen und Penis untersucht.
- Ergänzend kann ein Ultraschall durchgeführt werden.
Behandlung
- Das Therapieziel ist eine Verbesserung der Handfunktion.
- Wenn die Erkrankung nicht stark ausgeprägt ist und keine Einschränkungen bestehen, kann zunächst abgewartet werden.
- Dehnübungen der Finger sollten mehrmals täglich durchgeführt werden.
- Um ein weiteres Voranschreiten der Erkrankung zu verhindern, kann im aktiven frühen Stadium eine Strahlentherapie durchgeführt werden.
Injektion von Kollagenase
- Im späteren Stadium können Kollagen abbauende Enzyme (Kollagenase) in den verhärteten Bindegewebsstrang gespritzt werden. Die Behandlung wird ambulant von Spezialist*innen durchgeführt.
- Nach 24–72 Stunden wird der betroffene Finger gestreckt, sodass der verhärtete Bindegewebsstrang zerreißt.
- Laut Studien kann eine Kollagenase-Injektion bei 64 % der Betroffenen eine Heilung erzielen.
- Vorübergehende Nebenwirkungen sind möglich, v. a. Schwellung, Blutungen, Druckempfindlichkeit und Schmerzen.
- Die Behandlung wird nicht von allen gesetzlichen Krankenkassen erstattet.
Operation
- Im fortgeschrittenen Stadium mit starker Funktionsbeeinträchtigung der Hand ist eine Operation die wirksamste Behandlungsmethode.
- Verschiedene Operationsverfahren stehen zur Verfügung. Der Eingriff wird unter örtlicher Betäubung durchgeführt, ein Krankenhausaufenthalt ist in der Regel nicht erforderlich.
- In den ersten Wochen nach der Operation wird eine Handschiene angelegt.
- Dazu erhalten Sie physiotherapeutische Anweisungen zu täglichen Übungen, um die Beweglichkeit von Hand und Fingern zurückzuerlangen.
Autorin
- Martina Bujard, Wissenschaftsjournalistin, Wiesbaden
Quellen
Literatur
Dieser Artikel basiert auf dem Fachartikel Dupuytren-Kontraktur. Nachfolgend finden Sie die Literaturliste aus diesem Dokument.
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